Dabei sei die Gefahr eines echten Schadens gering. „Bei den über vier Millionen Fahrzeugen über alle Marken geht es um eine Schraube am Lenkgetriebe, deren Kopf unter ganz spezifischen regionalen Streusalz- und Feuchtigkeitsbedingungen rosten kann. Obwohl 99 Prozent aller Fälle in der Erprobung abgedeckt und behoben werden, kann so etwas nach über zehn Jahren im Feld auftreten“, erläutert Krepp. „Es gab keinen einzigen Unfall mit Personenschaden, aber wir fassen konsequent alle betroffenen Autos weltweit an.“ Trotz des spektakulären Rückrufs sei die Qualität moderner Fahrzeuge deutlich höher als früher. „Man muss zwischen Hardware und Software unterscheiden. Bei der mechanischen Qualität zeigen die Daten der Werkstätten über die letzten zehn bis 15 Jahre eindeutig, dass die Fahrzeuge massiv besser geworden sind“, betont Qualitätschef Krepp, „Ein Golf V ging mechanisch deutlich öfter kaputt als ein Golf VII oder Golf VIII, obwohl modernere Autos viel komplexer sind.“
Das Problem sei heute nicht die Mechanik, sondern die Software. „Im Softwarebereich müssen wir uns von der Vorstellung eines völlig fehlerfreien Produkts zum Start of Production verabschieden, weil es das schlicht nicht gibt“, erklärt der VW-Manager. „Entscheidend ist, wie schnell man Fehler über Over-the-Air-Updates (OTA-Up-dates) beheben kann.“ Dabei werde ein Over-the-Air-Update vom Kunden eher akzeptiert als ein Werkstattbesuch. „Das wird vom Kunden wie ein kostenloses Upgrade und eine Verbesserung wahrgenommen“, so Krepp. Ein Update im Autohaus habe früher dagegen „negative Gefühle“ erzeugt.
Redakteure: Luca Leicht | Gerd Stegmaier