FORAIM Finanzmanagement stellt in einer aktuellen Analyse eine bislang wenig diskutierte Frage: Was geschieht mit Kapitalrenditen, wenn immer mehr Güter und Dienstleistungen mit extrem niedrigen Kosten produziert werden können?
Sinken durch KI und Automatisierung nicht nur die Produktionskosten, sondern gleichzeitig durch Wettbewerb auch die Verkaufspreise, kann der gesellschaftliche Wohlstand stark steigen, ohne dass Unternehmensgewinne im gleichen Umfang wachsen.
Für Anleger könnte deshalb langfristig eine andere Frage wichtiger werden:
Wo bleibt Knappheit bestehen?
Denkbar sind etwa attraktive Grundstücke, Energie und Rohstoffe, Rechenkapazität, Daten, Patente, Infrastruktur, menschliche Aufmerksamkeit oder intakte natürliche Ressourcen.
Das bedeutet keineswegs, dass der MSCI World als Anlageinstrument ausgedient hat. Der Index passt sich wirtschaftlichen Veränderungen an: Erfolgreiche Unternehmen gewinnen an Gewicht, andere verlieren an Bedeutung.
Offen bleibt jedoch, ob alle wirtschaftlich wichtigen Knappheiten der Zukunft überhaupt über börsennotierte Unternehmen und damit über einen globalen Aktienindex abgebildet werden.
Für langfristige Finanzplanung entsteht daraus noch eine weitere Konsequenz: Liquidität und Flexibilität könnten wertvoller werden.
Wer heute nicht sein gesamtes Vermögen auf eine bestimmte Vorstellung der Welt des Jahres 2040 oder 2050 festlegt, erhält sich die Möglichkeit, später auf neue wirtschaftliche Strukturen und Anlagechancen zu reagieren.
Die zentrale Frage könnte deshalb künftig weniger lauten:
„Welche Anlage bringt langfristig die höchste Rendite?“
Sondern:
„Wie viel meines Vermögens möchte ich heute bereits für die Welt von 2050 positionieren – und wie viel möchte ich flexibel halten?“
Die vollständige Analyse „MSCI World Zukunft: Was KI und neue Knappheiten für Aktien bedeuten“ finden Sie im Finanzblog von FORAIM.