Die FORAIM Finanzmanagement und ‑Service GmbH untersucht bei der Zusammenstellung ihrer Anlagestrategien deshalb auch, welche konkreten Krisen ein Fonds bereits durchlaufen hat. Dabei wird insbesondere geprüft, ob der Fonds schon damals mit seiner heutigen Strategie bestand, wie hoch der zwischenzeitliche Verlust – der sogenannte Drawdown – ausfiel und wie lange die anschließende Erholung dauerte.
Eine aktuelle Untersuchung des Finanzwissenschaftlers Francesco Landolfi bestätigt die Bedeutung dieses Vorgehens. Landolfi analysiert mithilfe umfangreicher Monte-Carlo-Simulationen zahlreiche rechnerisch mögliche Renditeverläufe. Die Ergebnisse zeigen, dass Strategien mit ähnlicher Rendite und Schwankungsbreite dennoch sehr unterschiedliche Verlustverläufe aufweisen können.
Ursachen hierfür können seltene Extremverluste, mehrere aufeinanderfolgende Phasen hoher Volatilität oder längerfristige Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Renditen sein. Besonders relevant ist dies bei spezialisierten Anlagestrategien wie Long/Short-Fonds, Managed Futures, Trendfolgern sowie Fonds, die Optionen oder Volatilitätsstrategien einsetzen.
„Historische Verluste erlauben keine sichere Vorhersage. Sie werden aber wesentlich aussagekräftiger, wenn man prüft, unter welchen wirtschaftlichen und strategischen Voraussetzungen sie entstanden sind“, erklärt FORAIM-Geschäftsführer Wolfgang Gierls.
FORAIM arbeitet bei seinen Kundenportfolios mit angestrebten, ausdrücklich nicht garantierten Verlustgrenzen. Neben der Fondsanalyse spielen dabei die Streuung über unterschiedliche Anlagekonzepte und eine ausreichende Liquiditätsreserve eine zentrale Rolle.
Der vollständige Beitrag erläutert, wie sich die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Untersuchung in eine praxisnahe Fonds- und Portfolioanalyse übertragen lassen. Den Beitrag lesen Sie hier.
Wissenschaftliche Quelle: Francesco Landolfi, Drawdown Risk Beyond Brownian Motion: A Monte-Carlo Framework, Non-Gaussian Extensions, and Long Memory, 31. Juli 2026. Die Arbeit wurde als wissenschaftlich noch nicht begutachtetes Preprint veröffentlicht:
https://arxiv.org/abs/2608.00127