Dienstag, 21. November 2017


Multiple Sklerose: Hilfe bei Blasen- und Darmstörungen

DMSG-Broschüre benennt Ursachen und informiert über Diagnose und moderne Therapien

Hannover, (lifePR) - Funktionsstörungen von Blase und Darm können die Lebensqualität von MS-Erkrankten erheblich beeinträchtigen. Aus Scham ziehen sich viele Betroffene zurück und verlassen die Wohnung nur noch, wenn sie wissen, wo sich die nächste Toilette befindet. Die Folge: Soziale Kontakte bleiben auf der Strecke. Das muss nicht sein. Blasen- und Darmstörungen bei MS lassen sich mit Medikamenten und Hilfsmitteln in den allermeisten Fällen so behandeln, dass die Lebensqualität erhalten bleibt. Wie das gelingen kann, zeigt die Broschüre „Blasen- und Darmstörungen bei MS“, die der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) gemeinsam mit der AMSEL, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg, herausgegeben hat.

Viele MS-Erkrankte kennen das Problem: Die Blase gehorcht nicht mehr. Laut Erhebungen im Rahmen des Deutschen MS-Registers entwickeln schätzungsweise 75 bis 80 Prozent der Menschen mit MS im Verlauf der Erkrankung eine sogenannte neurogene Blasenfunktionsstörung. 40 bis 70 Prozent haben Probleme mit der Darmentleerung, leiden an Verstopfung oder - seltener - an Stuhlinkontinenz. Die gute Nachricht: Es gibt Hilfsmittel, die es erlauben, weiter ein unabhängiges, mobiles Leben zu führen. Wichtig ist, den ersten Schritt zu wagen und sich Unterstützung zu suchen - beim Facharzt und anhand der in der Broschüre anschaulich vorgestellten Behandlungsoptionen.

Die neue DMSG-Publikation soll Mut machen, die Scham zu überwinden und zeigt Möglichkeiten auf, Blasen- und Darmstörungen in den Griff zu bekommen, um die Freude am Leben zurückzugewinnen.

In zehn Kapiteln werden Ursachen, medizinische Zusammenhänge und Therapie von neurogenen Blasen- und Darmstörungen erklärt - vom ganzheitlichen Ansatz, kombiniert aus Verhaltenstraining, Ernährung, Bewegung und Massagen über Medikamente bis hin zu modernen Hilfsmitteln für den Alltag und unterwegs. Neben Informationen zur Behandlung, Diagnose und praktischen Hinweisen kommen Betroffene zu Wort, die berichten, welche Maßnahmen ihnen geholfen haben.

Ihnen gilt ebenso ein herzliches Dankeschön wie dem Neuro-Urologen Prof. Dr. med. Arndt van Ophoven, dem Neurologen Dr. med. Martin Rösener und der MS-Krankenschwester Mechthild Zeh für die fachliche Begleitung und Mitarbeit an der Broschüre sowie der DAK Gesundheit und der Deutschen Multiple Sklerose Stiftung (DMS) für die Übernahme der Kosten für Druck und Layout.
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Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Der DMSG-Bundesverband e.V., 1952/1953 als Zusammenschluss medizinischer Fachleute gegründet, vertritt die Belange Multiple Sklerose Erkrankter und organisiert deren sozialmedizinische Nachsorge.
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft mit Bundesverband, 16 Landesverbänden und derzeit 900 örtlichen Kontaktgruppen ist eine starke Gemeinschaft von MS-Erkrankten, ihren Angehörigen, 4.230 engagierten ehrenamtlichen Helfern und 245 hauptberuflichen Mitarbeitern. Insgesamt hat die DMSG 45.000 Mitglieder.
Mit ihren umfangreichen Dienstleistungen und Angeboten ist sie heute Selbsthilfe- und Fachverband zugleich, aber auch die Interessenvertretung MS-Erkrankter in Deutschland. Schirmherr des DMSG-Bundesverbandes ist Christian Wulff, Bundespräsident a.D.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und auch zur Beeinträchtigung von Sinnesorganen führt.
In Deutschland leiden rund 130.000 Menschen an MS. Nach neuesten Zahlen des Bundesversicherungsamtes sind es möglicherweise deutlich mehr MS-Erkrankte. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit nicht genau bekannt.
MS ist keine Erbkrankheit, allerdings spielt offenbar genetische Veranlagung eine Rolle. Zudem wird angenommen, dass Infekte in Kindheit und früher Jugend für die spätere Krankheitsentwicklung bedeutsam sind. Welche anderen Faktoren zum Auftreten der MS beitragen, ist ungewiss.
Die Krankheit kann jedoch heute im Frühstadium günstig beeinflusst werden.
Weltweit sind schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen an MS erkrankt.

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