Key Facts
- Deutschland: 13 digitale Vermögensverwaltungen, Capitalo Score von 68 bis 89 von 100 Punkten
- Österreich: 5 Angebote, Capitalo Score von 50 bis 85 von 100 Punkten
- Gesamtkosten pro Jahr inkl. Fondskosten: Deutschland ab 0,56 %, Österreich ab 0,87 %, je nach Anbieter und Strategie über 1 %
- Einstieg: Sparpläne ab 1 Euro (Ginmon) bis 100 Euro im Monat, Mindestanlage bis 10.000 Euro (DADAT, Österreich)
- Steuer: Alle 18 Angebote führen die Abgeltungsteuer bzw. KESt automatisch ab
- Bewertung: Capitalo Score mit sechs Kategorien und 100 Punkten, die Rendite zählt nicht mit
- Zum Vergleich: https://www.capitalo.de/vermoegensverwaltung und https://www.capitalo.at/vermoegensverwaltung
Im Robo-Advisor Vergleich von Capitalo für Deutschland führt quirion mit 89 von 100 Punkten vor growney (86) und Whitebox (84). Die niedrigsten Gesamtkosten hat Whitebox mit 0,35 Prozent Pauschalgebühr und 0,21 Prozent Fondskosten, zusammen 0,56 Prozent. Am oberen Ende liegt ING Smart Invest mit 0,75 Prozent Servicegebühr und je nach Strategie 0,12 bis 0,42 Prozent Fondskosten, mit dem Mittelwert zusammen 1,02 Prozent. Bei 25.000 Euro Anlage sind das 140 Euro beziehungsweise 255 Euro im Jahr. Auch bei growney und Raisin hängen die Fondskosten von der Strategie ab. Persönliche Beratung ist teils an teurere Pakete gebunden, bei quirion an das Paket Premium mit 0,84 Prozent Servicegebühr.
Österreich: Steuereinfach ist Standard, die Kosten liegen höher
In Österreich führt froots mit 85 von 100 Punkten vor Scalable Wealth (80) und dem Savity Weltportfolio (68). Die niedrigsten Gesamtkosten hat Scalable Wealth mit 0,75 Prozent Gebühr und 0,12 Prozent Fondskosten im Weltportfolio Klassisch, zusammen 0,87 Prozent. Bei der DADAT Online-Vermögensverwaltung sind es 1,45 Prozent. Bei 25.000 Euro Anlage entspricht das 217,50 beziehungsweise 362,50 Euro im Jahr. Der Erste Bank Invest Manager berechnet 1,20 Prozent Verwaltungsgebühr, dazu kommen Fondskosten je nach Anlagemix. Alle fünf Angebote sind steuereinfach, Scalable Wealth seit Oktober 2026 über seine Wiener Niederlassung. Eine KESt-freie Variante über einen Vorsorge-Mantel bietet im Vergleich nur froots an.
DISQ-Servicestudie: Service und Gesamtpaket sind zweierlei
Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat im Auftrag von ntv zwölf Robo-Advisors untersucht, sieben von Banken und fünf von Fintechs (Veröffentlichung 9. Oktober 2026). Elf von zwölf erhielten das Urteil „sehr gut“, die Bankangebote lagen mit 85,3 Punkten knapp vor den Fintechs mit 84,3 Punkten. Bewertet wurden Internetauftritt, Information und Einstieg sowie Nutzungserlebnis, nicht Kosten oder Rendite. Als Schwächen nennt das DISQ die Abfrage persönlicher Anlageziele und eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten.
Acht der zwölf untersuchten Anbieter stehen auch im Robo-Advisor Vergleich von Capitalo. Die Ergebnisse decken sich teilweise: growney, bei den Fintechs auf Servicerang 1, liegt im Capitalo Score auf Platz 2. Cominvest, bei den Banken auf Servicerang 1, liegt im Capitalo Score mit 68 Punkten auf Platz 13, vor allem wegen 0,98 Prozent Gesamtkosten und 3.000 Euro Mindestanlage. Laut Capitalo Finanzservices ergänzt eine Servicestudie den Kostenvergleich, ersetzt ihn aber nicht.
Robo-Advisor, Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan im Vergleich
Ab 1. Januar 2027 startet in Deutschland das Altersvorsorgedepot als Nachfolger der Riester-Rente (Altersvorsorgereformgesetz, BGBl. 2026 I Nr. 156). Damit stehen Anleger vor drei Wegen in ETFs: (Tabelle Robo-Advisor, Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan im Vergleich)
Die Produktrendite hängt bei allen drei Wegen vom Kapitalmarkt ab und ist nicht garantiert. Planbar sind die Kosten: In einer Beispielrechnung von Capitalo mit 1.800 Euro Einzahlung pro Jahr, 6 Prozent Rendite vor Kosten und 30 Jahren Laufzeit wachsen die Einzahlungen bei 0,2 Prozent Kosten auf rund 137.000 Euro, bei 1,0 Prozent auf rund 120.000 Euro. Zulagen und Steuern sind dabei nicht berücksichtigt, eine Prognose ist das nicht. In Österreich gibt es kein Altersvorsorgedepot. Dort übernimmt bei froots der Vorsorge-Mantel einen Teil dieser Rolle, mit Versicherungssteuer statt KESt und 15 Jahren Mindestlaufzeit bei Einmalzahlung.
Experten-Einschätzung
„Ein Robo-Advisor nimmt Anlegern die Entscheidungen ab, und dafür zahlen sie in Deutschland ab 0,56 Prozent im Jahr, je nach Anbieter und Strategie auch über 1 Prozent“, sagt Alexander Senger, Diplom-Finanzfachwirt (FH) und Geschäftsführer der Capitalo Finanzservices GmbH. „Wer in Deutschland für die Rente spart und förderberechtigt ist, sollte ab 2027 zuerst das Altersvorsorgedepot prüfen. Für Geld, das vorher verfügbar bleiben soll, bleiben Robo-Advisor und ETF-Sparplan die Wahl, und dort entscheiden die Gesamtkosten über Jahrzehnte mehr als ein Punkt im Service.“
Hinweis: Markteinordnung, keine Anlageberatung. Wertpapiere und ETFs unterliegen Kursschwankungen bis zum möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Konditionen: Anbieterangaben, Oktober 2026. Bewertung: Capitalo Score. Servicedaten: DISQ im Auftrag von ntv (9. Oktober 2026). Angaben zum Altersvorsorgedepot nach Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 156) und BMF; Anbieterkonditionen stehen bis zur Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern aus.