lifePR
Pressemitteilung BoxID: 685603 (Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH)
  • Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
  • Rudolf-Buchheim-Straße 8
  • 35392 Gießen
  • http://www.ukgm.de
  • Ansprechpartner
  • Ulrich Koehler
  • +49 (6421) 586-4962

Zu wenig Schlaf bei Oberstufenschülern

Untersuchung zu Schlafgewohnheiten und Gesundheit

(lifePR) (Gießen, ) Ausreichender und erholsamer Schlaf ist wesentliche Grundlage für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Wie sieht es damit bei Jugendlichen aus? Dieser Frage sind Prof. Ulrich Koehler, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am UKGM Marburg und Prof. Manfred Betz von Fachbereich Gesundheit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) nachgegangen. Untersucht wurden 555 Oberstufenschüler und -Schülerinnen im Alter von 15 bis 22 Jahren mit Hilfe standardisierter Fragebögen.

Generell haben Jugendliche oft  aufgrund entwicklungs- und lebensstilbedingter Faktoren  ein massives Schlafdefizit. Das ließ sich auch bei den befragten Oberstufenschülern feststellen. Im Mittel schliefen diese während der Woche nur 6:52 Stunden, fast jeder Zehnte weniger als sechs Stunden. Entsprechend fühlte sich nur jeder Fünfte morgens erholt und leistungsfähig. Drei Viertel wünschen sich, länger zu schlafen, ein eindeutiges Indiz für unzureichenden Schlaf. „Diese Daten sprechen dafür, dass ein großer Teil der jungen Leute einen deutlichen Schlafmangel innerhalb der Woche aufweist“, so Prof Koehler.

Der fehlende Schlaf beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit am Tag: Rund 70 Prozent der Schüler fühlen sich tagsüber oft nicht ausgeruht und leistungsfähig. Am Wochenende versuchen die Jugendlichen ihr Schlafdefizit auszugleichen. Sie schlafen im Durchschnitt zwei Stunden und 15 Minuten länger als während der Woche. Das „Nachholen von Schlaf“ ist allerdings nur kurzfristig und in sehr begrenztem Rahmen möglich. Zudem kommt, dass viele am Wochenende im Mittel zwei Stunden später ins Bett gehen. Durch diesen veränderten Rhythmus von schlafen gehen und aufstehen wird die innere Uhr irritiert. Langfristig kann eine solche Störung des 24-Stunden-Rhythmus die Gesundheit beeinträchtigen.

Vergleicht man Schüler mit ausreichendem und gutem Schlaf mit ihren Altersgenossen, die wenig und schlecht schlafen, gibt es deutliche Unterschiede hinsichtlich Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Ausgeschlafene Jugendliche sind körperlich gesünder, haben weniger psychische Beschwerden und sind leistungsfähiger. Insgesamt haben sie ein deutlich höheres Wohlbefinden.

Mögliche Ursachen für schlechten Schlaf sind Stress und eine intensive Nutzung digitaler Medien: Schüler mit schlechtem Schlaf haben deutlich öfter Zeitdruck, fühlen sich häufiger überlastet und erleben weniger soziale Unterstützung als gute Schläfer. Zudem nutzen sie ihr Smartphone knapp eine Stunde länger am Tag (schlechte Schläfer: 181 Min., gute Schläfer: 125 Min.).

„Schüler, die ausreichend und gut schlafen, sind gesünder und leistungsfähiger als Gleichaltrige mit zu wenig und schlechtem Schlaf. Da Dreiviertel der Schüler ein mehr oder weniger großes Schlafdefizit aufweisen, sind Gesundheitsfördermaßnahmen zum Thema Schlaf sinnvoll und notwendig“, ist das Fazit von Prof. Betz.

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) mit seinen 86 Kliniken und Instituten an den beiden Standorten Gießen und Marburg ist das drittgrößte Universitätsklinikum Deutschlands. Seit Februar 2006 trägt die RHÖN-KLINIKUM AG zu 95 Prozent die Verantwortung als Betreiber dieses ersten privatisierten Universitätsklinikums in der bundesdeutschen Geschichte und hat seitdem über 614 Millionen Euro an Eigenmitteln dort investiert. Die rund 9.900 Beschäftigten versorgen jährlich rund um die Uhr über 96.500 stationäre und 402.500 ambulante, sprich insgesamt über 499.000 Patienten. In Gießen und Marburg stehen 2.395 Betten und 57 Operationssäle für modernste Diagnostik und umfassende Therapie und Behandlung auf internationalem Niveau zur Verfügung. Mehr zu uns finden Sie im Internet unter www.ukgm.de und www.ukgm.info