Starker Rückgang der privaten Neuwagenkäufe im Januar

(lifePR) ( Stuttgart, )
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- Anstieg der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland abermals allein auf steigende gewerbliche Zulassungen zurückzuführen
- Neuwagenkäufe privater Verbraucher sinken um 9 Prozent

Peter Fuß, Partner bei EY: "Der deutsche Neuwagenmarkt ist im Januar dank der investitionsfreudigen Unternehmen leicht - um 2,7 Prozent - gestiegen. Bemerkenswert ist dabei der starke Anstieg der gewerblichen Zulassungen, die um 9 Prozent zulegten und mit 145.400 den höchsten Wert seit mindestens 2007 erreichten 1.

Gleichzeitig gingen aber die privaten Zulassungen ebenfalls um 9 Prozent zurück und lagen mit gut 65.900 nahe an dem bisherigen Tiefstand, der im Jahr 2013 erreicht worden war (65.040).

Angesichts der eigentlich überaus günstigen Rahmenbedingungen fiel der Jahresauftakt damit relativ schwach aus: Die Beschäftigung ist auf Rekordniveau, die Reallöhne steigen, Niedrigzinsen verleiten zum Geldausgeben und machen Sparen unattraktiv. Entsprechend ist die Konsumlaune der Deutschen so gut wie lange nicht. Obendrein entlastet der stark gesunkene Öl- bzw. Benzinpreis die Haushaltskassen.

Auch der Bedarf müsste relativ groß sein: Die Pkw auf deutschen Straßen sind mit durchschnittlich 8,8 Jahren so alt wie nie.

Für das Gesamtjahr rechnen wir mit einem Anstieg der Neuwagenkäufe um etwa 3 Prozent. Allerdings könnte eine Eskalation der Eurokrise die Kauflaune der Konsumenten und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen schnell wieder eintrüben: Seit der Griechenland-Wahl steht dieses Thema wieder weit oben auf der politischen Agenda in Europa.

Hinzu kommt, dass sich die weltweiten Konjunkturaussichten in den vergangenen Monaten - trotz des Preissturzes beim Öl - deutlich eingetrübt haben, während gleichzeitig die Volatilität an den Märkten gestiegen ist. Die massiven Schwankungen - sowohl beim Ölpreis als auch bei den Wechselkursen - führen zu einer erheblichen Verunsicherung bei den Unternehmen, die sich auch in einer sinkenden Investitionsbereitschaft niederschlagen könnte.

Private Neuwagenkäufe waren schon 2014 auf Rekord-Tiefstand gesunken

Schon im Jahr 2014 waren die privaten Neuwagenkäufe auf den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2000 2 gesunken. Zu Beginn der Nullerjahre lag die Zahl der privaten Neuwagenkäufe noch regelmäßig über 1,6 Millionen, um seitdem - mit Ausnahme des Abwrackprämienjahres 2009 - deutlich zu sinken. Im Jahr 2014 schließlich wurden nur noch etwa 1,1 Millionen Pkw auf private Halter zugelassen.

Auch der Anteil der privaten Neuwagenkäufe an den gesamten Neuzulassungen in Deutschland erreichte mit 36,2 Prozent im Jahr 2014 einen neuen historischen Tiefstand. Zum Vergleich: 2013 lag er bei 37,9 Prozent, im Jahr 2000 wurde sogar noch gut jeder zweite Pkw auf private Halter zugelassen.

Die Gründe für die Kaufzurückhaltung der Deutschen sind vielfältig: Die steigende Qualität und damit Lebensdauer der Autos sorgen für einen sinkenden Ersatzbedarf. Und auch das Aufkommen zusätzlicher Mobilitätsangebote wie Car-Sharing oder Fernbusse sorgen für eine sinkende Attraktivität des eigenen Pkw - gerade unter Jüngeren und Stadtbewohnern. Zusätzlich dürfte die steigende Zahl von Dienstwagen eine Rolle spielen, die zumeist auch privat genutzt werden. Und hinzu kommen die Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern, die anschließend als junge Gebrauchte auf den Markt drängen".


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