Samstag, 10. Dezember 2016


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Deutsche Marken wachsen in Russland schneller als der Markt

VDA gründet Qualitäts-Management-Center in Moskau / Chancen für Zulieferer / Im Premiumbereich mit 60 Prozent führend / Nutzfahrzeuggeschäft legt zu

(lifePR) (Moskau/Frankfurt am Main, ) Die deutschen Automobilhersteller legen auf dem Wachstumsmarkt Russland ein besonders hohes Tempo vor: Während der Gesamtmarkt 2008 voraussichtlich um ein Viertel auf 3,1 Mio. Einheiten steigt, wird der Absatz deutscher Pkw-Modelle sprunghaft um rund ein Drittel auf 465.000 Einheiten zunehmen. "Damit haben die deutschen Hersteller ihren Marktanteil auf dem russischen Markt gegenüber dem Jahr 2004 nahezu verdreifacht. Jeder siebte Neuwagen, der derzeit in Russland zugelassen wird, ist eine deutsche Konzernmarke", betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) anlässlich des Moscow International Automobile Salon (MIAS)/Interauto. Der VDA ist dort mit 14 Ausstellern - darunter Benteler, Brose und die Schaeffler-Gruppe - auf einem Gemeinschaftsstand vertreten und wird zu Schulungszwecken ein Qualitäts-Management-Center (QMC) in Moskau gründen, das zum Jahresende seine Arbeit aufnimmt.

Auch in den kommenden Jahren sei mit einem hohen Wachstum zu rechnen, unterstrich Wissmann. So will allein Volkswagen in diesem Jahr in seinem russischen Werk in Kaluga - dort wird seit November 2007 produziert - rund 66.000 Fahrzeuge (VW Passat, Jetta, Tiguan sowie die Skoda-Modelle Octavia und Fabia) bauen. Die Jahreskapazität ist auf 150.000 Einheiten ausgelegt. Zu den Messepremieren in Moskau zählt der VW Tiguan, der möglichst frühzeitig in den russischen Markt eingeführt werden soll. BMW ist seit 1999 in Kaliningrad mit eigener Fertigung der 3er- und 5er-Modelle präsent, Ford produziert den Focus seit 2002 in St. Petersburg.

Sehr dynamisch entwickelt sich auf dem russischen Markt das Premiumsegment, das seinen Anteil seit 2005 von 16,4 Prozent auf 23,5 Prozent erhöhte. Dabei haben die deutschen Premiummarken deutlich stärker zugelegt: Mercedes steigerte seinen Pkw-Absatz im vergangenen Jahr um 65 Prozent, BMW legte um 55 Prozent zu, Audi um 52 Prozent. Die deutschen Marken sind auf dem russischen Premiummarkt mit einem Anteil von 60 Prozent klar führend. Welche Bedeutung Russland als Automobilmarkt mittlerweile hat, wird auch daran deutlich, dass BMW kürzlich erstmals die Weltpremiere eines neuen Modells (7er BMW) auf dem Roten Platz in Moskau durchführte. BMW hat im ersten Halbjahr 2008 den Absatz auf dem russischen Markt um ein Drittel gesteigert, Audi und Mercedes-Benz jeweils um rund 20 Prozent, wobei die neue C-Klasse um 160 Prozent zulegte. Daimler bringt jetzt zusätzlich die A- und B-Klasse auf den russischen Markt und stellt auf der Moskauer Messe das neue GLK-Modell vor. Wissmann: "Diese Beispiele zeigen, dass die deutschen Hersteller den russischen Pkw-Markt offensiv mit ihrer attraktiven Produktpalette bedienen und ihre Position insbesondere im Premiumsegment konsequent weiter ausbauen."

Russland biete mit seinen über 140 Mio. Einwohnern ein enormes Nachfragepotenzial. Die Motorisierung der breiten Bevölkerung habe gerade erst begonnen: Während in Deutschland über 500 Autos auf 1.000 Einwohner kommen, sind es in Russland nur 200. Die Erneuerung des Pkw-Bestands wird auch dadurch unterstützt, dass die russische Regierung die Einführung anspruchsvoller Abgasnormen beschlossen hat: Seit 2006 ist Euro-2 verbindlich, in diesem Jahr kommt Euro-3 mit wesentlich höheren Technikanforderungen, 2010 steht Euro-4 an, zwei Jahre später Euro-5. "Diese strengen Abgasnormen führen zu zusätzlichen Investitionen und bieten gerade deutschen Herstellern und Zulieferern gute Wachstumschancen", unterstrich der VDA-Präsident.

Deutsche Qualität genieße in Russland hohe Anerkennung. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Zulieferern aus Deutschland werde intensiviert. So steckt mehr und mehr deutsche Qualität in russischen Produkten: Allein im letzten Jahr sind die Lieferungen von Teilen und Zubehör aus Deutschland um 30 Prozent auf über 1,5 Mrd. Euro gestiegen. Vor fünf Jahren lag dieser Wert bei nur 370 Mio. Euro. Auch die künftigen Wachstumsperspektiven sind vielversprechend: Der russische Teilemarkt wird bis zum Jahr 2012 um 50 Prozent auf 9 Mrd. Euro zulegen, ähnlich hohe Wachstumsraten werden für den Ersatzteilmarkt erwartet.

Die Steigerung der Produkt- und Prozessqualität von Zulieferern ist gerade auf dem russischen Wachstumsmarkt von entscheidender Bedeutung. Der VDA gründet daher in Moskau ein Qualitäts-Management-Center (QMC), das Ende des Jahres seine Arbeit aufnehmen wird. Nach russischem Recht müssen alle ausländischen Hersteller und Zulieferer den Anteil ihrer Lieferanten vor Ort erhöhen, da ansonsten Zollvergünstigungen nicht gewährt werden. Wissmann: "Da unsere Hersteller und Zulieferer auch auf dem russischen Markt Lieferanten benötigen, die den weltweit hohen Qualitätsansprüchen unserer Marken genügen, werden im QMC Moskau künftig Mitarbeiter entsprechend den gemeinsam zwischen Herstellern und Zulieferern im VDA-QMC in Deutschland erarbeiteten Standards und Richtlinien geschult. Unser Motto lautet: 'Premiumqualität nicht nur im Premiumsegment'."

Die deutschen Zulieferer sind auf vielfältige Weise in Russland vertreten. So beliefert der deutsche Filterspezialist Mann+Hummel seit Ende 2007 russische Kunden mit den ersten Produkten - einem Kraftstoffvorfilter - aus seinem Werk in Saratov. Der deutsche Zulieferer Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge hat mit dem russischen Lkw-Hersteller Kamaz ein Joint-Venture zur Produktion von Lkw-Bremssystemen geschlossen und plant, den Umsatz in Russland von derzeit 30 Mio. Euro bis 2012 auf ein dreistelliges Niveau zu erhöhen. ZF wird sein Montagewerk, das es gemeinsam mit Kamaz in der russischen Teilrepublik Tartastan betreibt, bis zum Jahr 2010 kräftig ausbauen. Kamaz hat angekündigt, alle seine Fahrzeuge mit ZF-Getrieben auszustatten. Der Bosch-Konzern ist seit 1904 in Russland präsent und hat seinen dortigen Umsatz im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf knapp 600 Mio. Euro gesteigert. Im Jahr 2010 wird ein Umsatzvolumen von 1 Mrd. Euro angepeilt. Im Laufe des kommenden Jahres plant das Unternehmen, nun auch Dieselkomponenten für Nutzfahrzeuge zu fertigen, zunächst im Bosch-Werk in Engels an der Wolga. Bosch trägt dem rasanten Wachstum des Unternehmens in der Region mit einem neuen Hauptsitz in Moskau Rechnung, allein dafür werden 150 Mio. Euro investiert.

Auch als Nutzfahrzeugmarkt ist Russland von großer strategischer Bedeutung, er gehört zu den weltweit wachstumsstärksten und ist absolutes Schwergewicht beim Absatz von Lkw über 6 t in Osteuropa. In den letzten fünf Jahren stieg der Absatz von mittleren und schweren Lkw um 127 Prozent; allein im vergangenen Jahr wurde ein sprunghaftes Wachstum von 48 Prozent auf gut 152.000 Einheiten verzeichnet.

Dabei konnte MAN, das den russischen Markt von seinem Werk in Krakau/Polen aus bedient und im 4. Quartal 2007 mit rund 29 Prozent Marktführer bei den westeuropäischen Importeuren war, den Absatz im letzten Jahr auf knapp 4.500 Lkw über 6 t nahezu verdreifachen. Iveco steigerte seine Exporte nach Russland von schweren Lkw über 16 t, die in Deutschland produziert werden, im vergangenen Jahr um über 300 Prozent.

Anders als auf dem Pkw-Markt verfügen die russischen Anbieter bei Nutzfahrzeugen nach wie vor über eine starke Position, ihr Marktanteil beträgt 61 Prozent. Jeder vierte neue Lkw über 6 t, der in Russland zugelassen wird, kommt vom Marktführer Kamaz. Daimler prüft derzeit eine Beteiligung an Kamaz, bei der sowohl Entwicklungs-, als auch Produktions- und Vertriebs-Know-how der beiden Unternehmen einfließen könnte. Daimler Trucks erhöhte seinen Absatz im vergangenen Jahr in Russland um 58 Prozent. Wissmann betonte: "Auch die deutschen Nutzfahrzeugmarken sind auf dem russischen Markt gut aufgestellt und nutzen offensiv die Chancen, die sich hier bieten."

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