Montag, 11. Dezember 2017


Ohne Fairness keine Nachhaltigkeit

Fairtrade auf der BioFach-Messe 2010

Nürnberg, (lifePR) - Zur Eröffnung der BioFach 2010 begrüßte TRANSFAIR das Jahresthema "Organic + Fair" und appellierte an Hersteller und Händler von Lebensmitteln, Kleidung und Kosmetika, die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte von Nachhaltigkeit noch stärker in den Blick zu nehmen: "Es kann keine Nachhaltigkeit auf dieser Welt geben ohne Fairness," erklärte Geschäftsführer Dieter Overath auf der Eröffnungspressekonferenz.

Umweltschutz durch Armutsbekämpfung

Klimawandel und Ernährungssicherung sind die großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte - sie können nur gemeinsam gelöst werden: Hunger und Armut verhindern vielfach Maßnahmen zum Umweltschutz. Gleichzeitig wirkt sich der Klimawandel besonders negativ auf Kleinbauern in Entwicklungsländern aus, die mit rund 500 Millionen die Hälfte der Hungernden weltweit ausmachen.

Fairtrade fördert eine nachhaltige ländliche Entwicklung

Der Faire Handel legt einen Fokus auf die kleinbäuerliche Landwirtschaft, aus der rund 75 Prozent aller Fairtrade-Produkte stammen. Das Fairtrade-Siegel garantiert die Einhaltung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Standards. Mindestpreise und Fairtrade-Prämien, langfristige Lieferbeziehungen und Vorfinanzierung schaffen höhere, stabilere Einkommen und führen zu einer deutlichen Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation der Menschen vor Ort. Es entstehen neue Arbeitsplätze auch für die jüngeren Generationen und Landflucht wird verhindert. Unabhängige Wirkungsstudien belegen die positiven Auswirkungen des Fairen Handels auf die teilnehmenden Produzentenorganisationen, ihre Gemeinden und Regionen.

Umweltkriterien sorgen parallel für eine kontinuierliche Reduktion von chemischen und synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, den Verzicht auf Brandrodung oder Gentechnik, Maßnahmen zum Schutz von Gewässern und Vegetationsgebieten und zum nachhaltigen Umgang mit Wasser, Müll und Energie. Die Einhaltung dieser Kriterien ist für viele Produzenten der erste Schritt Richtung Biolandbau.

Fairtrade als Voraussetzung für "Bio"

Gerade in armen Regionen ist die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation oft die Voraussetzung für die Umstellung auf Biolandbau. Die Finanzierung der Bio-Zertifizierung wird von vielen Produzentengruppen mit den Fairtrade-Prämien finanziert. Fairtrade unterstützt die Produzenten darüber hinaus durch kostenlose Schulungen und Beratungen und fördert die Umstellung anschließend durch zusätzliche Preisaufschläge für zertifizierte Bioprodukte. Mit Erfolg: International sind über ein Drittel, in Deutschland sogar zwei Drittel der Fairtrade-Produkte auch bio-zertifiziert.

Fairtrade und "Bio" in Deutschland - Fakten und Neuheiten

Annähernd alle Fairtrade-Früchte, 65 Prozent des Kaffees, 76 Prozent des Tees und der Schokolade und über die Hälfte der Süßwaren und des Kakaos sind auch Bio-zertifiziert.

Überwiegend aus konventioneller Produktion sind Fairtrade-Fruchtsäfte, -Zucker, und -Textilien, da hier bisher die Situation auf dem Weltmarkt nicht die notwendigen Voraussetzungen für eine Bio-Umstellung bietet. Aufgrund einer Steigerung des Bioanteils beim Honig der GEPA hat sich der Bioanteil beim Fairtrade-Honig fast verdreifacht.

Auf der BioFach werden viele Produkte erstmalig mit Fairtrade- und Bio-Siegel präsentiert. Beispielsweise hat der Naturkosthersteller NATURATA die komplette Schokoladen-Linie auf Fairtrade-Produktion umgestellt. Viele weitere Produktneuheiten finden Sie in unserer Online-Pressemappe zur BioFach unter www.transfair.org/....

Fairtrade-Stand auf der BioFach 2010

Erfahren Sie mehr über den zertifizierten Fairen Handel und fair gehandelte Bio-Produkte am Gemeinschaftsstand von TRANSFAIR e.V., Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) e.V. und FLO-CERT GmbH in der Halle des Jahresthemas "Organic + Fair": Halle 5, Stand 5-200d.

Das Netzwerk des Fairen Handels in Deutschland, das Forum Fairer Handel, ist ebenfalls mit einem Stand vertreten: Halle 5-200a.

Eine Liste mit Fairtrade-Partnern auf der BioFach finden Sie auf www.transfair.org.
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TransFair Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt

Als unabhängige Organisation handelt TRANSFAIR e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. TRANSFAIR wird von 36 Mitgliedsorganisationen unterstützt. Derzeit bieten in Deutschland 150 Lizenznehmer rund 1.000 Fairtrade-Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse, Kakao, Honig, Bananen, Fruchtsäfte, Eistees, Wein, Sportbälle, Reis, Rosen und Textilien aus Fairtrade-Baumwolle an. Die Fairtrade-Produkte sind in über 30.000 Supermärkten, in den Lebensmittelabteilungen der Warenhäuser, im Naturkosthandel und in allen Weltläden erhältlich. Darüber hinaus schenken rund 10.000 Kantinen, Cafés, Mensen und Hotels fair gehandelten Kaffee und andere Produkte aus.

Für die Verbindung sozialer und ökologischer Standards erhielt TRANSFAIR e.V. den "Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2009" in der Kategorie nachhaltigste Produkte/Dienstleitungen.

TRANSFAIR gründete 1997 die internationale Dachorganisation "Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) e.V.", die mit der Standardsetzung und Betreuung der Partnerorganisationen betraut ist. Weltweit profitieren rund 1,4 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen von Fairtrade (Hochrechnung für 2009). Zusammen mit ihren Familien werden mehreren Millionen Menschen durch den Handel mit Fairtrade-Produkten bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen ermöglicht. Mit der Kontrolle der Fairtrade-Standards ist die unabhängige Zertifizierungsorganisation FLO-CERT GmbH beauftragt, die der internationalen Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsorganisationen ISO 65 entspricht.

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