Samaritan’s Purse erlebt die Folgen dieser Entwicklung unmittelbar: Fast 500 Patienten wurden inzwischen in den beiden Ebola-Behandlungszentren der internationalen christlichen Hilfsorganisation versorgt, mehr als 300 von ihnen konnten bereits wieder entlassen werden. Das 60-Betten-Zentrum in Bunia ist ausgelastet, auch das 31-Betten-Zentrum im nahegelegenen Nyankunde arbeitet an seiner Kapazitätsgrenze. Deshalb werden die Behandlungskapazitäten derzeit erweitert.
„Unsere Ärzte und Pflegekräfte erleben jeden Tag, wie schwer diese Krankheit die Menschen trifft“, sagt Marina Nobiling, Vorstand von Samaritan’s Purse Deutschland. „Unsere Teams kämpfen um jedes einzelne Leben und tun gleichzeitig alles dafür, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.“
Klinische Studien zu Behandlungsmöglichkeiten der Ebola-Variante
Der aktuelle Ausbruch wird durch das Bundibugyo-Virus verursacht, eine seltene Variante des Ebola-Virus. Nach Angaben der WHO handelt es sich um den bislang am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch. Besonders betroffen ist der Osten der Demokratischen Republik Kongo.
Samaritan’s Purse eröffnete Mitte Juni zwei Ebola-Behandlungszentren in Bunia und Nyankunde. Mehr als 60 internationale Katastrophenhelfer der Organisation sind derzeit im Osten des Landes im Einsatz.
Die Arbeit in den Ebola-Behandlungszentren stellt auch die medizinischen Teams vor besondere Herausforderungen. Bei hohen Temperaturen versorgen Ärzte und Pflegekräfte die Patienten in vollständiger persönlicher Schutzausrüstung. Das An- und Ablegen der Schutzkleidung folgt strengen Sicherheitsabläufen, um eine Ansteckung der Mitarbeiter und eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.
Der Standort in Bunia wurde zudem für klinische Studien zu Behandlungsmöglichkeiten gegen die Bundibugyo-Variante ausgewählt.
Mehr als 350.000 Menschen mit Präventionsarbeit erreicht
Neben der medizinischen Versorgung setzt Samaritan’s Purse verstärkt auf Aufklärung und Prävention. Mehr als 350.000 Menschen wurden inzwischen mit Informationen über Übertragungswege und Schutzmaßnahmen erreicht. Über 160 Handwaschstationen wurden eingerichtet. Zusätzlich informieren Radiospots die Bevölkerung darüber, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen kann.
Die Organisation verfügt über langjährige Erfahrung im Kampf gegen Ebola und war unter anderem während der großen Ebola-Epidemie 2014 in Westafrika sowie beim Ausbruch 2018 in der Demokratischen Republik Kongo im Einsatz.
„Jeder Genesene, der das Krankenhaus verlassen kann, gibt uns Hoffnung. Die Situation bleibt aber äußerst ernst“, sagt Nobiling. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Erkrankten und ihren Familien, aber auch bei den Ärzten, Pflegekräften und allen Mitarbeitern, die Tag für Tag im Einsatz sind.“