Seit März ist die 33-jährige Sozialpädagogin mit ihrem individuell angepassten Paravan Hyundai Staria selbstständig unterwegs. Für sie bedeutet das weit mehr als nur Autofahren: mehr Freiheit im Alltag, mehr Unabhängigkeit und die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wann und wohin sie fahren möchte. „Jetzt kann ich einfach sagen: Ich setze mich ins Auto und fahre los“, sagt Marina. „Mobilität bedeutet für mich Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.“
2024 absolvierte Marina ihre Führerscheinausbildung bei der Paravan Fahrschule in Aichelau. Gefahren wurde damals in einem Peugeot Traveller mit dem elektronischen Fahr- und Lenksystem Space Drive. Gesteuert wird das Fahrzeug über zwei Joysticks: Mit der linken Hand bedient Marina Gas und Bremse, mit der rechten lenkt sie das Fahrzeug.
Mit Respekt an die neue Mobilität
Die ersten Fahrstunden waren für Marina ungewohnt. Viel neue Technik, ein großes Fahrzeug und komplett neue Abläufe. „Ich war erst einmal im positiven Sinne erschlagen“, erinnert sie sich. Schritt für Schritt tastete sie sich an die neue Situation heran und gewann zunehmend Vertrauen in das Fahrzeug und die Technik. „Die Freude war von Anfang an groß – aber auch mit viel Respekt verbunden“, sagt Marina. „Ich bin sehr bedacht gefahren, weil es sehr anspruchsvoll war.“
Vor allem für die feinen Bewegungen der Joystick-Lenkung habe sie zunächst ein Gefühl entwickeln müssen. Ihr Anspruch sei nie gewesen, sofort alles perfekt zu beherrschen. Stattdessen wollte sie sich bewusst Zeit nehmen, Erfahrungen sammeln und langsam Routine entwickeln. Mit jeder Fahrstunde wurde die neue Mobilität selbstverständlicher. Im Mai 2024 hielt Marina schließlich ihren Führerschein in den Händen. Danach begann bereits die nächste Etappe: die Wahl des passenden Fahrzeugs, Antrag bei dem Kostenträger stellen und die Planung des individuellen Fahrzeugumbaus.
Individueller Fahrzeugumbau für maximale Selbstständigkeit
Die Entscheidung fiel auf einen Hyundai Staria. Ausschlaggebend war vor allem das großzügige Platzangebot, denn Marina muss im Alltag zwei Rollstühle transportieren. Gleichzeitig spielten moderne Assistenzsysteme und zusätzliche Sicherheitsfunktionen bei der Fahrzeugwahl eine wichtige Rolle. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugte sie. Anschließend begann die individuelle Anpassung des Fahrzeugs an ihre persönlichen Bedürfnisse. Denn Marina lebt mit Kleinwuchs und Glasknochen. Mit einer Körpergröße von 85 Zentimetern ist sie eine der kleinsten Paravan Kundinnen.
Schritt für Schritt entstand ein Fahrzeug, das präzise auf Marinas Anforderungen und ihren Alltag abgestimmt wurde. Über den Paravan Kassettenlift gelangt Marina mit ihrem Rollstuhl ins Fahrzeug. Anschließend setzt sie über die Transferkonsole auf den speziell angepassten Fahrersitz um und fährt direkt vor das Lenkrad. Gesteuert wird der Hyundai Staria über das elektronische Fahr- und Lenksystem Space Drive mit zwei Joysticks – Gas und Bremse links, die Lenkung rechts.
Das Fahrzeug wurde dabei bis ins Detail auf Marinas Anforderungen abgestimmt. Über Paravan Touch lassen sich die Sekundärfunktionen des Fahrzeuges einfach bedienen. Ein Bleeper unterstützt Marina bei den wichtigsten Funktionen wie Blinker oder Scheibenwischer. Zusätzliche Kamerasysteme unterstützen Marina beim Blick in den toten Winkel, da sie keinen klassischen Schulterblick machen kann. Besonders wichtig war zudem die speziell angepasste Sitzlösung. Gemeinsam mit mannl + hauck Orthopädie- und Rehatechnik entstand eine individuell angefertigte Sitzschale, die Marina den nötigen Halt und eine sichere Sitzposition beim Fahren ermöglicht. Dank Isofix-Halterungen kann die Sitzschale flexibel sowohl auf Fahrer- als auch Beifahrersitz genutzt werden. Elektrische Armlehnen erleichtern zusätzlich das Umsetzen.
Erste Zwischenanpassungen fanden bereits im Juli 2025 statt. Im Laufe der weiteren Anpassungen wurde das Fahrzeug immer wieder nachjustiert und präzise auf Marinas Alltag abgestimmt.
„Man braucht einen langen Atem, weil es so individuell ist“, sagt Marina.
Schritt für Schritt zurück zur Routine
Der Wiedereinstieg nach der längeren Fahrpause erforderte Geduld. „Nach der langen Pause war das erst einmal wieder spannend“, sagt Marina. Mit jeder weiteren Fahrt kam jedoch die Sicherheit zurück und vieles wurde vertrauter. Entscheidend sei dabei vor allem die individuelle Anpassung des Fahrzeugs gewesen.
„Mit dem direkt auf mich angepassten Fahrzeug wurde vieles deutlich leichter.“
Heute erweitert Marina ihren Radius im Alltag zunehmend selbstständig. Der tägliche Arbeitsweg gehört inzwischen genauso dazu wie spontane Termine oder Fahrten mit Freunden. Auch erste längere Strecken hat sie bereits allein zurückgelegt. „Ich bin deutlich unabhängiger geworden – so sieht in meinen Augen echte Teilhabe aus“, sagt sie. „Die selbstbestimmte Mobilität ist definitiv greifbar geworden.“ Noch fühle sich vieles „ein bisschen surreal“ an. Doch mit jeder Fahrt werde die neue Mobilität selbstverständlicher. Heute könne sie selbst entscheiden, wann sie losfährt, wohin sie fährt – und wann sie wieder zurückkommt. „Jetzt setze ich mich einfach ins Auto und fahre los.“