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Irrtümer in Sachen Feinstaub und NOx

Auch Benzinern drohen Fahrverbote in den Städten

(lifePR) (Stuttgart, )
Die Autofahrer schauen kaum noch durch, wenn es um Feinstaub, Stickoxide und Fahrverbote geht. So ist es ein Trugschluss, dass Benziner sicher sind vor Fahrverboten. Und dass alte Diesel mehr Feinstaub ausstoßen, ist auch ein gängiges Vorurteil. auto motor und sport stellt in der neuen Ausgabe die wichtigsten Irrtümer richtig.

Keine Fahrverbote für Benziner: Kurioserweise drohen in den nächsten Jahren besonders modernen Benzinern Fahrverbote. Bei Direkteinspritzern können sich durch unvollständige Vergasung des Benzins im Brennraum Tröpfchen und damit Feinstaub bilden. Deshalb geraten auch Benziner zunehmend in den Fokus von Luftreinhaltungsklagen kommen. Die Deutsche Umwelthilfe hat das schon angedroht.

Euro-5-Diesel haben ein Feinstaubproblem: Sie haben derzeit viele Probleme, aber nicht mit Feinstaub. Hier sorgt ein Partikelfilter für staubmäßig saubere Abgase. 

Euro-6-Diesel haben kein Stickoxidproblem: Nach dem alten, nur auf dem Prüfstand gemessenen Verbrauchszyklus NEFZ ist das richtig, auf der Straße gemessen gibt es sehr wohl Probleme mit Stickoxiden, kurz NOx. Auf der Straße im echten Verkehr ist die Spanne zwischen sehr sauberen Dieseln wie zum Beispiel den modernen Vierzylindern von BMW, Mercedes und VW sowie unsauberen Dieseln wie dem Fiat 500X und Renault Captur dCi riesig. Die einen unterbieten zum Teil jetzt schon auf der Straße den Prüfstandswert, die anderen liegen um mehr als den Faktor zehn darüber. 

Euro 6d-Temp brauche ich nicht: Die neue Abgasnorm gilt zwar erst ab September 2019 für Neuwagen, aber sie wird den Druck auf Dieselfahrzeuge unterhalb dieser Norm weiter erhöhen. Die Welle der Luftreinhaltungsklagen dürfte erst abebben, wenn die Emissionen unter die Grenzwerte sinken. Nur eine Euro­6d­Temp­Einstufung bietet eine hohe Zukunftssicherheit, deshalb zertifizieren die Hersteller gerade im Akkord nach. 

Notfalls kann ich einen alten Diesel nachrüsten: Theoretisch ja, aber in der Praxis gibt es Schwierigkeiten. Die Bundesregierung hat bislang keine Hardware-Nachrüstung beschlossen. Mangels einer gesetzlichen Regelung bringen die Automobilzulieferer technische Lösungen wie Bausätze für SCR­Katalysatoren nicht auf den Markt. Zudem könnten die Hersteller frühestens 2019 größere Stückzahlen liefern. Bei Autos mit sehr geringem Katalysatorbauraum wie älteren Smart CDI reicht selbst eine Hardware­Nachrüstung nicht für eine Euro­6­Einstufung. Zudem gibt es ernst zu nehmende Bedenken seitens der Autohersteller, ob ihre Dieselpartikelfilter nach Einbau eines Nachrüstsatzes weiter einwandfrei funktionieren. 

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