Das Unternehmen entwickelt und fertigt spezielle Laborsysteme, Reinräume ohne Metall und Messgeräte für verschiedene Anwendungen. Die Führungsspitze des familiengeführten Betriebs, Inhaber und Geschäftsführer Michael Keil, seine Tochter Annekathrin sowie ihr Ehemann André Walter führten die Politiker gemeinsam mit Christopher Matych durch die Produktions- und Entwicklungsbereiche. Sie präsentierten die hochspezialisierte Arbeit und die Produktpalette des Unternehmens.
Seit der Gründung 1988 hat sich das Unternehmen zu einer international bekannten Marke entwickelt. „Wir haben uns bewusst auf bestimmte Marktnischen spezialisiert", erklärte Inhaber Michael Keil. „Unser Portfolio umfasst moderne Reinraumtechnik, beispielsweise gänzlich ohne Metall, und hochpräzise Systeme zur Prüfung von Handschuhen in der Pharma- und Biotechnologieindustrie." Diese Lösungen kommen überall dort zum Einsatz, wo es um absolute Sauberkeit geht.
Besonders zeigt sich die Bedeutung dieser Technologie beim Umgang mit gefährlichen Substanzen, etwa bei der Impfstoffherstellung oder in der Zell- und Genforschung. „Dort sind intakte Handschuhe für die Prozesssicherheit der Medikamentenabfüllung essentiell, sagte Annekathrin Walter. „Um die Sicherheit zu gewährleisten, entwickeln wir diverse Ansätze sowie digitale Modelle, um Prognosen des Alterungsverhaltens und der sicheren Restnutzungszeit des Handschuhs zu bestimmen, beziehungsweise vorherzusagen wann ein Handschuh ausgetauscht werden muss", ergänzte André Walter.
Das Wachstum des Unternehmens spiegelt sich auch in der Belegschaft wider: Hatte MK Versuchsanlagen 2021 noch rund 150 Beschäftigte, arbeiten heute mehr als 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Unternehmen. Zu den Kunden zählen weltweit führende Pharmakonzerne und namhafte Universitäten.
Parallel dazu baut das Unternehmen seine internationale Präsenz strategisch aus. So wurde beispielsweise im Jahr 2019 eine Gesellschaft in den USA gegründet und 2025 ein weiterer Standort in Irland eröffnet. 2026 folgte die Gründung einer Gesellschaft in Indien. „Dadurch stärken wir unsere internationale Präsenz und erhöhen unsere Kundennähe auf den wichtigsten Pharmamärkten, erläuterte André Walter.
Mitarbeiterbindung ein Schlüssel zum Erfolg
Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg liege in der gezielten Mitarbeiterbindung, machte Annekathrin Walter deutlich: „Um Fachkräfte langfristig zu halten und neue zu gewinnen, investieren wir in ein attraktives Arbeitsumfeld. Neben modernen Sozialräumen und einer hauseigenen Kantine haben wir großzügige Außenanlagen geschaffen.“ Ein internes Ausbildungskonzept mit eigenen Ausbildungswerkstätten sichere zudem die Qualifikation des Nachwuchses und lege den Grundstein für weiteres Wachstum, ist sich die Führungsspitze sicher.
Die Geschäftsführung betonte zudem, dass die Gemeinde Mücke mit Bürgermeister Andreas Sommer und der Gemeindevertretung in allen bisherigen Standortfragen ein verlässlicher und unterstützender Partner gewesen sei. Die enge Zusammenarbeit habe wichtige Entwicklungen und Erweiterungen am Standort erst ermöglicht.
Gleichberechtigung und Kinderbetreuung: Herausforderungen im ländlichen Raum
Im Gespräch machte Annekathrin Walter zudem deutlich, dass Gleichberechtigung im Arbeitsalltag und verlässliche Kinderbetreuung entscheidende Faktoren für die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums seien.
„Gleichberechtigung beginnt im Kopf – und muss politisch ermöglicht werden. Es braucht ein gesellschaftliches Umdenken, das Rollenbilder aufbricht und schon Mädchen früh für technische Berufe begeistert. Gleichzeitig ist die Politik gefordert, Frauen sichtbar in Führung zu bringen und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen – dazu gehört unter anderem eine funktionierende Kinderbetreuung auch in kleineren Gemeinden wie Mücke. Denn Frauen sind genauso qualifiziert wie Männer, stehen aber noch immer vor strukturellen Hürden mit realen Folgen bis hin zur Altersarmut. Wirkliche Gleichberechtigung erreichen wir nur, wenn sich sowohl unsere Denkweise als auch die konkreten Rahmenbedingungen ändern.
Bürokratie als Wachstumsbremse
Ein weiteres Thema, das die Geschäftsführung deutlich ansprach, war die zunehmende Bürokratisierung. Vorgaben, die eigentlich unterstützen sollen, würden in der Praxis oft zu Hürden.
„Ob es um Erweiterungen auf dem Firmengelände oder um Förderanträge geht – der Papierkram wird immer mehr und die Prozesse immer langsamer“, kritisierte Michael Keil. „Wir wünschen uns pragmatische Lösungen, die Innovation ermöglichen, statt sie auszubremsen.“
„,MK Versuchsanlagen' zeigt, dass echter High-Tech-Erfolg nicht nur in großen Städten möglich ist, sondern auch im ländlichen Raum entstehen und weltweit wirken kann“, unterstrich Landrat Dr. Jens Mischak abschließend. Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich schloss sich diesem Eindruck an: „Unternehmen wie MK Versuchsanlagen belegen eindrucksvoll, dass Mittelhessen und der ländliche Raum keine Randlage sind – sondern ein Standort, der mit Präzision, Qualität und unternehmerischem Weitblick international Maßstäbe setzt."