Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Tim Schröder, Dekan des Fachbereichs Wirtschaft und Professor für Energiewirtschaft an der HSW, eröffnete Matthias Wunderling-Weilbier, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, die Veranstaltung mit einer Keynote. Er betonte die Bedeutung einer sicheren, bezahlbaren und klimafreundlichen Energieversorgung für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland und erläuterte aktuelle energiepolitische Herausforderungen am Beispiel Niedersachsens. „Die Energiewende ist heute eine große Chance, aber auch eine große Herausforderung. Sie entscheidet sich nicht nur in den Großstädten, sondern vor Ort. Niedersachsen verfügt bereits heute über erhebliche Potenziale und ist eines der entscheidenden Energieländer Deutschlands“, betonte Wunderling-Weilbier und weiter „Die Transformation ist keine einfache Umstellung von Energieträgern, sondern eine umfassende Umstrukturierung von Prozessen. Es gilt Versorgungsstabilität, Preisstabilität, Wettbewerbsstabilität und soziale Stabilität sicher zu stellen.
Im Anschluss widmete sich Prof. Dr. Tim Schröder dem Thema Flexibilität im Energiesystem. Er zeigte auf, welche Bedeutung flexible Erzeugungs- und Verbrauchsstrukturen für die Systemstabilität haben und wie Unternehmen durch intelligentes Energiemanagement ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. „Mit dem zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien wird Flexibilität zu einer Schlüsselressource. Unternehmen können dadurch nicht nur zur Stabilität des Energiesystems beitragen, sondern auch ihre Energiekosten aktiv beeinflussen“, erläuterte Schröder.
Praxisnahe Einblicke lieferte Markus Baumann, CEO und Gründer der aurivolt GmbH. Anhand konkreter Beispiele erläuterte er, wie Unternehmen mit dezentralen Batteriespeichern Lastspitzen reduzieren, Energiekosten senken und zusätzliche Erlöse am Strommarkt erzielen können.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Dekarbonisierung industrieller Prozesse. Sven-Roger Kahl, Manager Furnace Operations bei Ardagh Glas, stellte die Herausforderungen und Perspektiven bei der Transformation energieintensiver Hochtemperaturprozesse vor.
Die Rolle von Wasserstoff für die künftige Energieversorgung beleuchtete Dr.-Ing. Steve Flechsig, Geschäftsführer der Westfalen Weser Netz GmbH. In seinem Vortrag zeigte er Chancen, Voraussetzungen und Perspektiven beim Aufbau regionaler Wasserstoffinfrastrukturen auf.
Am Nachmittag standen erfolgreiche Umsetzungsbeispiele aus Unternehmen und Kommunen im Mittelpunkt. Marcus Schnelle und Lina Loos von Rossmann EcoPower berichteten, wie das Unternehmen seine Energieversorgung zunehmend selbst gestaltet und sich strategisch auf die Anforderungen der Energiewende ausrichtet. Anschließend referierte Oliver Nießen, Projektmanager Trianel GmbH, über Potentiale der Abwärmenutzung in der Wärmewende.
Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit den Referierenden. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen auf den Energiemärkten, erforderliche politische Rahmenbedingungen und die Frage, wie Unternehmen ihre Energieversorgung künftig resilient und gleichzeitig klimafreundlich gestalten können.
Das Energiesymposium der Hochschule Weserbergland bot erneut eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Die Vorträge und Diskussionen machten deutlich, dass Energie längst ein strategischer Wettbewerbsfaktor ist und die Energiewende vielfältige Chancen für Unternehmen eröffnet. „Die Diskussionen haben gezeigt, dass die Energiewende weit mehr ist als eine technische Transformation. Sie wird zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Unternehmen. Wer heute auf resiliente, flexible und klimafreundliche Energielösungen setzt, schafft die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg von morgen. Genau deshalb ist der Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik so wichtig“, resümierte Prof. Dr. Tim Schröder.