Vor dem Winter lohnt sich deshalb eine Prüfung der konkreten Ausgangslage: Wie zuverlässig arbeitet die Heizung? Welche Reparaturen stehen an? Und passt ihre Leistung noch zum Gebäude? Eine Energieberatung in Dresden berücksichtigt dafür die vorhandene Heiztechnik, den Gebäudezustand und die bisherigen Verbrauchsdaten.
Auch die örtliche Wärmeversorgung gehört in den Vergleich. Der Dresdner Stadtrat hat den kommunalen Wärmeplan am 24. September 2026 beschlossen. Er setzt in dicht bebauten Gebieten auf Wärmenetze und sieht für Stadtteile ohne Netzanschluss vor allem Wärmepumpen, Biomasseanlagen oder kleinere Gebäudenetze vor. Für ein konkretes Haus sollte vor einer Entscheidung mit dem Versorger geklärt werden, ob und wann ein Anschluss möglich ist. Eine mögliche Netzversorgung ist eine andere Ausgangslage als eine dauerhaft erforderliche Einzelgebäudelösung.
Muss eine Ölheizung nach 30 Jahren noch ausgetauscht werden?
Nein, aus dem GModG ergibt sich keine Austauschpflicht für Ölheizungen mehr, die allein an diese Altersgrenze anknüpft. Für die Entscheidung, eine Ölheizung weiterzubetreiben oder zu erneuern, bleiben Zustand, Störanfälligkeit und Wirtschaftlichkeit wichtig. Eine häufig ausfallende Anlage kann einen Austausch sinnvoll machen, auch wenn ihr Alter keinen gesetzlichen Austauschzwang begründet.
In den Vergleich gehören neben der nächsten Reparatur und dem Kaufpreis einer neuen Heizung auch Wartung, Brennstoffverbrauch und ohnehin geplante Dämmmaßnahmen. Sie bestimmen die längerfristige Rechnung.
Was gilt beim Einbau einer neuen Ölheizung?
Eine mit Heizöl betriebene Anlage gehört weiterhin zu den Optionen für den Heizungsersatz in einem bestehenden Gebäude. Die frühere pauschale 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien ist entfallen. Daraus folgt jedoch keine uneingeschränkte Freiheit von weiteren Anforderungen.
Für Gas-, Heizöl- oder Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden, sieht § 43 GModG steigende Mindestanteile der bereitgestellten Wärme aus den dort genannten Energieträgern vor, darunter Bioöl. Die Stufen beginnen jeweils am 1. Januar:
• 2029: mindestens 10 Prozent
• 2030: mindestens 15 Prozent
• 2035: mindestens 30 Prozent
• 2040: mindestens 60 Prozent
Diese sogenannte Biotreppe betrifft den beschriebenen Neueinbau. Eine bereits vorhandene Anlage fällt nicht allein durch ihren Weiterbetrieb unter diese Regel. Das Gesetz sieht außerdem alternative Erfüllungswege vor, etwa über bestimmte Kombinationen mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe. Ihre technischen Voraussetzungen müssen im Einzelfall geprüft werden.
Wann lohnt sich ein freiwilliger Wechsel?
Ein Systemwechsel sollte zum Wärmebedarf des Hauses und zur geplanten Sanierung passen. Eine Heizlastberechnung hilft, die benötigte Leistung zu bestimmen. Anstehende Dämmarbeiten sollten dabei berücksichtigt werden.
„Die eigentliche Rechnung entsteht über die Betriebsjahre”, sagt André Heid, Geschäftsführer der Heid Energieberatung. Ein Vergleich sollte deshalb Investitionskosten, laufende Kosten, einen möglichen Zuschuss und den verbleibenden Eigenanteil getrennt ausweisen.
Die KfW-Heizungsförderung unterstützt bestimmte klimafreundliche Anlagen und Wärmenetzanschlüsse; eine reine neue Ölheizung gehört nicht dazu. Förderfähigkeit und Antragsschritte sollten vor der Umsetzung geklärt werden. Beim Programm 458 muss vor dem Antrag ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung vorliegen. Eine nachträgliche Aufnahme dieser Bedingung in einen bestehenden Vertrag lässt die KfW nicht zu.
Heid Energieberatung Dresden unterstützt Eigentümer dabei, geeignete Heizlösungen und Sanierungsschritte zu vergleichen. Baupläne, Verbrauchsabrechnungen und Unterlagen zur bisherigen Anlage schaffen dafür eine hilfreiche Grundlage.