Schaustücke für Meister
Der Baumkuchen als solcher ist ein Standardkunstwerk im Konditor-Handwerk. Einfach ist er nicht, weshalb die Disziplin klassischerweise erst bei der Meisterprüfung gefordert wird. Es braucht viel Geduld und geschickte Handarbeit für den Backprozess, der auf der Walze Schicht für Schicht vonstattengeht. „Da kann auch schnell mal was daneben gehen“, sagt Konditormeister Florian Greiner, Ausbilder in der Bildungsakademie der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. Eine Stunde reine Backzeit wird benötigt, bis an die 16 dünne Schichten köstlichen Teigs übereinander gebacken sind. Und dann geht die Arbeit erst noch los.
Wenn die Deko gruselt
„Veredelt wird das Ganze mit Schokoladenkuvertüre“, so Florian Greiner. Und natürlich mit Deko. Zu Halloween solch schaurig-schöner, wie aktuell zu sehen. Da greifen Skelettfinger zwischen Schokoladenrillen und krabbeln Spinnen über klebriges Geflecht. Es huschen Geister zwischen Herbstblättern hindurch und ziehen Fledermäuse ihre Kreise. Ganz oben über Spinnweben thront ein Totenschädel mit grimmigem Gesicht. Wie sich all das so spektakulär gestalten lässt, dass man allein schon vom Hinsehen Gänsehaut bekommt, ist ein Geheimnis, das sich in der Ausbildung zum Konditor lüftet und in der Meister-Weiterbildung zur Vollendung findet.
Ausprobieren und genießen
Florian Greiner weiß, dass kreatives Talent in seinem Handwerk bei vielen Anlässen im Jahreslauf eine Spielwiese bekommt. Da muss man nicht erst beim Probieren auf den Geschmack kommen. „Es ist immer wieder erstaunlich, was sich unsere Azubis einfallen lassen“, so der Ausbilder. Während der überbetrieblichen Ausbildung in der Bildungsstätte der Handwerkskammer haben die Nachwuchskonditoren freie Hand, sich auszuleben. Die Halloween-Gestalten sind bestes Beispiel dafür.