Beleidigung, Ausgrenzung und Mobbing sind die am häufigsten genannten negativen Online-Erfahrungen. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag der DEVK, für die Eltern von Kindern im Alter zwischen sechs und 17 Jahren befragt wurden. Ein Drittel der Befragten weiß davon, dass mindestens eines ihrer Kinder im Internet bereits entsprechende Erfahrungen gemacht hat. 27 Prozent berichten von ungeeigneten oder verstörenden Inhalten, mit denen ihr Kind konfrontiert wurde. Jeder Fünfte gibt an, dass Fotos oder Videos ihres Kindes ohne Zustimmung geteilt wurden. Zwölf Prozent berichten von Bedrohungen oder Druck im Netz.
Eltern setzen auf Gespräch und Beweissicherung
Wenn das eigene Kind online beleidigt, bedroht oder bloßgestellt wird, würden 60 Prozent der Eltern am ehesten mit ihm sprechen. 55 Prozent würden Nachrichten, Fotos oder andere Beweise sichern. Damit gehören das unmittelbare Gespräch und die Dokumentation des Vorfalls zu den am häufigsten genannten Reaktionen.
Mehrheit fühlt sich rechtlich schlecht informiert
Gleichzeitig zeigt die Befragung eine deutliche Informationslücke: 59 Prozent der Eltern fühlen sich schlecht darüber informiert, welche rechtlichen Möglichkeiten sie haben, wenn ihr Kind online beleidigt, bedroht oder bloßgestellt wird. Nur 33 Prozent bewerten ihren Kenntnisstand als gut.
Dr. Nabila Abaza-Uhrberg, Leiterin Konzernrecht der DEVK Versicherungen und Vorständin DEVK Rechtsschutz-Versicherungs-AG: „Eltern müssen nicht jede Rechtsfrage selbst beantworten können. Wichtig ist, dass sie belastende Inhalte frühzeitig dokumentieren, gemeinsam mit ihrem Kind handeln und wissen, an welche Stellen sie sich wenden können. Die Umfrage zeigt, dass sich viele Familien bei den rechtlichen Möglichkeiten noch mehr Orientierung wünschen. Genau hier möchten wir ansetzen.“
Zwei Drittel sehen Nutzen in Social-Media-Verbot
Die Debatte über Altersgrenzen in sozialen Netzwerken hat weiter an Fahrt aufgenommen. Das Bundeskabinett hat im Oktober Eckpunkte beschlossen, nach denen Kindern unter 13 Jahren die Nutzung sozialer Netzwerke grundsätzlich untersagt werden soll. Ausnahmen sind für nachweislich kindgerechte Angebote vorgesehen. Laut aktueller Civey-Umfrage findet das Vorgehen breite Zustimmung der Eltern: Zwei Drittel der Befragten glaubt, dass ein Verbot sozialer Netzwerke für Kinder unter 13 Jahren zu deren Schutz beitragen könne. 24 Prozent teilen diese Einschätzung nicht, zehn Prozent sind unentschieden.
DEVK lädt zum digitalen Elternabend ein
Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, wie groß der Bedarf an verständlichen Informationen und praktischer Orientierung ist. Deshalb lädt die DEVK am Freitag, 13. November 2026, um 17.30 Uhr mit Unterstützung der Kölner Stadt-Anzeiger Medien zum kostenfreien Online-Elternabend „Gut begleitet in der digitalen Welt“ ein.
Unter der Leitfrage „Was Kinder brauchen und Erwachsene wissen sollten“ beleuchten Fachleute aus Medienpädagogik, Kinderschutz und Recht den digitalen Alltag von Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei geht es um Kinderrechte im Netz, Chancen und Risiken sozialer Medien, Cybermobbing und digitale Gewalt sowie konkrete Hilfsangebote für Familien.
Mit dabei sind:
- Johanna Wunsch, Medienpädagogin bei der Landesanstalt für Medien NRW
- Lars Hüttler, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Köln
- Dr. Nabila Abaza-Uhrberg, Leiterin Konzernrecht und Vorständin DEVK Rechtsschutz-Versicherungs-AG
- zwei Medienscouts des Erzbischöflichen Irmgardis-Gymnasiums in Köln mit Einblicken in den digitalen Schulalltag
Hier können Sie sich kostenlos anmelden: https://lp.ksta.de/mvr/aktion/elterntalk_devk2026/
Die wichtigsten Ergebnisse der DEVK-Umfrage:
- 32 Prozent der Eltern wissen davon, dass mindestens eines ihrer Kinder online beleidigt, ausgegrenzt oder gemobbt wurde.
- 60 Prozent würden bei einem Online-Übergriff das Gespräch mit ihrem Kind suchen.
- 55 Prozent würden nach einem Vorfall Beweise sichern.
- 66 Prozent glauben, dass ein Verbot sozialer Netzwerke für Kinder unter 13 Jahren zu deren Schutz beitragen würde.
Civey hat im Auftrag der DEVK Versicherungsgruppe vom 25. August bis 9. September 2026 online 1.500 Eltern von Kindern im Alter von 6 bis 17 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 4,3 bis 4,5 Prozentpunkten. Bei den Fragen zu negativen Erfahrungen und ersten Maßnahmen waren Mehrfachantworten möglich.