Mittwoch, 22. November 2017


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Verein "Anwältinnen ohne Grenzen e.V." ausgezeichnet

DAV verleiht den Maria-Otto-Preis

Berlin, (lifePR) - Die Vorstandsmitglieder des Vereins „Anwältinnen ohne Grenzen e.V.“ werden mit dem Maria-Otto-Preis des Deutschen Anwaltvereins (DAV) ausgezeichnet.

Mit dem Anwältinnenpreis des DAV ehrt der DAV in diesem Jahr Anwältinnen, die sich in besonderem Maße in Beruf, Justiz, Politik und Gesellschaft verdient gemacht und eine besondere Vorbildfunktion für Anwältinnen und Anwälte haben.

Ausgezeichnet werden:

1. Frau Jasmina Prpić, LL.M., Rechtsanwältin aus Bosnien-Herzegowina,
Vorsitzende des Vereins Anwältinnen ohne Grenzen e.V.,

2. Frau Regina Schaaber, Rechtsanwältin aus Freiburg,
Stellvertretende Vorsitzende des Vereins Anwältinnen ohne Grenzen e.V.,

3. Frau Siba Irsheid, Rechtsanwältin aus Spanien,
Stellvertretende Vorsitzende des Vereins Anwältinnen ohne Grenzen e.V.,

Diese drei Frauen im Vorstand des im Jahr 2007 gegründeten Vereins sind mit ihrer ganz unterschiedlichen Herkunft, Kultur und Biografie zusammen mit dessen Mitgliedern ein starkes Team, das über eine Vielzahl von Erfahrungen, Kenntnissen und Sprachen verfügt. Sie setzen sich mit ihrer Arbeit für die Verwirklichung von Frauenrechten ein. So werden im Oktober Frauen aus Tunesien, Libyen und Ägypten zu einem Workshop nach Freiburg kommen. Weitere Seminare mit Juristinnen vom Balkan, aus Chile und Georgien sind in Vorbereitung.

Die Laudatorin Frau Prof. Dr. Gesine Schwan würdigt die Arbeit des Vereins: „Anwältinnen ohne Grenzen setzen sich für die Förderung und Durchsetzung der Menschenrechte von Frauen und den Abbau jeglicher Form von Ungleichbehandlung ein. Ihr Anliegen ist es, einen normativen gesellschaftlichen Wandel in Bezug auf Gleichberechtigung anzuregen und anzutreiben. Dabei bauen sie auf den Austausch und die Vernetzung über Grenzen hinweg.“

In vortrefflicher Weise werden die in dem Verein handelnden Personen damit den Statuten des Maria-Otto-Preises gerecht, heißt es in der Begründung der Jury.

„Ich persönlich freue mich insbesondere, den Preis gerade vom Deutschen Anwaltverein zu erhalten, weil ich als Anwältin aus einem Nicht-EU-Staat, obwohl inzwischen eingebürgert, die Berufsbezeichnung „Rechtsanwältin“ hier in Deutschland nicht tragen darf“, so Jasmina Prpić, Vorsitzende des Vereins Anwältinnen ohne Grenzen e.V. Gleichzeitig appelliere sie an alle, sich mit dem „Herzstück des internationalen Menschenrechtsinstrumentariums für Frauen“, der CEDAW (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women), zu beschäftigen. Damit könne jeder zur Weiterentwicklung unserer Menschenrechte beitragen.

Benannt ist der Preis nach Rechtsanwältin Dr. Maria Otto. Diese ist 1922 durch das Bayerische Staatsministerium der Justiz erst nach ihrem hartnäckigen Betreiben als erste deutsche Anwältin in München zugelassen worden. Erste Preisträgerin war 2010 Rechtsanwältin Dr. Gisela Wild, Hamburg, und im Jahr 2011 wurde Rechtsanwältin Renate Damm, ebenfalls Hamburg, mit dem Maria-Otto-Preis geehrt.

Personalia:

Jasmina Prpić, damalige Rechtsanwältin aus Bosnien

Geboren 1954 in Banja Luka, Bosnien und Herzegowina.

Verheiratet, zwei erwachsene Töchter.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Sarajevo von 1972 bis 1976 war sie bis 1990 als Zivilrichterin und von 1990 bis 1992 als Rechtsanwältin in ihrer Heimatstadt Banja Luka tätig. Sie kam 1992 als Kriegsflüchtling nach Deutschland und hat sich 1996 als Rechtsbeistand für ausländisches Recht in Freiburg niedergelassen (da sie nicht aus einem EU-Staat kommt, kann sie sich als Anwältin in Deutschland nicht niederlassen). Von 2001 bis 2004 arbeitete sie für die Frauenorganisation Medica mondiale aus Köln, und seit 2005 ist sie in den MigrantInnenbeirat Freiburg gewählt worden.

2012 absolvierte sie an der Universität Freiburg den rechtswissenschaftlichen LL.M.‑Studiengang zum Thema „30 Jahre UN-Frauenrechtskonvention (CEDAW) in Deutschland – Eine Bilanz“.

Im September 2012 hat Frau Prpić den Preis „Frau Europas“ entgegengenommen.

Siba Irsheid, Rechtsanwältinaus Spanien

Geboren 1974 in Palästina, verheiratet, 3 Kinder.

Aufgewachsen in Spanien. Dort Besuch einer Englischen Schule. Dadurch mit Arabisch, Spanisch und Englisch als „Muttersprache“ groß geworden und mit multikultureller Erziehung. Schul- und ein zweijähriger Hochschulabschluss (Management of Business and Economics) an der University of Cambridge, England. Jura studierte sie an der Universität Alicante und UNED in Spanien.

5 Jahre war sie in Spanien Anwältin für Zivil- und Strafrecht sowie für Familienrecht mit Kanonischem und Islamischem Recht.

5 Jahre verbrachte sie in Jordanien mit der Forschung über Terrorismus und über Menschenrechte sowie mit der Teilnahme am Aufbau eines Fernsehprogramms zum Vergleich und Austausch von juristischen, kulturellen und gesellschaftsrelevanten Informationen zwischen der arabischen Welt und Europa.

Seit 3 Jahren lebt und arbeitet sie in Freiburg. Neben ihrer Arbeit bei „Anwältinnen ohne Grenzen“ ist sie auch in weiteren Organisationen tätig.

Regina Schaaber, Rechtsanwältin aus Freiburg

Geboren 1949, verheiratet, zwei erwachsene Kinder.

Seit 1976 Rechtsanwältin in Freiburg.

Von 1977 bis Mitte der neunziger Jahre lag ein Schwerpunkt ihrer beruflichen Tätigkeit auf der (Nebenklage-) Vertretung von Opfern sexueller Gewalt, zunächst von Frauen, später auch von Kindern. Daraus erwuchs auch Zusammenarbeit mit Gruppen/Vereinen und Einzelpersonen anderer Fachrichtungen, die sich zu diesem Thema engagierten sowie Vortragstätigkeit, z. B. bei polizeilicher Fortbildung. 1990 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Trägervereins „Anlaufstelle für vergewaltigte Frauen“ in Freiburg, in dem sie sehr aktiv ehrenamtlich mitarbeitete, mehrere Jahre auch im Vorstand.

Weiterer Schwerpunkt ihrer beruflichen Arbeit ist bis heute das Familienrecht und dabei auch das Eintreten gegen häusliche Gewalt. Als sich 1998 in Freiburg eine interdisziplinäre Initiative gegen häusliche Gewalt gegen Frauen bildete, war sie von Anfang an dabei und arbeitete aktiv in verschiedenen Arbeitsgruppen mit.

Das Thema, welches sie in ihrer Tätigkeit laufend beschäftigt, ist der Einsatz für Gleichberechtigung und gegen Gewalt Frauen.
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