Demokratie braucht einen starken (Jugend-)Sport
In 86.000 Sportvereinen erleben Kinder und Jugendliche Gemeinschaft, übernehmen Verantwortung und orientieren sich an Regeln und Fairplay. Damit diese Orte ihre Kraft für den gesellschaftlichen Zusammenhalt entfalten können, braucht es Menschen, die Haltung zeigen, Wissen vermitteln und Vereine auch im Umgang mit antidemokratischen und menschenfeindlichen Entwicklungen unterstützen. Die Deutsche Sportjugend setzt sich deshalb seit mehreren Jahrzehnten für einen Sport mit Courage ein, der die Menschenwürde nach vorne stellt und demokratische Teilhabe schützt. Mit Hilfe von Bundesprogrammen wie “Demokratie Leben!” oder “Zusammenhalt durch Teilhabe” wird diese Arbeit ganz konkret in der dsj gestützt und nachhaltig wirksam. Auch das noch junge, aber erfolgreiche Bundesprogramm gegen Extremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport hilft an den richtigen Stellen. Allerdings können die geförderten Projekte der Demokratiebildung im Sport bei anhaltenden Kürzungen des Bundes ihre Wirksamkeit nicht weiter entfalten.
„Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Auseinandersetzungen härter werden und demokratische Werte unter Druck geraten, dürfen wir nicht auseinanderdriften. Wir müssen gemeinsam für unsere Demokratie kämpfen. Im Kinder- und Jugendsport mit seinen 10 Millionen Mitgliedschaften steckt eine wahnsinnig große Kraft. Sportvereine müssen flächendeckend in ihrer alltäglichen Arbeit gestärkt werden, um diese guten Räume zu erhalten, in denen Gemeinschaft, Respekt und Demokratie konkret erlebt wird. Und gleichzeitig brauchen wir die Unterstützung der Politik dabei, die vielen ehrenamtlich Engagierten in Sportvereinen, die für demokratische Werte einstehen, zu stützen“, sagt Benny Folkmann, Vorstandsmitglied der Deutschen Sportjugend.
Fachforum zeigt konkrete Wege für die Praxis
Bei der Fach- und Vernetzungstagung steht im Mittelpunkt, wie Akteur*innen im Jugendsport eine klare Haltung entwickeln und diese überzeugend nach außen vertreten können. Mit dabei sind unter anderem der Publizist und Rechtsextremismus-Experte Robert Claus und Politologin und Publizistin, Saba-Nur Cheema, sowie weitere Fachleute aus Wissenschaft, politischer Bildung und Sport.
Das Fachforum „Sport mit Courage“ findet am 10. September 2026 in Frankfurt am Main statt und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben! gefördert.