Hintergrund: Acht von zehn Jugendliche halten sich zwar für sexuell aufgeklärt. Dennoch klagen laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung drei von vier junge Menschen über zu wenig Informationen zu einzelnen Themen, besonders zur Verhütung.
„Mit dem kostenfreien Angebot möchten wir Mädchen und junge Frauen ermutigen, sich in vertrauensvoller und geschützter Atmosphäre über die Entwicklung ihres Körpers, die Pubertät sowie andere wichtige Themen zu informieren“, sagt Sarah Williams-Schepp, Referentin Leistungs- und Versorgungsmanagement bei der BKK Linde. „Außerdem möchten wir alle Eltern animieren, ihre Töchter in diesem bedeutenden Lebensabschnitt zu unterstützen.“
Fundierte Beratung statt Influencer-Erfahrungen
Das Problem nämlich: Heutzutage informierten sich die Heranwachsenden überwiegend in den sozialen Medien. Dort geben Influencerinnen zwar ihre persönlichen Erfahrungen weiter. Das aber bilde keineswegs die eigene Situation ab. Besser sei laut Williams-Schepp deshalb die fundierte Beratung in einer der rund 3.200 teilnehmenden gynäkologischen Praxen. Knapp 50 Betriebskrankenkassen bieten das Versorgungsangebot an. Etwa 7.000 Mädchen und junge Frauen, die das Angebot nutzen können, sind bei der BKK Linde versichert.
Zum weiteren Angebot der Mädchensprechstunde gehört unter anderem, den Impfstatus zu überprüfen und über sexuell übertragbare Krankheiten aufzuklären. Auch Möglichkeiten der Prävention, etwa die HPV-Impfung gegen bestimmte Typen der sexuell übertragbaren humanen Papillomaviren, können thematisiert werden.
Der Vorteil der Mädchensprechstunde: Um Ängste gar nicht erst aufkommen zu lassen, bleibt eine Untersuchung aus. Im Vordergrund stehen das Gespräch und die Informationen. Eine erste körperliche Untersuchung ist allerdings möglich, sofern die Mädchen das von sich aus ansprechen. Wer sich nicht alleine hin traut, kann eine Freundin oder die Mutter zur Verstärkung mitbringen.