Kontakt
QR-Code für die aktuelle URL

Pressemitteilung Box-ID: 918858

Ärzte gegen Tierversuche e.V. Goethestr. 6-8 51143 Köln, Deutschland http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de
Ansprechpartner:in Frau Dr. med. vet. Gaby Neumann +49 2203 9040992

Zum Welttierschutztag

Aufsehenerregende Protestaktion vor dem Bundeskanzleramt für den Ausstieg aus dem Tierversuch

(lifePR) (Köln, )
.
Gemeinsame Pressemitteilung
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober forderte gestern ein Bündnis aus 15 Tierschutz- und Tierrechtsvereinen im Rahmen einer aufsehenerregenden Protestaktion eine Gesamtstrategie für einen Ausstieg aus dem Tierversuch. Die Veranstaltung vor dem Kanzleramt richtete sich direkt an Bundeskanzler Olaf Scholz. Der Ausstieg aus dem Tierversuch wird von über 1.4 Mio. EU-Bürgern in einer aktuellen EU-Bürgerinitiative unterstützt. Die USA und die Niederlande haben bereits konkrete Ausstiegsstrategien vorgelegt.

Mit dem übergroßen Schriftzug „Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!“ protestierten am Welttierschutztag die bundesweiten Vereine Ärzte gegen Tierversuche und Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner sowie Vertreter weiterer Tierschutzorganisationen vor dem Kanzleramt. Seit zweieinhalb Jahren setzt sich das Bündnis aus 15 Vereinen für die Ausarbeitung und Umsetzung einer Gesamtstrategie für einen systematischen Ausstieg aus dem Tierversuch ein. Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, eine Reduktionsstrategie zu Tierversuchen zu erarbeiten (1). Diese muss nach Ansicht der Vereine den Ausstieg aus dem Tierversuch beinhalten. Außerdem soll die Forschung zu tierversuchsfreien Forschungsmethoden und ihre Umsetzung verstärkt sowie ein ressortübergreifendes Kompetenznetzwerk etabliert werden.

„Wir fordern von der Bundesregierung einen detaillierten Masterplan, der konkrete Zielvereinbarungen, Ausstiegsdaten und ein Monitoring-System enthält. Vorbild können die bereits erarbeiteten Ausstiegsstrategien der USA und der Niederlande sein“, fordert Christina Ledermann, Vorsitzende von Menschen für Tierrechte.

„Außerdem erwarten wir von der Ampelregierung, dass sie tierversuchsfreie Verfahren endlich adäquat fördert. Dazu müssen die Forschungsgelder umgeschichtet und drastisch erhöht werden. Außerdem brauchen wir eine schnellere Anerkennung und Anwendung humanspezifischer Methoden. Das überwältigende Ergebnis der jüngsten EU-Bürgerinitiative belegt eindrucksvoll, dass dies auch die EU-Bürger von der Politik erwarten“, fordert Dr. Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche.

In der aktuellen EU-Bürgerinitiative (EBI) „Save Cruelty Free Cosmetics – Für ein Europa ohne Tierversuche“ fordern 1.413.383 EU-Bürger ein Ende von Tierversuchen für kosmetische und chemische Inhaltsstoffe und die Erarbeitung eines konkreten Ausstiegsplans.

Die Niederlande hatten 2016 als erster EU-Mitgliedstaat ein Gutachten erarbeitet, das einen möglichen Fahrplan für eine strukturierte und differenzierte Ausstiegsstrategie enthält (2). Diese umfasste konkrete Zielvereinbarungen und gestaffelte Ausstiegsdaten für bestimmte Bereiche. Die USA folgten 2019 mit einer Richtlinie der Umweltbehörde EPA (3). Diese verbietet toxikologische Versuche an Säugetieren ab 2035. Dazu werden ab 2025 die Fördergelder für Tierversuche in diesem Bereich um 30 Prozent gekürzt und ab 2035 ganz gestrichen. 2021 folgte der „Modernization Act“ der US-Arzneimittelbehörde (FDA) sowie eine Richtlinie. Sobald diese vom US-Kongress bestätigt ist, können neue Medikamente auf Basis tierversuchsfreier Verfahren in den USA zugelassen werden (4). Die Vorbilder Niederlande und USA zeigen, nach Ansicht der Vereine, wie die Transformation zu einer modernen, tierleidfreien und humanrelevanten Forschung gelingen kann. Sie erwarten, dass Deutschland diesem guten Beispiel folgt.

Kampagnen-Seite: www.ausstieg-aus-dem-tierversuch.de

Quellen:
(1) Koalitionsvertrages 2021-2025 zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP
(2) National Comité advies dierproevenbeleid:  NCad opinion Transition to non-animal research. 2016
(3) EPA: EPA New Approach Methods Work Plan: Reducing Use of Vertebrate Animals in Chemical Testing. 2.12.2021
(4) U.S. House Passes Legislation to End FDA Animal Testing Mandate. 09.06.2022

Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. besteht seit 1979 und ist ein bundesweiter Zusammenschluss aus Ärzten, Tierärzten und Naturwissenschaftlern, die Tierversuche aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen ablehnen. Der Verein engagiert sich für eine moderne, humane Medizin und Wissenschaft ohne Tierversuche, die sich am Menschen orientiert und bei der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten sowie der Einsatz von modernen Forschungsmethoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips im Vordergrund stehen.

Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien. Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.
Wichtiger Hinweis:

Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH gestattet.

unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH 2002–2022, Alle Rechte vorbehalten

Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien. Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.