Montag, 27. Februar 2017


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Schufa-Vorstand Prof. Dr. Dieter Steinbauer räumt an der Zeppelin Universität mit Irrglau-ben auf

(lifePR) (Friedrichshafen-Bodensee, ) 50 Millionen Auskünfte an Unternehmen hat sie allein im Jahr 2008 erteilt: die Schufa, Abkürzung für den Begriff "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung". Viele Verbraucher empfinden sie als Damoklesschwert - ob Handyverträge, der Möbelkredit oder nicht zurückgezahlte Raten: "Die Schufa weiß alles" - so jedenfalls die gängige Meinung der Verbraucher.

"Wir wissen nicht alles, das dürfen wir auch gar nicht", räumte Schufa-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Dieter Steinbauer an der Zeppelin Universität (ZU) nun mit ein paar Irrglauben auf: "Die Schufa kennt weder das Gehalt noch persönliche Daten wie Beruf, Nationalität oder Religion", sagt Steinbauer. Im Gegenteil: Die Regeln, denen die Schufa unterliegt, seien sehr streng. Da wäre als erstes das Bundesdatenschutzgesetz und als zweites jene Beschränkungen, die sich das Unternehmen freiwillig selbst auferlegt habe.

"Es gibt zudem immer noch das Missverständnis, die Schufa sei eine Schuldnerkartei. Richtig ist jedoch, dass zu über 90 Prozent der gespeicherten Personen nur positive Informationen gespeichert sind", ergänzt Steinbauer in der Veranstaltungsreihe "Gespräche mit dem Vorstandsvorsitzenden" vor Studierenden der ZU. Anders als meistens geglaubt, speichere die Schufa überwiegend Informationen zu vertragsgemäßem Verhalten und schaffe so das nötige Vertrauen zwischen Geschäftspartnern. "Wenn bei Ihnen eine Person um einen Kredit bittet, die Sie noch nie gesehen haben, würden Sie dann einfach so Ihr Geld verleihen oder würden Sie sich vorher erkundigen, ob Sie Ihr Geld auch wiederbekommen?", beschreibt Steinbauer den Grundgedanken der Schufa.

1927 gegründet, ist die Schufa Holding, die die Rechtsform der Aktiengesellschaft besitzt, die älteste Auskunftei Deutschlands und eine der ersten weltweit. Die Gründe für die Einführung der Schufa-Auskunft waren ganz simpel: Der Berliner Stromkonzern BEWAG begann in den 20-er Jahren damit, größere Elektrogeräte zu verkaufen, die der Normalverbraucher nicht auf einen Schlag bezahlen konnte. Eine Ratenzahlung gab es aber nur für diejenigen, die immer pünktlich ihre Stromrechnung bezahlt hatten - die Geburtsstunde der ersten Positiv-Liste und damit der Schufa. Hatte man am Anfang noch alle Informationen aufwändig auf einfachen Karteikarten notiert, so wurde daraus im Laufe der Jahrzehnte ein modernes System mit mittlerweile 65 Millionen Personen im Datenbestand. 250000 Mal pro Tag fragen Unternehmen vor Vertragsabschlüssen bei der Schufa an: "Auskunfteien sind ein Kernbestandteil unserer Volkswirtschaft, sie ermöglichen Kredite und beschleunigen Transaktionen", sagt Dieter Steinbauer.

Die Schufa steht im Eigentum der kreditgebenden Wirtschaft und ist entgegen einem weiteren Irrglauben keine Behörde sondern ein gewinnorientiertes Unternehmen. Aktionäre sind vor allem Privatbanken, Sparkassen und Spezialkreditinstitute. Geheimniskrämerei gehört jedoch nicht zum Geschäftsprinzip: Jede Person kann die über sie gespeicherten Daten abfragen - zum Beispiel im Internet über www.meineschufa.de.

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