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Pressemitteilung BoxID: 202672 (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg)
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Wirtschaftsministerium und Landesagentur e-mobil BW veröffent-lichen Studie "Systemanalyse BWe mobil zur Elektromobilität in Baden-Württemberg

Wirtschaftsminister Ernst Pfister: "Intelligente IT-Anwendungen spielen Schlüsselrolle für Elektromobilität"

(lifePR) (Stuttgart, ) "Der verstärkte Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)-Lösungen spielt im Bereich der Elektromobilität eine Schlüsselrolle. Dadurch können die Akzeptanz der Verbraucherinnen und Verbraucher hinsichtlich der Elektromobilität gefördert und neue Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale generiert werden", erklärte Wirtschaftsminister Ernst Pfister heute in Stuttgart. Dies sei unter anderem das Ergebnis der Studie "Systemanalyse BWe mobil", die das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie - e-mobil BW - heute im Rahmen des ersten Technologietages der e-mobil BW in Stuttgart vorstellten. Die Studie wurde von e-mobil BW erstellt und vom Wirtschaftsministerium finanziert.

"Elektromobilität muss systematisch gedacht werden: Neben der Kompetenz hinsichtlich alternativer Antriebskonzepte sind Know-how im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der notwendigen Energie-Infrastruktur wichtige Erfolgsfaktoren für die Entwicklung nachhaltiger Mobilitätslösungen", so der Minister. Mit der vorliegenden Studie schaffe man eine wichtige Basis, um weitere Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale auf dem Weg zur Elektromobilität aufzuzeigen.

"IKT-Anwendungen spielen als Schnittstellentechnologie eine zentrale Rolle für zukünftige Mobilitätslösungen und das Gesamtsystem Elektromobilität. Sie machen eine reibungslose und effiziente Verknüpfung der Fahrzeuge sowie der Energie-, Lade- und Verkehrsinfrastruktur erst möglich", sagte e-mobil BW-Geschäftsführer Franz Loogen. Baden-Württemberg verfüge bereits heute in den Bereichen IKT, Ladeinfrastruktur und Flottenmanagement über eine sehr gute Ausgangsposition, um den Wandel hin zur Elektromobilität mit Systemkompetenz aktiv gestalten und prägen zu können. Insbesondere im Bereich der Verkehrstelematik sehe man große Chancen für mehr Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze. Für die Herstellung, Installation und den Betrieb von Ladestationen - auch aufgrund der zu erwartenden steigenden globalen Nachfrage - sieht die Studie Wachstumsperspektiven. Die gut aufgestellten und exportstarken Unternehmen in Baden-Württemberg können von dieser Entwicklung profitieren.

"Die e-mobil BW sieht ihre Aufgabe darin, die vielen mittelständischen Unternehmen bei diesem Innovationsprozess hin zu marktorientierten neuen Mobilitätslösungen zu unterstützen. Jetzt gilt es, die vielen guten Ideen schnell in konkrete Produkte für den Weltmarkt umzusetzen", so Franz Loogen.

Die Systemanalyse zeigte auch, dass die deutschen Stromnetze schon heute die Zahl von einer Million Elektrofahrzeugen verkraften können. Allerdings macht sie auch klar, dass für eine effiziente Ausnutzung der Netze und zur Vermeidung lokaler Engpässe, vor allem bei höheren Ladeleistungen, eine intelligent vernetzte Ladeschnittstelle auch für die Heimladung erforderlich ist. Diese können zukünftig auch Netzdienstleistungen durch Elektrofahrzeuge wie Lastverlagerungen, Spannungsstabilisierung und Netzrückspeisungen ermöglichen und somit eine effiziente Einbindung erneuerbarer Energiequellen in die Stromversorgung unterstützen.

Die Studie kann unter http://www.wm.baden-wuerttemberg.de/elektromobilitaet/223250.html herunter geladen werden.

Hintergrundinformationen

Weitere wesentliche Ergebnisse der Studie:

- Durch einen verstärkten Einsatz von IKT-Lösungen können die Akzeptanz der Verbraucher gegenüber der Elektromobilität gefördert und neue Wertschöpfungspotenziale generiert werden.

- Durch eine zunehmende Urbanisierung wachsen die Herausforderungen an die Verkehrsinfrastruktur in den Städten. IKT-Anwendungen wie Verkehrs- und Parkleitsysteme werden zukünftig in verstärktem Maße zur Steigerung der Effizienz im Verkehrswesen beitragen.

- Der Stellenwert des eigenen Automobils und der Fahrzeugbesitz pro Person nehmen bei jungen Menschen immer weiter ab. Carsharing-Angebote und intermodale Mobilitätslösungen gewinnen dagegen an Bedeutung. IKT-Lösungen müssen für diese Bedürfnisse weiter ausgebaut sowie einfacher, flexibler und somit attraktiver gestaltet werden. Zentrale Schnittstellen für die Organisation zukünftiger Mobilität könnten dabei mobile Anwendungen wie das Smartphone sein.

- Flotten eignen sich durch ihre große Anzahl an Fahrzeugen und der breiten Palette an Einsatzmöglichkeiten als Katalysator für die Weiterentwicklung von Elektromobilität in Baden-Württemberg. Insbesondere die Vorbereitung von Systemlösungen für das Management von elektromobilen Fahrzeugflotten könnte einen entscheidenden Erfolgsfaktor für die zukünftige Integration von Elektrofahrzeugen in Flotten darstellen.

- Der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg nimmt eine primäre Rolle im Bereich Flottenmanagementkompetenz ein. Der Markt für Flottenmanagementsysteme besitzt aufgrund einer niedrigen Durchdringungsrate in Fuhrparks heute noch ein geringes Umsatzvolumen, eröffnet aber Unternehmen ein hohes zukünftiges Potenzial. Die Einführung von Elektromobilität in Flotten dürfte den Bedarf nach Flottenmanagementsystemen steigern.

- Die Anforderungen an die Stromnetze steigen in Zukunft vor allem durch die zunehmende Einbindung dezentraler und zeitlich variabler erneuerbarer Energiequellen. Zur Steigerung der Effizienz ist eine intelligente Vernetzung von Verbrauchern, Erzeugern und Netzkomponenten erforderlich. Über intelligente Stromzähler müssen dabei auch die Haushalte mit eingebunden werden.

- Für die ersten Schritte auf dem Weg in die Elektromobilität erscheint ein flächendeckender Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur weder wirtschaftlich umsetzbar noch zwingend notwendig. In der Anfangsphase werden Fahrer von Elektrofahrzeugen ihre Fahrzeuge mehrheitlich zuhause oder am Arbeitsplatz aufladen. Erst bei höherer Durchdringung rein elektrisch betriebener Fahrzeuge erscheint eine flächendeckende öffentliche, universell nutzbare und intelligente Ladeinfrastruktur sinnvoll. Fehlende Standardisierungen könnten diese Entwicklung jedoch bremsen.