Freitag, 20. April 2018


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Mitgliederversammlung sowie Vorstandswahl der Vereinigung Psychotherapeutisch und Psychosomatisch tätiger Kassenärzte e.V. (VPK) und 7. Symposium des Dachverbandes Psychosomatik und Ärztliche Psychotherapie (DPÄP) am 11.11.2017 in München

Ludwigshafen, (lifePR) - Am Samstag, den 11.11.2017 fand in den Räumen der Bayerischen Landesärztekammer die jährliche Mitgliederversammlung der Vereinigung psychotherapeutisch und psychosomatisch tätiger Kassenärzte e.V. (VPK) statt.

In diesem Jahr stand nach dem Bericht des Vorstands mit vielfältigen Informationen zu aktuellen berufspolitischen Fragen die Neuwahl des Bundesvorstandes an.

Dem neuen Vorstand sitzt wiederum als 1. Vorsitzende die Fachärztin für Anästhesie und für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Frau Dr. med. Hildgund Berneburg aus Würzburg vor.

Die weiteren gewählten Vorstandsmitglieder sind der Kinder- und Jugendarzt, Psychotherapeut sowie Neuropädiater Herr Dr. med. Dipl. psych. Harald Tegtmeyer-Metzdorf, 2. Vorsitzender, aus Lindau, und der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Herr Dr. med. Andreas Schreiter aus Ochsenfurt als 3. Vorsitzender und Schatzmeister. Die Nervenärztin und Psychotherapeutin Frau Christa Bartels aus Düren sitzt als Vertreterin des Beirats im Vorstand. Aus dem Beirat wurden in den Vorstand die Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Humangenetikerin Frau Dr. med. Astrid Bühren aus Murnau und der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Herr Dr. med. Ingolf Knetsch aus Halle/Saale entsendet.

Vorausgegangen war der Mitgliederversammlung das 7. Symposium des DPÄP, unter dessen Dach zahlreiche somatische Fachgruppen mit Psychotherapie zusammengefunden haben.

In dieser Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Psychosomatik – selbstverständlich in allen Fachgebieten“ waren auch in diesem Jahr wieder 4 interessante Vorträge zu hören:

Herr Dr. med. Peter Heinz, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und Facharzt für Psychiatrie, Chefarzt der Abteilung für Psychotraumatologie an der Klinik St. Irmingard in Prien am Chiemsee, referierte über Schwierigkeiten und Lösungsansätze in der Behandlung komplex Traumatisierter, also von Patienten, die neben den üblichen Diagnosekriterien einer PTBS eine Störung der Affektregulation, ein negatives Selbstkonzept und Beziehungsstörungen aufweisen. Heinz betonte, dass aktuelle Studien belegen, dass ohne Traumakonfrontation keine größeren therapeutischen Erfolge bei dieser stark belasteten Patientengruppe langfristig zu erwarten sind. Eine Stabilisierung ist sehr wichtig und steht am Anfang der Behandlung, ist jedoch alleine nicht ausreichend. Trotz des hochwirksamen stationären Therapiekonzeptes ist die Symptombelastung auch bei Entlassung im Durchschnitt noch hoch. Schnelle Erfolge sind bei komplex Traumatisierten nicht zu erwarten. In der sich unbedingt anschließenden langfristigen ambulanten Behandlung sind ein sektorenübergreifendes, interdisziplinäres Fallmanagement, ambulant-stationäre Intervalltherapie angesichts begrenzter Therapiekontingente, Supervision sowie Intervision und gegebenenfalls die Zusammenarbeit mit Traumazentren hilfreich.

Frau Dr. med. Katharina Giesemann, niedergelassene Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus München, gab einen Überblick über Essstörungen bei Männern. Diese sind bekanntlich seltener als bei Frauen: Auf 12 weibliche Anorexiepatientinnen kommt ein Mann mit dieser Erkrankung, bei der Bulimie beträgt das Geschlechterverhältnis 7:1. Wichtige protektive Faktoren sind hierbei, dass aufgrund des höheren Grundumsatzes bei größerer Muskelmasse Übergewicht bei Jungen und jungen Männern seltener auftritt als bei Mädchen und Frauen und zudem das Selbstwertgefühl bei Mädchen und Frauen stärker vom Aussehen abhängt, während Jungen und Männer sich stärker über Ihre Funktionalität definieren. Neben Anorexie, Bulimie und Binge Eating Disorder finden sich aber auch andere Ess- und Körperschemastörungen wie Orthorexia nervosa – eine Fixierung auf eine vermeintlich besonders gesunde oder gar als einzig richtig angesehene Form der Ernährung - und Bigorexie, bei der die Betroffenen ihre intensiv trainierten, muskulösen Körper als eher schmächtig erleben. Diese Störungsbilder begegnen uns insbesondere bei jungen Männern in der Bodybuilderszene. Zugrunde liegen all diesen Störungen in der Regel Beeinträchtigungen der narzisstischen Regulation.

Frau Dr. med. Petra Kapaun, Kinder- und Jugendärztin und Psychotherapeutin aus Hamburg, sprach über die Bedeutung der frühen Eltern-Kind-Beziehung. Eine offene Zuwendung mit dem berühmten „Glanz im Auge der Mutter“ (Kohut H. 1973) ist fundamental für die emotionale und soziale Entwicklung des Säuglings. Bei Depression der Mutter oder bei Vernachlässigung und Deprivation ist diese für das weitere Leben entscheidende Entwicklung gefährdet. In ihrem Vortrag würdigte sie deshalb die wichtige Rolle früher und damit rechtzeitiger Hilfestellungen für junge Eltern, der sogenannten Frühen Hilfen, die noch längst nicht überall und in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen

Last but not least sprach Hildgund Berneburg darüber, welche Folgen die aktuelle Planung der neuen Musterweiterbildungsordnung für die Umsetzung von Psychotherapie und Psychosomatik in den somatischen Fachgebieten hätte: Durch die Forderung eines obligaten Jahres Weiterbildung in der Psychiatrie oder der Psychosomatik in Voll- oder Teilzeit für den Erwerb des Zusatztitels Psychotherapie insbesondere seitens psychiatrischer Standesvertreter würde vielleicht der Mangel an Weiterbildungsassistenten in psychiatrischen sowie kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen ein wenig gelindert, aber die psychotherapeutische Weiterbildung würde hierdurch den Kolleginnen und Kollegen, die bereits in somatischen Fächern niedergelassen sind, so gut wie unmöglich gemacht. Eine ausreichend gute psychosomatische und psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung, ein zentrales Ziel der VPK, würde hierdurch sehr konterkariert.

 

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