VRS-Bilanz 2018: Fahrgastzahlen auf ähnlich hohem Niveau wie im Vorjahr, leichter Zuwachs bei den Einnahmen

Zahl der Fahrten lag im Verbundraum bei 551 Millionen - Fast 2,3 Millionen Euro mehr Einnahmen

(lifePR) ( Köln, )
Die Zahl der Nutzer von Bussen und Bahnen im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) bleibt auf hohem Niveau konstant: Insgesamt haben die Fahrgäste im vergangenen Jahr rund 551 Millionen Fahrten (- 800.000 bzw. - 0,15 %) mit Bus und Bahn unternommen. Das bedeutet, dass im abgelaufenen Jahr 2018 die Fahrgastzahlen der 26 im Beirat des VRS zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen erstmals seit vielen Jahren nicht gestiegen sind. Auch die Einnahmen blieben im Jahresvergleich nahezu identisch, sie lagen aufgrund der leichten Preisanpassung von 1,1 Prozent mit 674,96 Millionen Euro lediglich 2,27 Millionen Euro höher als 2017 (+ 0,34 %). Diese Zahlen zeigen, dass die Infrastruktur in Köln und der Region trotz der großen Bedeutung des ÖPNV für die Mobilität der rund 3,4 Millionen Einwohner im Verbundgebiet an ihre Grenzen stößt. Weitere Gründe für die leicht sinkenden Zahlen sind die mit Streckensperrungen verbundenen Baumaßnahmen (Bsp.: Oberbergische Bahn, S 13), Sturmereignisse mit Einstellung des Betriebs, Streiks sowie der lange und gute Sommer, der insbesondere innerstädtisch viele Kunden auf das Fahrrad hat umsteigen lassen.

„Die Millionen Menschen, die täglich Busse und Bahnen nutzen, belegen, dass der ÖPNV ein unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Lebens ist. Die aktuellen Entwicklungen zeigen aber auch deutlich die Herausforderungen für heute und die nächsten Jahre auf. Insbesondere die Infrastruktur setzt uns Grenzen“, so VRS-Geschäftsführer Michael Vogel. „Wir sind davon überzeugt, dass wir durch die fortschreitende Digitalisierung nicht nur neue Kunden gewinnen, sondern auch das Tarifsystem signifikant vereinfachen werden. Dabei werden wir die bekannten und bewährten Vertriebswege keinesfalls vernachlässigen.“

HandyTicket: Anteil im VRS-Tarif steigt um 58 Prozent

Eines der digitalen Angebote ist das VRS-HandyTicket, das weiterhin sehr gute Verkaufszahlen erzielt. Der Gesamtjahresumsatz im VRS-Tarif liegt bei rund 19,76 Millionen Euro. Damit konnten die HandyTickets im Jahresvergleich einen starken Zuwachs von 58 Prozent (2017: 12,47 Mio. Euro) erzielen. Außerdem schneidet das HandyTicket auch im VRS-Kundenbarometer gut ab: Im ersten Jahr, in dem die „Zufriedenheit mit dem Kauf eines HandyTickets“ erhoben wurde, landete im Zufriedenheitsranking der Fahrgäste im VRS-Gebiet gleich auf Platz 1.

ZeitTickets sind bei den Fahrgästen weiter beliebt

Bei den Fahrten im sogenannten Bartarif (Einzeltickets, AnschlussTickets, Mehrfahrtentickets, Tages- und Gruppentickets) ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang zu verzeichnen: So ist die Zahl der Fahrten von 57,24 Millionen auf 56,25 Millionen (- 1,73 Prozent) gesunken. Ein Grund dafür ist die erfolgreiche Einführung des EinfachWeiterTickets (NRW-Tarif) im Jahr 2017, das zu einem Rückgang bei den VRS-AnschlussTickets geführt hat.

Bei den VRS-Kunden sind Zeitfahrausweisen bzw. Abonnements weiterhin beliebt: So wurden 2018 insgesamt 228,16 Millionen Fahrten mit den ZeitTickets für Erwachsene unternommen. Die Zahl bei den ZeitTickets für Schüler und Auszubildende ist weiter gestiegen: Von 207,31 Millionen im Jahr 2017 auf 207,84 Millionen Fahrten (+ 0,26 Prozent/+ 0,53 Millionen Fahrten) in 2018.

Bei den Zeitkarten für Erwachsene bleibt das JobTicket bzw. GroßkundenTicket der meistgenutzte Fahrausweis: 215.700 Arbeitnehmer (+ 0,98 Prozent/+ 2.100 Kunden) pendelten damit zur Arbeit, nutzten es aber ebenso für Freizeitfahrten und schätzen die vielfältigen Mitnahmemöglichkeiten. Auch die Kundenzahlentwicklung bei den Aktiv60Tickets bleibt positiv: 47.200 (+ 1,51 %, + 700 Kunden) waren 2018 mit ihm mobil. Rückläufig ist hingegen die Zahl der Kunden bei den „Dauerkarten“ (MonatsTicket, MonatsTicket im Abo und MonatsTicket MobilPass): Sie sank auf 160.400 (- 4,55 % bzw. - 3.800 Kunden). Wie in den Vorjahren hat sich auch die Zahl der Kunden rückläufig entwickelt, die mit dem Formel9Ticket unterwegs sind. Sie ist um 1.700 (- 6,07 %) auf 26.300 gesunken. Jedoch handelt es sich hier nicht um „verlorene“ Kunden, sondern vor allem um Umsteiger auf das Aktiv60Ticket.

„Im vergangenen Jahr waren im VRS 13.000 Fahrgäste mehr als 2017 mit einem ZeitTicket unterwegs, sei es ein Schüler-, Semester-, Job- oder MonatsTicket. Das sind beinahe doppelt so viele wie im Vorjahresvergleich, obwohl die Gesamtzahl der Fahrgäste leicht zurückgegangen ist. Dies belegt eindrucksvoll, dass die Kunden gerne ein »Rundumsorglos- Paket« nutzen, mit dem sie 365 Tage lang mobil sein können“, so Vogel.

Kunden informieren sich immer öfter digital

Immer mehr Fahrgäste informieren sich auf digitalen Wegen über das ÖPNV-Angebot, Tickets und Fahrpläne. Das ist das Ergebnis einer weiteren Umfrage, die der VRS im Herbst 2018 durchführte. Die Bekanntheit mobiler Apps ist bei den ÖPNV-Kunden im VRS-Gebiet seit 2014 um ein Fünftel (+ 19,5 Prozentpunkte) gestiegen. Auch die Internetseiten des VRS und seiner Verkehrsunternehmen werden immer bekannter (+ 7,4). Deutlich in der Bekanntheit verloren haben die Fahrplanbücher (- 9,5) sowie die telefonische Erreichbarkeit über die „Schlaue Nummer“ (- 9,8 Prozentpunkte). Mit großem Abstand am meisten Kunden kennen (98 %) und nutzen (90 %) die Aushänge an den Haltestellen (Mehrfachnennungen waren möglich). Besonders gute Werte erzielten die digitalen Infomedien bei der Benutzerfreundlichkeit: 91 Prozent der Befragten sind mit der Nutzung der mobilen Apps zufrieden, bei den Internetseiten sind es sogar 92 Prozent.

Umfrage belegt: Der Preis ist nicht alles

Dass vor allem ein attraktives Angebot Menschen von der Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs überzeugt, belegt ebenfalls das NRW-Kundenbarometer. Hier ließ der VRS erstmals im Rahmen einer Studienergänzung auch Nicht-Nutzer befragen. Diese Ergebnisse liefern ein klares Stimmungsbild zu der Diskussion um fahrgeldlosen ÖPNV: Die Hälfte (49,4 Prozent) der mehr als 800 Befragten aus dem VRS-Gebiet, die bislang den ÖPNV nicht nutzen, gab an, Busse und Bahnen auch als kostenloses Angebot nicht nutzen zu wollen. Gerade einmal 24 Prozent der sogenannten Nicht-Fahrer würde einen kostenlosen ÖPNV „(fast) täglich“ oder „mehrmals die Woche“ in Anspruch nehmen. Als Grund, auch bei kostenlosem ÖPNV nicht auf Busse und Bahnen umsteigen zu wollen, gaben die Nicht- Nutzer in der Mehrheit (57,3 Prozent) an, dass das ÖPNV-Angebot für sie unpassend sei. Insgesamt 22,4 Prozent aller Befragten argumentierten mit mangelnder Qualität des Busund Bahnangebots. In den Städten ist die Bereitschaft umzusteigen generell größer als in den ländlichen Bereichen.
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