Samstag, 25. Februar 2017


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EU beschließt neue Reifenkennzeichnung

VCD: Beitrag zum Klimaschutz, aber Kontrolle notwendig

(lifePR) (Berlin, ) Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) begrüßt die neue Kennzeichnungsverordnung für Autoreifen, die heute in Straßburg vom Europäischen Parlament beschlossen wurde. Gleichzeitig kritisiert der Verband die Ausnahmeregelungen für Reifen von Neuwagen sowie fehlende Kontrollmechanismen. Mit der vereinfachten Kennzeichnung von Kraftstoffeffizienz, Sicherheitseigenschaften und Abrollgeräusch will die EU Verbrauchern die Entscheidung für spritsparende, sichere und leise Reifen erleichtern. Die Kennzeichnung erfolgt mittels eines Labels, das denen von Haushaltsgeräten ähnelt. Das Reifenlabel soll ab dem 1. November 2012 für alle Neureifen verbindlich werden.

Kurt Bayer vom VCD-Bundesvorstand: *Es ist erfreulich, dass die Reifenkennzeichnung nun endlich auf den Weg gebracht wurde. Das ist auch ein Schritt hin zu mehr Klimaschutz im Verkehr: Mit spritsparenden Reifen lässt sich der CO2-Ausstoß eines Autos um bis zu 5 Prozent senken." Im Interesse der Verbraucher fordert der VCD daher alle Reifenhersteller auf, nicht erst bis 2012 zu warten, sondern ihre Produkte schon vorzeitig freiwillig und nachvollziehbar zu kennzeichnen.

Auf Kritik des Umwelt- und Verbraucherverbandes stößt die Wahlmöglichkeit für die Händler, die Label-Aufkleber entweder an jedem Reifen anzubringen oder aber im Verkaufsraum identische Reifen einmalig mit einem gedruckten Etikett zu kennzeichnen. Wichtig sei, dass Verbraucher auf den ersten Blick vergleichen könnten, ob ein Reifen sicher und spritsparend sei. Daher plädiert der VCD dafür, die Label immer am Reifen selbst anzubringen. Es sei zudem nicht nachvollziehbar, dass die Reifen von Neufahrzeugen nicht gekennzeichnet werden müssen. Bayer: *Verbraucher gehen in der Regel davon aus, dass die Autohersteller die optimalsten Reifen für das Fahrzeug ausgewählt haben. Daher neigen sie beim Reifenersatz oftmals dazu, sich für die gleichen Pneus zu entscheiden, ohne auf die Reifen-Eigenschaften zu achten."

Ungeklärt sei bisher, wie eine zuverlässige Kontrolle und mögliche Sanktionen aussehen werden. Hier sind laut VCD auch die deutschen Behörden gefordert, die eineinhalb Jahre bis zur verbindlichen Einführung des Labels zu nutzen, um entsprechende Mechanismen zu schaffen.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: *Verbraucherschutz erfordert Kontrolle und nachhaltige Sanktionen. Wir brauchen eine offizielle, unabhängige Prüfstelle, die über die Einhaltung der Standards wacht. So kann Verbrauchertäuschung durch Billigreifen mit unkorrekten oder gefälschten Kennzeichnungen vermieden werden."

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