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Pressemitteilung BoxID: 682805 (Vereinigung Badischer Unternehmerverbände e.V)
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Wirtschaft im Südwesten setzt Aufwärtstrend fort

Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit

(lifePR) (Freiburg, ) Die baden-württembergische Wirtschaft bleibt nach einem stabilen Aufwärtstrend in der ersten Jahreshälfte auch im zweiten Halbjahr auf Wachstumskurs. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet die Landesbank Baden-Württemberg im Südwesten eine Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts von 2,8 Prozent. Für 2018 wird eine Zunahme von 3,0 Prozent prognostiziert.

Verursacht wird der positive gesamtwirtschaftliche Trend nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg unter anderem durch eine verstärkte Dynamik im Auslandsgeschäft des Verarbeitenden Gewerbes sowie des Maschinenbaus. Sehr positiv entwickelte sich die Branche DV-Geräte, elektronische und optische Erzeugnisse. Dagegen hat die Inlandsnachfrage im verarbeitenden Gewerbe einen Gang zurückgeschaltet. Auf der Sonnenseite steht nach wie vor das Bauhauptgewerbe.

Trotz weiter bestehender Unsicherheitsfaktoren, darunter der drohende Protektionismus in den USA und der Brexit, blicken die deutschen Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft. Nach wie vor bestehen günstige Perspektiven für den deutschen Exportsektor. Bremsend wirkt sich zwar auf einigen Auslandsmärkten der höhere Euro-Kurs aus, es überwiegen jedoch die positiven Effekte der globalen Konjunkturerholung und besonders der wirtschaftlichen Verbesserung in Europa.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich in Baden-Württemberg weiter sehr dynamisch. In den Sommermonaten konnte ein beachtlicher Beschäftigungszuwachs verzeichnet werden. Dementsprechend ging die Arbeitslosigkeit weiter zurück. In Südbaden verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Oktober 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent auf 26.247. Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 9,4 Prozent auf 12.851. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,2 Prozent.

Unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsbranchen

In den einzelnen Wirtschaftsbranchen verläuft die konjunkturelle Entwicklung unterschiedlich. So konnte die Bauwirtschaft von Januar bis September 2017 ihre Umsätze um 15,5 Prozent steigern. Das stärkste Umsatzwachstum verzeichnete dabei der Wohnungsbau mit + 20 Prozent, gefolgt vom Wirtschaftsbau mit + 18,2 Prozent. Der Öffentiche Bau nahm um 9,5 Prozent zu. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 6,4 Prozent. Der Auftragseingang stieg um 4,7 Prozent.

Im südbadischen Gastgewerbe verzeichneten die Beherbergungsbetriebe von Januar und August 2017 im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme der Übernachtungszahlen um 3,9 Prozent (Landesdurchschnitt: 1,8 Prozent). Auch für den Herbst und Winter 2017 rechnet die Branche mit leichten Steigerungen. Hoteliers und Gastronomen können zudem von Umsatzzuwächsen und erneut gestiegenen Beschäftigtenzahlen berichten. Im Vergleich zu 2010 hat sich im südbadischen Gastgewerbe innerhalb von fünf Jahren die Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter um 21,7 Prozent erhöht – die Nachfrage nach Arbeitnehmern ist nach wie vor hoch. Um die Rahmenbedingungen zu verbessern, fordert die Branche eine Flexibilisierung bei den Arbeitszeitregelungen, da die gesetzlich festgelegte Beschränkung der täglichen Arbeitszeit auf höchstens zehn Stunden den Anforderungen z.B. durch das spontane Ausgehverhalten der Gäste nicht gerecht wird.

Der Einzelhandel konnte in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr 2017 eine Umsatzsteigerung von nominal 2,6 Prozent (real 0,5 Prozent) erreichen. Im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet (nominal: + 3,5 Prozent; real: + 1,7 Prozent) fiel der Zuwachs unterdurchschnittlich aus. Hohe Wachstumsraten erzielt nach wie vor der Online-Handel. Die Kaufkraftzuflüsse aus den Nachbarländern Schweiz und Frankreich sind leicht rückläufig. Für die zweite Jahreshälfte erwarten 70 Prozent der Händler stabile bzw. steigende Umsätze, 30 Prozent rechnen mit Umsatzrückgängen.

In der badischen Landwirtschaft hat sich die Marktsituation für die Milcherzeuger vor dem Hintergrund der Abstockung der Tierbestände und des damit verbundenen sinkenden Angebots verbessert; insbesondere die Butterpreise stiegen auf Rekordniveau. Dennoch hält sich die Investitionsbereitschaft in Grenzen, da sich Neuinvestitionen nur für große Betriebe lohnen. In der Schweinehaltung sind die Preise relativ stabil, allerdings herrscht auch hier aufgrund einer bestehenden Rechtsunsicherheit bei bauspezifischen Anforderungen Investitionszurückhaltung. Die Getreideernte lieferte insgesamt befriedigende Erträge. Wegen Frost, Unwettern und einem zu heißen Juni fiel die Erdbeersaison dagegen noch schlechter aus als im Vorjahr. Auch im Bereich Stein- und Kernobst waren massive Ernteverluste zu verzeichnen. Im Spargelanbau konnten hingegen gute Erträge erzielt werden.

Die Spirituosenhersteller konnten im ersten Halbjahr dieses Jahres ihren Absatz um 1,1 Prozent steigern; damit setzt sich der positive Trend des Vorjahres fort. Die vorwiegend in Südwestdeutschland ansässigen Obstbrenner bekommen die schlechte Obsternte 2017 zu spüren; allerdings sind wegen der gut gefüllten Lager keine Lieferengpässe zu befürchten. Durch das Auslaufen des Branntweinmonopols Ende 2017 werden Marktverschiebungen erwartet, deren Umfang derzeit noch nicht abgeschätzt werden kann.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie erlitt in Baden-Württemberg von Januar bis September 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang von 2,1 Prozent. Im Einzelnen sanken die Umsatzzahlen in der Textilindustrie um 3,5 Prozent, in der Bekleidungsindustrie um 0,9 Prozent. Da die Auftragsbücher in der Textilindustrie gut gefüllt sind, kann hier noch ein ausgeglichener Jahresabschluss erreicht werden. Die Beschäftigung ist weiterhin erfreulich stabil.

Die Geschäftslage im Verkehrsgewerbe hat sich im 2. Quartal 2017 aufgehellt, wobei die Stimmungslage in Baden besser ist als im gesamten Bundesgebiet. Die Fahrzeugauslastung ist deutlich angestiegen. Zu kämpfen haben die Unternehmen mit steigenden Personal-, Fahrzeug- und Treibstoffkosten. Die Prognosen für das 2. Halbjahr 2017 sind weniger optimistisch.