Sonntag, 28. Mai 2017


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Multiresistente Keime sind eine der größten Herausforderungen für moderne Medizin

(lifePR) (Hamburg, ) Es gibt eine aktuelle öffentliche Diskussion um multiresistente Keime in deutschen Krankenhäusern. Auch das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) versorgt schwer kranke Patienten, deren Widerstandskraft gegen derartige Keime geschwächt ist. Das Auftreten von multiresistenten Keimen ist für alle Krankenhäuser ein ständiges Risiko. Eine Besiedlung mit solchen Erregern bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass der Betroffene an diesen Erregern auch schwer erkrankt.

Im UKE werden regelhaft viele Screeningtests bei Risikopatienten veranlasst. Es gibt zahlreiche Regeln, die dann bei Nachweis eines multiresistenten Erregers befolgt werden müssen, um andere Patienten zu schützen und die erkrankten Menschen optimal zu versorgen. Im UKE wird dabei ein hoher Aufwand betrieben: Das UKE folgt konsequent den Empfehlungen des Robert Koch Instituts (RKI). Entsprechend den RKI-Empfehlungen werden aufgenommene Patienten daraufhin überprüft, ob ein Risiko für eine Besiedlung mit einem multiresistenten gramnegativen Erreger (4 MRGN) gegeben ist. Als Risikopatienten gelten solche, die mit einem Patienten mit 4 MRGN im gleichen Zimmer gelegen haben sowie Patienten mit einem kürzlich stattgefundenen Krankenhausaufenthalt in Hochrisikoländern (z.B. Griechenland, Italien, Indien, Asien, Israel, Nordafrika, Arabische Halbinsel). Alle auf einen Keim positiv getesteten Patienten werden von anderen Patienten isoliert behandelt.

Durch diese den RKI-Richtlinien folgenden Maßnahmen wurde in den letzten Wochen bei sechs Patienten ein multiresistenter 4 MRGN Klebsiella pneumoniae Stamm festgestellt. Bei zwei Patienten verlief die Besiedelung ohne Folgen. Eine ältere schwererkrankte Krebspatientin, die ebenfalls besiedelt war, verstarb nach einem großen chirurgischen Eingriff ohne Einwirkung des Erregers. Bei einem Patienten, der bereits seit längerer Zeit aufgrund einer kritischen Erkrankung mit allen Mitteln der Intensivmedizin versorgt wird, sowie zwei weiteren Patienten wurde eine Infektion mit Klebsiellen nachgewiesen.

Aufgrund des konsequenten Screenings ist aktuell bei sieben anderen Patienten eine Besiedlung mit Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) auf einer Station festgestellt worden. Die Patienten haben keinen Schaden davongetragen. Es wurden die notwendigen weitergehenden Maßnahmen ergriffen. Das zuständige Gesundheitsamt Nord wurde vorsorglich über den Verdacht informiert.

Zum Hintergrund


Die Umsetzung der personellen Ausstattung erfolgt im UKE nach den Richtlinie des Robert-Koch-Instituts (RKI)
2 Hygieniker und 11 Stellen für Hygienefachkräfte
45 Hygienebeauftragte Ärzte
Hygiene-Mentoren (Pflegekräfte) auf allen Stationen und in allen Funktionsbereichen
Zentrale Hygienekommission
Dezentrale Kommissionen auf Zentrums- bzw. Klinikebene
Das UKE hat eine Hygiene-Professur
1965, vor 50 Jahren, entwickelten Herzchirurgen des UKE gemeinsam mit Bode Chemie, Hamburg, das erste marktfähige alkoholische Händedesinfektionsmittel, Sterillium®

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