Samstag, 25. Februar 2017


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Krankengeld im Urlaub nur mit Genehmigung?

(lifePR) (Leipzig, ) Empfänger von Krankengeld dürfen verreisen. Doch viele sind unsicher, ob die Kasse vorher zustimmen muss. Dabei ist die rechtliche Lage klar.

Ulrike P. ist seit drei Monaten wegen einer Depression krankgeschrieben und bekommt Geld von der Kasse. Die 35-Jährige hat eine Psychotherapie begonnen und die Therapeutin empfiehlt Luftveränderung. Am liebsten würde Frau P. zu ihren Eltern fahren. Aber darf sie das einfach?

"Zustimmen muss die Kasse nur bei Auslandsreisen - sonst kann sie das Krankengeld für diese Zeit stoppen", sagt Susann Sperling von der Leipziger Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Wer in Deutschland bleibt, erhält sein Geld auch ohne Genehmigung weiter. "Im Inland kann man also anstandslos verreisen", so Sperling.

Klar geregelt sind die Bestimmungen zum Krankengeld im Sozialgesetzbuch V. "Dort gibt es keine Vorschrift, dass die Versicherten für Reisen in Deutschland eine Erlaubnis brauchen", erklärt die UPD-Beraterin. "Sie müssen auch nicht Bescheid sagen, wenn sie längere Zeit nicht zuhause sind."

Trotzdem gibt es für Krankengeld-Empfänger ein paar Regeln zu beachten. So darf die Reise der Genesung nicht schaden und man sollte keine Untersuchungen und Behandlungen versäumen. Auch ist es gut, erreichbar zu bleiben und jederzeit Termine der Kasse wahrnehmen zu können - etwa eine Untersuchung beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Sperling: "Am besten bitte ich jemanden, regelmäßig meine Post zu sichten und Bescheid zu sagen, wenn ein Brief von der Versicherung dabei ist."

Noch wichtiger ist es, diese Regeln bei einem Auslandsaufenthalt zu beachten. Denn: Die Kasse muss nach dem Gesetz jederzeit überprüfen können, ob man weiterhin arbeitsunfähig ist - und das kann außerhalb Deutschlands schwieriger werden. Daher sollte man die Kasse vorab um Zustimmung bitten. "Am besten räumt man dabei gleich mögliche Bedenken aus", sagt Sperling. "Zum Beispiel durch klare Angaben, dass und wie man im Ausland erreichbar ist." Ergänzend empfiehlt sich eine Bestätigung vom behandelnden Arzt, dass die Reise medizinisch unbedenklich ist.

UPD-Tipp: Mehr Informationen zum Thema Krankengeld und Urlaub gibt es unter www.patientenberatung.de/krankengeld, zum Beispiel zur Frage "Wie stelle ich den Urlaubsantrag bei der Kasse richtig?"

Die nächste UPD-Beratungsstelle finden Sie in Leipzig. Da die regionale Beratung zurzeit sehr stark nachgefragt wird, wenden Ratsuchende sich bitte zunächst an das bundesweite UPD-Beratungstelefon.

Die UPD berät per Gesetz kostenlos und neutral zu allen Gesundheitsfragen – vor Ort in 21 Städten, im Internet unter www.patientenberatung.de und am bundesweiten Telefon (gebührenfrei im Festnetz):

Deutsch: 0800 0 11 77 22 (Mo bis Fr 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr)
Türkisch: 0800 0 11 77 23 (Mo / Mi 10-12 Uhr, 15-17 Uhr)
Russisch: 0800 0 11 77 24 (Mo / Mi 10-12 Uhr, 15-17 Uhr)
Arzneimittel: 0800 0 11 77 25 (Mo / Di / Do 9-16 Uhr, Mi / Fr 9-13 Uhr)

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