Hunger schraubt Rekordmarke auf 22 Siege

125. Kieler Woche, 22. bis 30. Juni

(lifePR) ( Lübeck, )
Die Karibik lässt grüßen: 29 Grad über Land und 26 Grad über Wasser schienen die Athleten der Kieler Woche am vierten Tag in fremde Gefilde zu katapultieren. Einzig der Wind schwächelte etwas zum Abschluss der Regatten in den internationalen Klassen. Dennoch gelangen noch einmal zwei Rennen in den elf Klassen. Dreimal durften sich deutsche Teams über Kieler-Woche-Gold freuen. Insgesamt trugen sich acht Nationen in die Siegerliste ein.

Besonders intensiv lachte die Sonne für Wolfgang Hunger (Strande). Der Rekordweltmeister im 505er und der Rekord-Kieler-Woche-Sieger feierte auf seinem Heimatrevier seinen 22. Sieg. Mit an Bord: Holger Jess (Eckernförde), der somit auf der Kieler Außenförde auch schon elfmal siegreich war – achtmal davon mit Wolfgang Hunger. Das Duo, das nach längerer Trennung im vergangenen Winter zur WM in Australien wieder gemeinsam aufgetreten ist, hatte bereits ein Rennen vor Abschluss den Sieg sicher. Zwar reichte es in der leichten Brise nur zum sechsten Rang in der ersten Wettfahrt des Tages, aber die britischen Verfolger, Penny und Russell Clark, konnten den Rückstand nicht ausreichend verkürzen, um noch einmal Platz eins anzugreifen. Damit war das Abschlussrennen reines Trainingssegeln für Hunger/Jess. „Die erste Wettfahrt heute war schon spannend. Wir sind in der Mitte gestartet und nur als Zwölfte oben angekommen, immerhin haben wir uns dann noch als Sechste ins Ziel gerettet. Damit war alles klar. Danach konnten wir dann ein bisschen unseren Speed für die Europameisterschaft testen“, erklärte Wolfgang Hunger. Mit den zweitplatzierten Briten und dänischen Brüdern Jörgen und Jacob Bojsen-Möller war absolute Weltspitze vor Kiel am Start. Holger Jess wünschte sich für die Zukunft aber auch mehr Masse: „Wenn einige mal aufhören, in der Liga rumzujuxen, und sich mal wieder richtig messen wollen, dann wachsen auch wieder die Felder.“

Auf der gleichen Bahn wie die 505er segelten die Flying Dutchman. Und hier gelang den Ungarn Szabolcs Majthényi/András Domokos eine absolute Rarität: Nach elf Rennen mussten sie sogar einen ersten Rang streichen, denn in allen Wettfahrten ließen sie die komplette Konkurrenz hinter sich. Damit machten die FD-Rekordweltmeister das halbe Dutzend an Siegen vor Kiel voll. Noch häufiger siegten die Ungarn allerdings bei den Welttitelkämpfen: Zwölfmal gewannen Majthényi/Domokos den WM-Titel – zuletzt im Februar vor Neuseeland. Vor Kiel mussten sich auf den Rängen zwei und drei die Tschechen Jiri Hruby/Roman Houdek sowie Kai Schäfers/Andreas Happich (Arnsberg) geschlagen geben.

Mit dieser eindrucksvollen Bilanz übertrafen die Flying Dutchman alle weiteren Seriensieger der Kieler Woche in den internationalen Klassen. In höchst überzeugender Manier krönten sich dennoch die Triumphatoren in der Europe, der 2.4mR, Laser 4.7 sowie den Skiffs zu Kieler-Woche-Siegern.

Anna Livbjerg hatte die gemischte Konkurrenz aus Männern und Frauen in der Europe jederzeit im Griff. Die Dänin agierte stets in den Top-Drei und landete acht Tagessiege in den elf Wettfahrten. Damit führte sie ein skandinavisches Trio an. Carl Ljunggren (Schweden) verteidigte durch einen Sieg in der letzten Wettfahrt den zweiten Rang gegen Kristian Medina-Praest (Dänemark).

In der 2.4mR wurde das letzte angesetzte Rennen nicht mehr gesegelt und die Flotte der inklusiven Klasse von Seglern mit und ohne Behinderung in den Hafen geschickt. Am Ergebnis hätte die elfte Wettfahrt ohnehin nichts mehr geändert, zu überlegen segelte Heiko Kröger vor der Konkurrenz. Der Hamburger hatte nach fünf Siegen zum Auftakt in der zweiten Hälfte zwar eine „Ergebnisdelle“, bei insgesamt sieben Siegen, zwei zweiten und einem dritten Platz gab es aber keinen Zweifel an seinem zwölften Kieler-Woche-Sieg. Einen starken Auftritt legte auch Kalle Dehler hin. Der Neueinsteiger in diese Mini-Yacht hat perfekt in die Klasse gefunden, beendete die Serie vor Kiel mit zwei Tagessiegen. Kurzum: Dem 63-Jährigen gehört die Zukunft. Der drittplatzierte Finne Antti Kokkala ist sechs Jahre älter. „In Kiel zu gewinnen, ist immer schön. Ich habe mich riesig gefreut, dass es geklappt hat“, sagte Kröger und erklärte zum Aus des Segelns bei den Paralympics: „Darüber sind wir hinweg. Die Paralympics haben wir nicht mehr nötig. Wir haben es geschafft, so in das normale Leben zu wechseln, wie es wohl in keiner anderen Sportart möglich ist.“

Mit gerade einmal 14 Jahren ist Ole Schweckendiek der bisher jüngste Kieler-Woche-Sieger dieses Jahres. Nachdem der Kieler bei der Europameisterschaft in Südfrankreich vor drei Wochen als Dritter in der Altersklasse U16 groß aufgetrumpft hatte, toppte er nun seine bisherige Performance. Erst im vergangenen Jahr ist er vom Opti in den Laser umgestiegen, jetzt war er der Konkurrenz haushoch überlegen. Mit dem Sieg im vorletzten Rennen machte er alles klar und hat nun schon Pläne für die nächste Klasse: „Im Sommer steht noch die Deutsche Meisterschaft zur Travemünder Woche an, danach werde ich dann irgendwann in den Laser Radial umsteigen.“ Auf dem Podium zur Sieger-Pressekonferenz hatte er offenbar Spaß: „Vielleicht kann ich im nächsten Jahr wieder hier sein.“

Internationale Sieger gab es in den schnellen Skiff-Klassen. Bei den Musto Skiffs wahrte der Brite Peacock seine Top-Position vor dem Niederländer Paul Dijkstra. Iver Ahlmann (Büdelsdorf) gelang noch knapp der Gewinn der Bronze-Medaille. Bei den Foiling Dinghys gab es zwar zwei Deutsche auf dem Podium. Aber der Schweizer Adriano Petrino verwies Max Lutz (Kiel) und Julian Ramm (Itzehoe) auf die folgenden Plätze.

In den weiteren Klassen gab es am Schlusstag noch einige Verschiebungen und Abstürze von der Spitze. Mit der Frühstart-Disqualifikation auf dem Konto mussten die bis Montag Führenden im 29er, Jonas Schupp/Moritz Hagenmeyer (Ammersee), vorsichtig agieren. Doch dann ging in den drei Tagesrennen komplett der Rhythmus verloren. Das Duo rutschte noch bis auf Platz zehn ab. So war der Weg frei für die skandinavische Konkurrenz. Mit der besten Leistungskurve des Schlusstages sprangen die Norweger Mathias Berthet/Alexander Franks-Penty auf Platz eins und verwiesen Ville Korhonen/Edvard Bremer (Finnland) sowie Marius Westerlind/Olle Aronsson (Schweden) auf die weiteren Podiumsplätze.

Auch ein weiterer Deutscher stürzte zum Finale noch von der Spitze. Christoph Homeier (Bremen) konnte die im starken Wind erwirtschaftete Vorgabe bei den Contendern nicht durch die schwache Brise retten. Europameister Sören Andreasen (Dänemark) und der Deutsche Meister Max Billerbeck (Kollmar) zogen noch vorbei. „Ich bin ja leider nicht als Super-Leichtwind-Crack bekannt, daher war es klar, dass es schwierig wird. Mir fehlte bei solchen Bedingungen der Speed. Das haben Sören und Max besser hinbekommen“, sagte Homeier, kündigte aber auch gleich den Angriff auf seinen vierten Kieler-Woche-Sieg im nächsten Jahr an.

Im Laser Radial hatten die Deutschen nichts mit der Titelvergabe zu tun. Malte Winkel war hier als Zehnter der beste GER-Segler. Ein beachtliches Ergebnis, ist er doch nur aus Trainings- und Spaßgründen vom 470er in den Laser umgestiegen. An der Spitze mischte sich das internationale Feld noch einmal durch. Wonn Kye Lee (Singapur) gewann im Schlussspurt vor Emma Savelon (Niederlande) und Otto Henry (Australien).

Bei der einzigen Meisterschaft im Rahmen der 125. Kieler Woche, der Europameisterschaft der OK-Jollen, demonstrierte Superstar Fredrik Lööf seine Überlegenheit. Mit dem Sieg im ersten Tagesrennen hatte der Schwede seinen Titel aus dem Vorjahr bereits verteidigt und konnte dann ganz entspannt an Land segeln. Valerian Lebrun (Frankreich) und Thomas Hansson-Mild (Schweden) folgten auf den weiteren Podiumsplätzen. Jan Kurfeld (Wismar), lange mitten im Medaillenkampf dabei, erlebte einen schwarzen Tag. Nachdem er bereits am Montag wegen Pumpens ein Rennen aufgeben musste, durchkreuzte die Jury auch am letzten Tag seine Pläne. Als er in der Verfolgerfahrt nach dem Abfallen wieder anluvte, wertete die Jury seine Körperbewegung als Pumpen. Mit der erneuten Gelben Flagge war nicht nur das Rennen beendet, sondern Kurfeld auch mit der Meisterschaft durch. „Einige werten die Aktion, andere anders“, ärgerte sich der Wismaraner und ging zum Abschlussrennen nicht mehr an den Start. Mit dreimal voller Punktzahl rutschte er noch auf Platz 23 ab.

Kieler Woche (22. bis 30. Juni):

Teil 1: (22. bis 25. Juni):

Samstag, 22., bis Montag, 24. Juni: Youth Sailing Champions League

Samstag, 22., bis Dienstag, 25. Juni; 505, FD, Laser Rad. (open), 29er, Musto Skiff, 2.4mR, Laser 4.7, Europe, Contender, Foiling Open (inklusive Waszp und Moth)

OK-Europameisterschaft.

Teil 2: (26./27. bis 30. Juni):

Laser Std. M, Laser Rad. W, Finn M, 49er M, 49erFX W, Nacra17 Mix.

Donnerstag, 27., bis Sonntag, 30. Juni: 420er, J/24, J/80 und J/70.

Seebahn:

Samstag, 22. Juni: Rendezvous der Klassiker.

Samstag/Sonntag (22./23. Juni): Welcome Race (ORC Club, Albin Express, Albin Ballad und Multihull). Aalregatta: (Yardstick, OD, Folkeboot).

Samstag, 22. Juni, bis Dienstag, 25. Juni: Kiel-Cup (ORC Int.)

Sonntag (23. Juni): Start des Nord Stream Races (Swan 50)

Mittwoch bis Sonntag (26.-30. Juni): Mixed Doublehand Offshore (ORC Club).

Donnerstag, 27. Juni: Senatspreis (ORC Club)

Freitag/Samstag, 28./29. Juni: Das Silberne Band (ORC Club).
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.