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Deutsche KfW-Bank zieht sich aus Staudammprojekt in Bosnien-Herzegowina zurück

Die deutsche Entwicklungsbank KfW hat heute bestätigt, dass sie ihre Pläne zur Finanzierung des umstrittenen Janjići-Wasserkraftwerks am Fluss Bosna in Bosnien-Herzegowina eingestellt hat

(lifePR) (Sarajewo / Radolfzell, )
Im Jahr 2014 wurde ein Darlehensvertrag über 30 Mio. EUR zwischen der KfW und dem öffentlichen Energieunternehmen Elektroprivreda Bosne i Hercegovine (EPBIH) für das 15,75-MW-Kraftwerk Janjići unterzeichnet. Dieses umstrittene Projekt würde einen 16 m hohen Damm umfassen und einen malerischen und ökologisch bedeutsamen Flussabschnitt mit einer Reihe von Stromschnellen fluten.

Der Flussabschnitt flussaufwärts der Stadt Zenica wird von der lokalen Bevölkerung sowie Fischern geschätzt und bietet geschützten Arten wie Fischotter und mindestens 15 Fischarten von europäischer Bedeutung (darunter der gefährdete Huchen) Lebensraum. Das Wasserkraftwerk wäre das erste große Hindernis für die Fischwanderung von der Donau über die Save und die Bosna bis nach Sarajevo.

"Ein Jahr nachdem wir eine Beschwerde bei der Bank eingereicht haben, begrüßen wir diese Entscheidung. Wir möchten unseren Freunden von anderen NGOs, die uns bei dieser Kampagne unterstützt haben, unseren Dank aussprechen. Der nächste Schritt ist die Streichung des Kraftwerks aus dem Raumordnungsplan, und Eko Forum hat bereits eine Initiative beim kantonalen Ministerium für Raumordnung eingereicht", sagt Samir Lemeš von der lokalen Initiative Eko Forum Zenica.

"Diese Entscheidung ist bemerkenswert, weil die KfW sich immer mehr aus der Finanzierung von Wasserkraft zurückzieht, was wir sehr begrüßen. Das trägt auch der Tatsache Rechnung, dass Wasserkraft enorme Schäden an der Natur und der Lebensgrundlage der Menschen vor Ort hinterlässt", sagt Annette Spangenberg, Leiterin Naturschutz bei der deutschen Stiftung EuroNatur.

"Dies ist ein vielversprechender Schritt der deutschen KfW und eine wunderbare Nachricht für den Fluss Bosna sowie für die Menschen, die an ihm leben. Wir werden nun darauf achten, dass kein anderer Geldgeber das Projekt unterstützt", so Ulrich Eichelmann von Riverwatch.

"Das Janjići-Wasserkraftwerk entspricht eindeutig nicht den Standards der KfW, da die wunderschönen Stromschnellen und Inseln des Flusses Bosna in einem 3 km langen Stausee geflutet werden sollen. Nach dieser Entscheidung der KfW muss die Regierung Schritte zum langfristigen Schutz dieses und vieler anderer einzigartiger bosnischer Flüsse unternehmen", sagte Andrey Ralev, Biodiversitätscampaigner bei CEE Bankwatch Network.

"Die Bosna ist der Fluss, nach dem unser Land benannt ist. Er hat einen unbeschreiblichen Wert für uns alle. Der Versuch, ihn durch den Bau des Janjići-Wasserkraftwerks trotz des Widerstands der Öffentlichkeit und im Widerspruch zu nationalen und internationalen Umweltgesetzen zu zerstören, war ungeheuerlich. Jeder illegale Angriff auf die Umwelt in Bosnien-Herzegowina macht mich sehr betroffen, vor allem dieser, denn der Fluss Bosna ist Teil meiner Identität. Ich bin sehr dankbar, dass die KfW beschlossen hat, verantwortungsvoll zu handeln", fügt Emina Veljović vom Aarhus Center hinzu.

Hintergrundinformationen:


Projektinformationen auf der KfW Website finden Sie HIER
Die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ hat den Schutz der wertvollsten Flüsse auf dem Balkan zum Ziel. Insgesamt sind zwischen Slowenien und Griechenland fast 3.500 Wasserkraftwerke geplant. Die Kampagne wird von den NGOs Riverwatch und EuroNatur koordiniert und gemeinsam mit Partnerorganisationen aus den Balkanländern durchgeführt. Der Partnerorganisation in Bosnien-Herzegowina sind das Center for Environment (CZZS) und ACT.
Die Kampagne wird unter anderem unterstützt von: Manfred-Hermsen-Stiftung.

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EuroNatur ist eine gemeinnützige, international tätige Naturschutzstiftung mit Sitz in Radolfzell am Bodensee. Ziel ist der grenzübergreifende Erhalt wertvoller europäischer Natur- und Kulturlandschaften mitsamt ihrer Artenvielfalt. Hauptbestandteil der Arbeit von EuroNatur ist es, Menschen und Natur zu verbinden - die Grundlage, um einen langfristigen Erfolg der Projekte zum Schutz von Wildtieren wie Wölfen, Bären, Luchsen, Zugvögeln und ihren Lebensräumen zu erreichen.

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