Neues Projekt der Stiftung Auge startet

Sehbehinderung bei Senioren in Heimen früher erkennen

(lifePR) ( Bonn, )
Millionen von älteren Menschen sind nahezu blind. Häufig fehlt nur die passende Sehhilfe. In anderen Fällen gibt es Versorgungslücken vor allem in Alten- und Pflegeheimen, die Altersblindheit begünstigen. Die Stiftung Auge startet daher im November 2014 bundesweit ein Projekt, das die Lebenssituation älterer Menschen mit Sehbehinderungen in Seniorenheimen gezielt erfasst und Versorgungslücken aufdecken soll. Auf dem Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) 2014 in Leipzig spendeten Augenärzte mehr als 10 000 Euro zugunsten der Stiftung Auge, um das neue Projekt zu unterstützen.

Werden Erkrankungen wie etwa die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), grüner Star (Glaukom) oder diabetische Netzhauterkrankung nicht frühzeitig erkannt und behandelt können sie zu Sehbehinderungen und Erblindung führen. Da die Deutschen immer älter werden, rechnen Augenärzte damit, dass die Zahl dieser Augen-Erkrankungen stark zunehmen wird: Bis 2030 wird mit einem deutlichen weiteren Anstieg von etwa 13 Prozent der von AMD- und Glaukom Betroffenen im Vergleich zum Jahr 2008 gerechnet.

"Basierend auf Studien aus anderen Industrienationen müssen wir zudem von einem hohen Anteil unerkannter Sehbehinderung in Alten- und Pflegeheimen ausgehen", warnt Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge der DOG und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Denn in vielen Einrichtungen leben Menschen, deren Sehbehinderung gar nicht erkannt oder erfasst ist. Gleichzeitig liegen Hinweise für eine unzureichende Versorgung in Heimen vor. "Obwohl in Deutschland augenärztliche Hilfe auf höchstem Niveau für jeden verfügbar ist, gelangt sie oft nicht zu den Menschen in Seniorenheimen, wobei verschiedene Faktoren hierbei eine Rolle spielen", so Holz.

Das neue Projekt der Stiftung Auge "Ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen (OVIS)" will diese Problematik systematisch erfassen und Versorgungslücken identifizieren. Die Studie schließt Bewohner in Seniorenheimen aus verschiedenen Regionen Deutschlands ein. Die Experten besuchen dafür Heime u.a. von Arbeiterwohlfahrt, Caritas und Diakonie. Erfahrene Ärzte erfassen dort die vorhandenen Angaben zur Augenanamnese und führen Untersuchungen des gesamten Auges durch.

Die Studie wird wissenschaftlich begleitet von Professor Frank Krummenauer, Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke. Im Vorfeld haben bereits mehrere Universitäts-Augenkliniken ihr Interesse an einer aktiven Teilnahme an dem Projekt erklärt. Auch auf dem DOG 2014 unterstützen viele Kongress-Teilnehmer die Stiftung und ihr neues Projekt mit einer Spende. Wie in den vergangenen Jahren fanden drei Benefizaktionen statt: das Benefizkonzert "DOG in Concert", eine Auktion, bei der im Rahmen des Gesellschaftsabends drei historische Geräte und zwei Lehrbücher aus der Ophthalmologie unter den Hammer kamen und der "Eye Run" - ein Fünf-Kilometer-Lauf, gesponsert von Heidelberg Engineering. Insgesamt kamen fast 10 300 Euro an Spenden zugunsten der Stiftung Auge zusammen.
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