WiO-Projekte nehmen Formen an

Kommunale Wohnungsgesellschaft hat die Startlöcher verlassen

(lifePR) ( Osnabrück, )
Bezahlbare Wohnungen für Menschen mit geringerem Einkommen schaffen: Das ist das Ziel der im vergangenen Jahr unter dem Dach der Stadtwerke Osnabrück geschaffenen Wohnungsgesellschaft „Wohnen in Osnabrück“, kurz WiO. Alleine in den kommenden fünf Jahren sollen rund 100 Millionen Euro in verschiedene Bauvorhaben investiert werden – und die ersten Projekte nehmen schon Formen an.

Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis die junge kommunale Wohnungsgesellschaft Mieter in ihren eigenen Immobilien begrüßen kann, doch die Entwicklung der ersten WiO-Wohnungen hat bereits Fahrt aufgenommen. „Es ist gut, dass unsere Wohnungsgesellschaft bereits die ersten konkreten Projekte für die Bürgerinnen und Bürger vorantreibt“, sagt die WiO-Aufsichtsratsvorsitzende Susanne Hambürger dos Reis. „Osnabrück ist in den letzten sechs Jahren um 8.300 Einwohner gewachsen. In den nächsten Jahren brauchen wir 3.000 neue Wohnungen, dafür wird auch die WiO einen wichtigen Beitrag leisten“, so der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde.

Mit ihren Projekten wird die WiO in den kommenden Monaten in mehreren Osnabrücker Stadtteilen Gesicht zeigen – beispielsweise im neuen Landwehrviertel. Im aktuell größten Baugebiet der Stadt, das von der Stadtwerke-Tochter ESOS entwickelt wird, ist der Bau eines bereits vor der Gründung der WiO projektierten Mehrfamilienhauses mit 22 Wohneinheiten schon weit vorangeschritten. Bauherr ist und bleibt zwar die ESOS, jedoch erhält die WiO Belegrechte für 20 Prozent des Wohnraums in dieser Immobilie zu vergünstigten Mieten. „Der Einzug der ersten Mieter ist ein Meilenstein, auf den wir gemeinsam bis Mitte des Jahres hinarbeiten, bevor unsere größeren Projekte entstehen werden“, sagt WiO-Geschäftsführer Marcel Haselof.

Im Landwehrviertel sollen mittel- bis langfristig 200 bis 250 Wohnungen für die neue Wohnungsgesellschaft entstehen, erklärt Holger Clodius von der Stadt Osnabrück, der ebenfalls Geschäftsführer der WiO ist.

Neuartiges Wohnprojekt geplant

Ein besonderes Vorhaben der WiO befindet sich fast in direkter Nachbarschaft: Am Eversburger Friedhof entstehen rund 150 Wohneinheiten in vier größeren Mehrfamilienhäusern. Im Projekt „Große Eversheide“ sollen auch die Voraussetzungen geschaffen werden, mehrere Wohngruppen für junge Menschen mit Einschränkungen anzubieten. Angedacht ist ein neuartiges Wohnprojekt, in dem die Bewohner weitestgehend selbstbestimmt leben können.

Wie an der „Großen Eversheide“ werden auch in den weiteren WiO-Projekten die Quotenregelungen bezüglich der Mietpreise gelten, die der Rat der Stadt Osnabrück der Wohnungsgesellschaft mit auf den Weg gegeben hat. 40 Prozent der Wohnungen werden preisgebunden zu einer Kaltmiete von 5,80 Euro pro Quadratmeter vermietet und weitere 20 Prozent zu 7,20 Euro pro Quadratmeter. Die restlichen 40 Prozent des Wohnraumes gehen zu Mieten von ein wenig mehr als zehn Euro pro Quadratmeter auf den Markt. „Damit schaffen wir sozial ausgeglichene Quartiere“, sagt Clodius.

40-20-40-Regelung als Maßstab

Die 40-20-40-Regelung soll in Zukunft auch in den anderen WiO-Projekten gelten, beispielsweise am Schinkelbad. Auf Teilen der ehemaligen Liegewiese und der Fläche der ehemaligen Neuapostolischen Kirche sollen für die Wohnungsgesellschaft drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt rund 30 Wohneinheiten entstehen.

Weit vorangeschritten ist derweil die Etablierung des Mieterbeirates – eine Vorgabe des Rates an die WiO. Das Mieterauswahlgremium wirkt insbesondere bei der Vergabe des geförderten Wohnraums mit. Durch das Aufstellen von Kriterien zur Wohnungsvergabe sorgt es für eine diskriminierungsfreie, transparente Vermietung. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Beratung der WiO-Geschäftsführung. „Die Besetzung des Beirates ist ganz bewusst in der Mehrzahl durch externe Experten besetzt worden, die uns helfen werden, insbesondere bei der Mieterauswahl die richtigen Entscheidungen zu treffen,“ erläutert Marcel Haselof. Die WiO-Vertreterinnen und -Vertreter werden durch Fachleute aus Sozialverbänden, der Stadt Osnabrück und der Mieterschaft unterstützt.

Mehr Informationen auf www.wohnen-in-osnabrueck.de.

Wohnen in Osnabrück (WiO)

Die WiO ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück, das vor allem die Entwicklung von bezahlbarem Wohnraum in der Stadt Osnabrück vorantreibt. Ihren Ursprung hat die WiO in einem Bürgerentscheid aus dem Jahr 2019, in dem sich die Menschen in Osnabrück mehrheitlich für die Gründung einer kommunalen Wohnungsgesellschaft ausgesprochen hatten. Die WiO wurde im Juli 2020 nach Beschluss des Stadtrates unter dem Dach der Stadtwerke ins Leben gerufen. Der Aufsichtsrat der WiO besteht aus Susanne Hambürger dos Reis (SPD, Vorsitzende), Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde (CDU, Stellvertretender Vorsitzender) Frank Henning (SPD), Anne Kura (Grüne), Annette Meyer zur Strohen, Verena Kämmerling (beide CDU), Thorsten Wassermann (UFO), Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Thomas Fillep (Kämmerer), Christoph Hüls und Dr. Stephan Rolfes (Vorstände der Stadtwerke Osnabrück).
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