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Fünf Jahre Kunstgrenze: Eine neue "Grenzkultur"

Kunst statt Maschendraht: Die 22 Skulpturen des Künstlers Johannes Dörflinger auf Klein Vendig als Symbol des neuen friedlichen Europa

(lifePR) (Konstanz, )
Die erste und bislang weltweit einzige Kunstgrenze Konstanz/Kreuzlingen feiert am Wochenende ihren fünften Geburtstag. Statt eines bis dahin trennenden Grenzzauns markieren seit 2007 22 Skulpturen des Künstlers Johannes Dörflinger den Verlauf der Landesgrenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Neben dem künstlerischen Aspekt dokumentiert der Wegfall des Grenzzauns und die Einweihung der Kunstgrenze am 28.04.2007 ein neues Kapitel in der Geschichte der benachbarten Städte Konstanz auf der deutschen Seite und Kreuzlingen auf der Schweizer Seite.

Zwei Städte sind durch Kunst verbunden

Es ist die Tatsache, dass die Skulpturen nicht an der Grenze, sondern tatsächlich direkt auf der Grenze stehen, also zur Hälfte jeweils auf Schweizer und auf deutschem Gebiet, die dem Projekt seinen einzigartigen Charakter verleiht. Die beiden Städte sind dadurch im wahrsten Sinne des Wortes durch die Kunst verbunden. Viele haben dazu beigetragen, dass dieses einzigartige Projekt realisiert werden konnte. Die Zollbehörden, die politischen Gremien, die Mitarbeiter in den Verwaltungen beider Städte und viele andere. Viele Hürden mussten genommen werden und manche außergewöhnlichen Ereignisse waren zu verzeichnen. So tagte zum Beispiel der Kulturausschuss zum ersten Mal in seiner Geschichte auf Klein Venedig auf der Grenze. Zu verdanken ist das Projekt vor allem jedoch einer privaten Initiative: nämlich dem Engagement der Johannes Dörflinger-Stiftung und ihrer Präsidentin Bettina Rosenburg. Die Stiftung mit Sitz in Kreuzlingen hat sich mit rund 1.000.000 CHF engagiert, um das Projekt zu realisieren.

Kunstgrenze im Europarat

Mittlerweile hat sich die Kunstgrenze zu einem echten Besuchermagneten entwickelt. Aber nicht nur unter touristischen Blickwinkel ziehen die die acht Meter hohen Skulpturen viel Aufmerksamkeit auf sich. Im März erhielt die Kunstgrenze eine europaweite Anerkennung. Als Symbol der neuen Grenzkultur wurden kleinformatige Repliken der Skulpturen und großformatige Fotos der Kunstgrenze im Rahmen der 22. Vollversammlung des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates im Palais de l'Europe in Straßburg ausgestellt. Die Kunstgrenze ist das erste Kunstwerk überhaupt, das bei dem Kongress im Europarat präsentiert wurde. Mit der Ausstellung wurde die Kunstgrenze als Dokument für ein freies Europa ohne Grenzen und als Meilenstein in der Geschichte der nachbarschaftlichen Beziehung der beiden Länder Deutschland und Schweiz gewürdigt. Oberbürgermeister Horst Frank sagte bei der Vernissage im Palais de l'Europe: "Bei der Kunstgrenze offenbart die Kunst im besten Sinne ihre Potenziale einer verbindenden und vereinenden Humanität, sie schafft aus einem Niemandsland einen Raum der Begegnung, sie ist ein Symbol des neuen, friedlichen Europa."

Anregung für weitere Grenzstädte

Die damalige Schweizer Bundekanzlerin Annemarie Huber-Hotz hatte bei der Eröffnung der Kunstgrenze davon gesprochen, dass diese als "Aufbruch zu einer neuen Grenzkultur" stehen könne: als einzigartiges und friedliches Beispiel für viele andere Grenzen in der Welt, an denen noch die Waffen die vorherrschende Sprache dominieren - und vielleicht als Anregung für weitere Grenzstädte. Josef Bieri, der frühere Stadtammann von Kreuzlingen und Mitinitiator des Projekts, machte in Straßburg den Vorschlag, dass der Kongress der Regionen und Gemeinden Europas 300 Meter Kunstgrenze einem Land im Nahen Osten schenken könnte. "Die Absicht ist natürlich", so Bieri, "damit zu erreichen, dass sich ein möglichst entspanntes Zusammenleben entwickeln kann".

Blick zurück

Die Entfernung des Grenzzauns bedeutete einen historischen Meilenstein für die Städte Konstanz und Kreuzlingen. Über Jahrhunderte hindurch war die Grenze zwischen den beiden Städten unbefestigt, lediglich an den Straßenübergängen waren Kontrollen vorhanden. Die Situation veränderte sich in der Zeit des Nationalsozialismus grundlegend, als 1939 zunächst zwischen Kreuzlinger Zoll und Wiesenstraße sowie Bahnlinie und See und noch im gleichen Jahr zwischen Paradies und Tägermoos ein Grenzzaun errichtet wurde. Das heutige Gebiet Klein Venedig gab es damals noch nicht. Das Gebiet wurde erst in den fünfziger und sechziger Jahren aufgeschüttet, indem es als Müllkippe ausgewiesen und am Ende mit einer Erdschicht bedeckt wurde. Die Aufschüttung wurde 1968 abgeschlossen. Ab 1973 wurde auch hier die Grenze dann mit dem Zaun und dem Seetor gesichert.

Obwohl der Grenzabschnitt auf Klein Venedig, auf dem die Kunstgrenze steht, also erst in späteren entstanden ist, ist er doch repräsentativ für die Grenze insgesamt. Dies unterstrich auch der Abbruch des Grenzzauns im August 2006, der ein überaus starkes Echo hervorgerufen hatte.
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