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Latinas: "Krebs ist Schicksal"

Fatalistisches Denken bei Lateinamerikanerinnen bremst deren Teilnahme an Krebsvorsorgeuntersuchungen

(lifePR) (New York / Heidelberg, )
Eine fatalistische Einstellung von Frauen lateinamerikanischer Herkunft, den sogenannten Latinas, ist möglicherweise der Grund dafür, dass sie auf Krebsvorsorgeuntersuchungen verzichten. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Karla Espinosa de los Monteros und Dr. Linda Gallo von der San Diego State University, USA. Sie haben nachgewiesen, dass Frauen, die medizinischen Vorsorgemaßnahmen und dem Verlauf einer Krankheit skeptisch gegenüberstehen, nicht motiviert sind an Früherkennungspro-grammen zur Erkennung von Gebärmutterhals-, Brust- und Dickdarmkrebs teilzunehmen. Ihre Forschungsergebnisse werden in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift International Journal of Behavioral Medicine veröffentlicht.

In den USA werden Krebsvorsorgeuntersuchungen von Latinas am wenigsten in Anspruch genommen. Anders als Nichtlateinamerikanerinnen weißer Hautfarbe glauben sie, dass sich Krebs nicht verhindern lasse und dass eine entsprechende Diagnose unausweichlich zum Tod führt. Derartige Überzeugungen führen dazu, dass die Vorteile von Screening-Untersuchungen verkannt werden. Fatalismus kann daher ein wesentliches Erklärungsmuster dafür sein, dass nur verhältnismäßig wenige Latinas Krebsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen.

In elf quantitativen Studien untersuchten die Autorinnen das Verhältnis zwischen Fatalismus und der Einstellung zu Krebsvorsorgeuntersuchungen. Sie wollten herausfinden, wie stark sich dieser Faktor bei der Entscheidung zur Teilnahme an einem Krebs-Screening bemerkbar macht, wenn man von dem niedrigen sozioökonomischen Status und dem oftmals begrenzten Zugang dieser Gruppe zu medizinischen Leistungen absieht. Acht der elf Studien befassten sich mit der Untersuchung zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs, sieben von Brustkrebs und eine von Dickdarmkrebs.

Um einschätzen zu können, ob die Teilnehmerinnen eine fatalistische Einstellung hatten, wurden die Frauen befragt, in welchem Maße sie folgenden Aussagen zustimmten oder diese ablehnten: "Krebs ist wie eine Todesstrafe", Krebs ist eine Strafe Gottes", "Krankheit ist Schicksal", "Gegen Krebserkrankungen lässt sich wenig ausrichten", "Die Zukunft sollte nicht beeinflusst werden, weil sie in Gottes Hand liegt".

Die Wissenschaftlerinnen stellten fest, dass es bei sieben der elf Studien ein statistisch signifikant umgekehrtes Verhältnis zwischen Fatalismus und der Teilnahme an Krebsvorsorgeuntersuchungen gab. Dieses Ergebnis zeigt, dass eine fatalistische Einstellung in der Tat ein Hemmnis sein kann, an einem Krebs-Screening teilzunehmen, insbesondere wenn man den geringen sozioökonomischen Status dieser Gruppe sowie ihren begrenzten Zugang zu medizinischen Leistungen berücksichtigt. Die Autorinnen geben jedoch zu bedenken, dass für ein besseres Verständnis unbedingt weiterhin der Zusammenhang erforscht werden muss zwischen sozioökonomischen und strukturellen Faktoren, die den Zugang zu medizinischen Maßnahmen erschweren, Fatalismus und der Einstellung zur Krebsvorsorge.

Für die Autorinnen bedeutet dies: "Erst wenn wir begreifen, dass der Fatalismus bei lateinamerikanischen Frauen ein Hauptgrund für ihre geringe Inanspruchnahme von Krebsvorsorgeuntersuchungen ist, können wirkungsvolle und kulturell angemessene Maßnahmen entwickelt werden, um so die ethnisch bedingten Unterschiede beim Umgang mit Krebs zu reduzieren.

Quelle

1. Espinosa de los Monteros K & Gallo LC (2010). The relevance of fatalism in the study of Latina's cancer screening behavior; a systematic review of the literature. International Journal of Behavioral Medicine; DOI 10.1007/s12529-010-9119-4
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