Dienstag, 12. Dezember 2017


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Konstruktiv ist anders: Kassen planen Versorgung von Morgen mit Zahlen von Gestern

Berlin, (lifePR) - "Mit Zahlen von gestern kann man nicht die Versorgung von morgen gestalten", so kommentiert der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Dirk Heinrich, die Zahlenspiele des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen. In den letzten Tagen behauptete der Kassenverband, dass es zum einen immer noch zu viele Ärzte gebe und dass zum anderen die Einkommen der Ärzte überzogen sei.

"Ich hab noch nie ein Argumentationsgerüst so schnell einstürzen sehen, wie das der Krankenkassen aus den letzten Tagen. Denn die Theorien zu den vermeintlich hohen Arztzahlen beruhen auf der Bedarfsplanung von 1993. Die berücksichtigt weder die regionale Verteilung, den gestiegenen Behandlungsbedarf im ambulanten Bereich noch die Altersstruktur der Ärzte. Selbst die Politik hat inzwischen Handlungsbedarf erkannt und reagiert mit einem Versorgungsgesetz", betont Dr. Heinrich.

"Ich verstehe nicht, warum derzeit nur die Krankenkassen ihre Augen vor den Versorgungsproblemen der Zukunft verschließen", erklärt der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes. Die Kassen handelten offenbar allein nach dem Motto: Die Versorgung meiner Versicherten ist mit egal, Hauptsache die Beiträge steigen nicht.

Und auch die Studie, mit der der Spitzenverband angeblich überbordende Ärztehonorare anprangert, ist - wie der Leiter des IGES-Instituts Professor Bertram Häussler heute erklärte - eine theoretische Hochrechnung, die jedenfalls die Schlüsse der Krankenkassen nicht zulasse: Einen Vergleich zu den 142.000 Euro Reinertrag oder gar den 164.000 Euro Ertrag habe das IGES nie gezogen, so der Leiter des IGES-Instituts Professor Bertram Häussler heute. "Zudem ist die gesamte Datenlage der Studie schief. Sie enthält weder kalkulatorische Kosten noch Privathonorare und schon die Basisdaten des Statistischen Bundesamtes sind indifferent und nicht adjustiert auf die tatsächlichen Verhältnisse in den unterschiedlichen Praxisformen", erläutert Dr. Heinrich.

"Es ist ein Armutszeugnis, wenn die Krankenkassen die Versorgung mitgestalten wollen, sich aber Zahlen von gestern und einer Anti-Ärztepropaganda von vorgestern bedienen. Konstruktiv ist anders", so Dr. Heinrich.

NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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