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Pressemitteilung BoxID: 678459 (Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V.)
  • Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V.
  • Kleinhaderner Weg 1
  • 82166 Gräfelfing
  • http://www.naturland.de
  • Ansprechpartner
  • Steffen Reese
  • +49 (89) 898082-0

Naturland Seelachs aus der Nordsee

Nachhaltige Seelachsfischerei Naturland Wildfisch zertifiziert

(lifePR) (Gräfelfing/Cuxhaven, ) Seelachs ist hierzulande einer der beliebtesten Speisefische. Er eignet sich bestens für die Weiterverarbeitung und wird daher vielfach als frisches und gefrorenes Filet im Handel angeboten. Allerdings gilt der Fisch in den meisten Fanggebieten als überfischt und damit als bedroht. In der nördlichen Nordsee und im Skagerrak ist der Bestand dagegen stabil. Dort ist nun erstmals eine Seelachsfischerei gemäß den Naturland Wildfisch Richtlinien zertifiziert. Ziel ist es, diesen Bestand kontrolliert nachhaltig zu befischen und so zu erhalten. Dazu erarbeitete der Verband mit Fischereiexperten und Umweltschützern projektspezifische Bewirtschaftungsauflagen. Die Weiterverarbeitung der Fische erfolgt gemäß den Naturland Öko-Richtlinien.

Fünf deutsche Fischereischiffe fangen den Seelachs sowie die Beifischarten Kabeljau, Schellfisch und Seehecht gemäß den Naturland Richtlinien für nachhaltige Fischerei. Organisiert und vermarktet werden die Fänge durch die Kutterfisch-Zentrale in Cuxhaven. „Voraussetzung für die zertifizierte Seelachsfischerei ist zum einen die nachhaltige Befischung der Bestände und zum anderen ein minimaler Einfluss auf das Meeresökosystem“, erklärt Naturland Fischereiexperte Dr. Stefan Bergleiter. Die Fangmengen richten sich immer nach aktuellen wissenschaftlichen Daten. Die Zertifizierung fordert zudem eine wissenschaftliche Zusammenarbeit im Rahmen von geeigneten Forschungsprojekten.

Beifang vermeiden, Mitarbeiter absichern
Die zertifizierte Fischerei minimiert den Einfluss auf das Meeresökosystem durch leichtere Netze mit besonders großen Maschenweiten. Dadurch lässt sich nicht nur der Spritverbrauch der Schiffe senken und die Bodenberührung der Netze minimieren. Die besonders großen Maschen der Schleppnetze ermöglichen es kleinen Fischen, zu entkommen. So wird gewährleistet, dass sich mehr Fische fortpflanzen können und der Bestand stabil bleibt. Gefischt wird ausschließlich in festgelegten Fangkorridoren, die auf Basis detaillierter Seekarten und Expertenempfehlungen definiert werden.

Ein weiteres wichtiges Thema sind die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter an Bord und an Land. Wie bei allen Naturland zertifizierten Erzeugern und Verarbeitern müssen auch beim Fang sowie bei der Weiterverarbeitung die obligatorischen Sozial-Richtlinien eingehalten werden. Die Schiffe von Kutterfisch fahren unter deutscher Flagge und sind den strengen Richtlinien der Maritime Labour Convention (MLC) unterworfen, die über die Berufsgenossenschaft Verkehr kontrolliert werden. Um diesen zu entgehen, haben andere Fischereischiffe vielfach ihren Heimathafen in Drittländern.

Zehn Jahre Naturland Wildfisch
Das Engagement von Naturland zu nachhaltiger Fischerei begann 2007 in Tansania am Viktoriasee. Über 1.000 Fischer fangen dort Nilbarsch gemäß den Naturland Wildfisch Richtlinien. Durch die Einhaltung der hohen Naturland Sozialstandards wird deren Lebens- und Arbeitsumfeld verbessert. In Deutschland ist ein Projekt mit 26 handwerklichen Heringsfischern in der Ostsee nach den Naturland Richtlinien zertifiziert.

Für jedes Fischereiprojekt erarbeitet ein geladenes Expertengremium mit Vertretern aus Ämtern, Forschungseinrichtungen, Fischereiverbänden und Umweltorganisationen ergänzend zu den Naturland Wildfisch Basiskriterien projektspezifische Zertifizierungsauflagen. Die Auflagen werden von den Experten alle zwei Jahre überprüft und gegebenenfalls angepasst.