Mittwoch, 22. Februar 2017


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Medienwoche diskutiert Medienpolitik für das Internetzeitalter

BBC-Generaldirektor Thompson: Public Value für die Digitale Gesellschaft

(lifePR) (Berlin/Potsdam, ) .
- Prof. Thomas Vesting: Wir brauchen eine Aufsichtsbehörde für alle Interessengruppen

"Wie kann eine Medienpolitik aussehen, die dem Internetzeitalter etwas angemessener ist als unsere bisherigen Instrumentarien?" Um diese Eingangsfrage von Moderator Dr. Lutz Hachmeister, Direktor des IfM, Institut für Medien- und Kommunikationspolitik, ging es am heutigen Dienstagvormittag beim Kongress der medienwoche@IFA (29. August bis 5. September) im Internationalen Congress Centrum ICC in Berlin.

In seiner Keynote ging BBC-Generaldirektor Mark Thompson zunächst auf das Verständnis der BBC von den Aufgaben des public service broadcast in Zeiten des Internet ein.

Wie schafft man Public Value in einer digitalen Gesellschaft? Dies sei eine der zentralen Fragestellungen gerade für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, so der Chef des britischen Traditionssenders. Kernaufgabe seines Hauses sei es, Qualitätsinhalte herzustellen und ihre Auffindbarkeit auch in der digitalen Ära sicherzustellen, ohne dabei die in 80 Jahren Sendergeschichte etablierten Stärken, Kompetenzen und Werte der BBC zu verlieren. Der Übergang sei zwar unbequem, das Ergebnis jedoch nützlich für alle, vor allem für die Gesellschaft.

Thompson betonte, dass sich die BBC nicht in Feldern engagieren solle, die der Markt bereits gut abdecke. Entsprechend beantwortete er die Frage von Hachmeister nach einer eigene Suchmaschine für das öffentlich-rechtliche Fernsehen: Die BBC sei Content-Produzent und es gehöre zu den Aufgaben des Senders, diese Inhalte einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich, also auch im Internet auffindbar zu machen. Suchmaschinen wie Google, Yahoo u.a. gäbe es ausreichend. Hier böten sich strategische Partnerschaften an.

Grundsätzlich dürfe "das öffentlich-rechtliche Angebot nicht auf die klassischen Medien beschränkt werden, "sonst wird es sterben, wenn eines Tages das Internet die Hauptquelle für Inhalte ist." Und eine Welt, deren Inhalte allein vom Markt bestimmt würden, werde erheblich weniger Vielfalt bieten.

Ähnlich sieht es der Medienrechtswissenschaftler Thomas Vesting, der im Anschluss über eine zeitgemäßere Aufstellung der Medienregulierung sprach: Politisch abgepufferte Institutionen erzeugten ein reicheres Angebot, das zeige der Vergleich mit Ländern, die über so etwas nicht verfügten. Damit schaffe das öffentlich-rechtliche System einen Mehrwert, der vom privaten Markt nicht erreicht werde. Hier, in der Modellvielfalt und der Entwicklung von neuen Formalten, müsse der Akzent noch stärker gesetzt werden.

Für ein zeitgemäßes Medienrecht müsse man aber zunächst von einer ex ante- zu einer ex post-Strategie kommen; gemeinsam mit Lutz Hachmeister, der die Frage in die Runde warf, warum man überhaupt ein eigenständiges Medienrecht in Deutschland brauche und sich die teuren Kontrollanstalten leiste, warb Vesting dafür, "erst zu sehen, wie sich die Märkte entwickeln und mit welchen herkömmlichen Mechanismen Recht ausgeübt werden kann. Dann kann man entscheiden, wo eine spezifische Medienregulierung überhaupt nötig ist". Er forderte die Installation einer plural besetzten bundesweiten Aufsichtsbehörde, in der alle Interessengruppen des Medienmarktes vertreten seien. Nur so könne man auch der immer stärkeren Fragmentierung durch die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft begegnen - der extremsten Herausforderung für das tradierte Modell des herkömmlichen Rundfunks.

Der dreitägige Medienkongress von Medienboard und Medienanstalt Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit den Ländern Berlin und Brandenburg in Kooperation mit der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) dauert noch bis Mittwoch, 3. September.

Die Medienwoche vom 29. August bis 5. September umfasst den Internationalen Medienkongress (1.-3. September), die IFA (29. August - 3. September), das Format medienpolitik@IFA und das M100 Sanssouci Colloquium (5. September) in Potsdam, sowie eine Vielzahl von begleitenden Events. In der Verbindung von Kongress, Messe und Events ist die Medienwoche mit rund 15.000 Fachbesuchern eines der größten Branchentreffen seiner Art in Europa.

Mehr unter www.medienwoche.de.

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