Sonntag, 18. Februar 2018


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Reinhardt warnt vor Planwirtschaft in der Gesundheitspolitik

"Am Reißbrett ist das Versorgungsproblem nicht zu lösen"

Berlin, (lifePR) - Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, hat mit Blick auf die Bemühungen um die medizinische Versorgung in unterversorgten Gebieten ausdrücklich vor "planwirtschaftlichen Instrumenten" gewarnt. "Wir werden nicht auf dem Reißbrett festlegen können, welcher Arzt wo zu praktizieren hat", sagte Reinhardt vor dem Hintergrund des aktuell vom Sachverständigenrat im Gesundheitswesen vorgelegten Gutachtens zum Thema Ärztemangel. Die Regierungsberater hatten Gesundheitsminister Hermann Gröhe unter anderem vorgeschlagen, Hausärzten in unterversorgten Gebieten einen Honorarzuschlag von 50 Prozent zu gewähren - Geld, das Kolleginnen und Kollegen in angeblich überversorgten Gebieten entzogen werden soll. Darüber hinaus sollen die kassenärztlichen Vereinigungen unter bestimmten Umständen in überversorgten Gebieten verpflichtet werden, frei werdende Praxen aufzukaufen.

"Bei allem Respekt vor dem Bemühen, die Versorgung in der Fläche sicher zu stellen, wird uns weder Planwirtschaft, noch das Umverteilen von Geld zu Lasten der Kolleginnen und Kollegen, die an anderer Stelle die Versorgung gewährleisten, wirklich weiterhelfen", sagte Reinhardt. Derartige Initiativen seien nicht nur zum Scheitern verurteilt, sondern verstellten auch den Blick dafür, dass ein Trend zur Verstädterung nicht aufzuhalten sei. "Es wird bestimmten Regionen nicht weiterhelfen, wenn man dorthin mit aller Gewalt einen Arzt verfrachtet, während gleichzeitig der letzte Bäcker oder der letzte Fleischer der Region den Rück kehrt", sagte Reinhardt. Auf den schon lange absehbaren Wandel in der Bevölkerungsstruktur müsse flexibler und vielschichtiger reagiert werden. Zu solchen Lösungsansätzen könnten lokale Gesundheitszentren ebenso gehören wie mobile Praxen oder Hol- und Bringdienste, so wie dies der Sachverständigenrat sinnvollerweise auch vorgeschlagen habe. Reinhardt betonte in diesem Zusammenhang die Bereitschaft und Verpflichtung der ärztlichen Selbstverwaltung und auch der ärztlichen Verbände, diese Debatte mit eigenen Vorschlägen zu unterstützen.

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