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Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.

Baustelle Krankenhaus - HNO-Ärzte fordern neue Strukturen für Kliniken

83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., 16. bis 20. Mai 2012, Rheingoldhalle Mainz

(lifePR) (Bonn, )
Die angespannte Finanzlage der Länder und gesundheitspolitische Entscheidungen der letzten Jahre setzen medizinische Einrichtungen zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Um die damit verbundene steigende Arbeitsbelastung für das Personal zu mindern, Qualitätsverlust in der Patientenversorgung zu verhindern und qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen, muss ein Umdenken in Politik und Verwaltung geschehen, mahnen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Was sich "im Krankenhaus der Zukunft" ändern muss, ist ein Thema auf der Pressekonferenz am 15. Mai 2012 anlässlich der 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC). Die Tagung findet vom 16. bis 20. Mai 2012 in der Rheingoldhalle Mainz statt.

In den vergangenen 20 Jahren stieg die Zahl der Patienten in Krankenhäusern stetig. Gleichzeitig sank deren Verweildauer: Kliniken betreuen heute etwa ein Viertel Patienten mehr, während der einzelne Patient durchschnittlich fast ein Drittel weniger Zeit dort verbringt. Ein Grund hierfür ist, dass medizinische Einrichtungen durch gesundheitspolitische Entscheidungen, wie die Einführung der Diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG-System), zunehmend unter wirtschaftlichen Druck geraten. "Unter dieser Entwicklung leidet nicht nur das Personal, das nun in kürzerer Zeit mehr Patienten versorgen muss. Auch die Patientenzufriedenheit ist zunehmend gefährdet", kritisiert Professor Dr. med. Gerhard Rettinger, Vorstandsmitglied der DGHNO KHC, im Vorfeld des HNO-Jahrestagung. "Patienten müssen immer mehr Einschnitte in Versorgung und Service in Kauf nehmen."

Um auch als Arbeitgeber für Ärzte attraktiv zu bleiben, entwickeln Kliniken bereits Angebote für den medizinischen Nachwuchs. Einige Privatkliniken bieten beispielsweise an, Studienabschlüsse im Ausland zu unterstützen. "Auch die öffentlich finanzierten Kliniken müssen sich attraktiver machen und verstärkt um den Nachwuchs werben, so Professor Rettinger, Ärztlicher Direktor der Hals-Nasen-Ohrenklinik des Universitätsklinikums Ulm. Wichtig seien darüber hinaus feste Arbeitszeitregelungen, strukturierte Weiter- und Fortbildungen und die Chance für das Personal, sich beruflich individuell zu entwickeln. Zudem müssten sich Kliniken überlegen, wie sie Ärzte von den steigenden, wenig beliebten bürokratischen Tätigkeiten entbinden. Hiefür böten sich Computerprogramme wie die elektronische Patientenakte oder Klinikinformationssysteme an, die aber in Deutschland noch in den Kinderschuhen stecken.

Auf der Jahresversammlung der DGHNO KHC diskutieren HNO-Ärzte gemeinsam mit Vertretern aus Verwaltung und Klinikführung konkrete Lösungsansätze, die den Klinikalltag verbessern und das Gesundheitssystem entlasten. "Wir benötigen keine weitere Umverteilung der Ressourcen, die mittlerweile vollständig ausgeschöpft sind, sondern neue Ansätze für das gesamte System", erläutert Rettinger. "Primär stehen dabei die Gewinnung und Bindung von qualifiziertem Personal sowie die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen im Fokus der Rundtischgespräche. Nur dadurch können wir das zentrale Ziel erreichen, die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern. Denn im Mittelpunkt der klinischen Versorgung steht der Patient." Darüber hinaus findet eine Diskussion über neue Strukturen statt, die auf die zunehmende Spezialisierung - auch in einem umschriebenen Fach wie die HNO-Heilkunde - Rücksicht nimmt. Auf der Pressekonferenz am 15. Mai 2012 greift der HNO-Arzt diese und weitere Lösungsansätze zur Umstrukturierung der Kliniken auf und informiert über den aktuellen Stand.
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