Samstag, 16. Dezember 2017


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Gibt es eine "Karriere des schlechten Schlafes"?

Jahrestagung der Schlafmediziner diskutiert die Frage, ob Ein- und Durchschlafstörungen bei Kleinkindern den Grundstein für chronische Schlafstörungen während des gesamten Lebens legen

Jena, (lifePR) - „Regulationsstörungen“ nennt man es unter Fachleuten, wenn Kleinkinder unter Schlaf-, Schrei- und Essproblemen leiden. Ein- und Durchschlafprobleme sind bei Kleinkindern weit verbreitet, so leiden zwischen 15 und 45 % zwischen 0,5 und 4 Jahren an Schlafproblemen. Nicht selten stehen damit Essprobleme und häufiges Schreien in Verbindung. „Solche Regulationsprobleme sind oftmals nicht nur der Vorbote von zukünftigen psychischen Beeinträchtigungen, sondern auch von chronifizierten Schlafproblemen“ sagt Angelika Schlarb, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Universität Bielefeld. Anhand von verschiedenen Studien soll auf der 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, die vom 9.-11. November 2017 in Münster stattfindet, der Zusammenhang von kindlichen Regulationsproblemen und späteren Schlafstörungen erläutert und genauer betrachtet werden.

Schlafen kann so kinderleicht sein – oder auch nicht. Gegenwärtige Forschungsarbeiten zeigen, dass ein früh gestörter Schlaf sich manifestieren kann und somit chronifiziert. In der Regel versuchen die Eltern ihre Kinder, die unter Schlaf-, Schrei und Fütterproblemen leiden mit unterschiedlichsten Hilfestellungen zu unterstützen. Auf diesem Wege kann es jedoch passieren, dass sich die Problematik nicht auflöst, sondern das Kind lernt nur mit Anwesenheit der Eltern, der Milchflasche oder auch dem Föngeräusch einzuschlafen. Ähnliche Assoziationen können sich bezüglich des Essens oder des häufigen Schreiens einstellen. Besonders im Hinblick auf die Schlafproblematik raten Experten daher nach und nach ein selbstgesteuertes und selbstreguliertes Vorgehen seitens des Kindes auszuprägen, da sich ansonsten in der Tat eine Karriere des schlechten Schlafes zeigt. „In einer Umfrage bei erwachsenen Patienten konnten wir aufzeigen, dass diejenigen, die später eine Psychotherapie in Anspruch genommen hatten, schon als Kinder vermehrt an Ein- und Durchschlafproblemen sowie unter Alpträumen gelitten hatten. Gesunde Erwachsene hingegen berichteten von solchen Schlafauffälligkeiten in der Kindheit nicht“, weiß Frau Prof. Schlarb.

Kindliche Regulationsprobleme können also als Risikofaktor für Schlafprobleme, jedoch auch als frühe Symptomatik einer ADHS gesehen werden. In diesem Zusammenhang ist Schlaf ein Kernthema, da die kindliche Entwicklung auf einem gesunden Schlaf basiert. „Schlaf sollte in seiner Bedeutung nicht unterschätzt und bei auftretenden Schlafproblemen frühzeitig gehandelt werden“, mahnt Angelika Schlarb. Trainingsprogramme für Eltern, wie das Mini-KiSS Training für Kinder zwischen 0,5 und 4 Jahren oder das Kinderschlaftraining KiSS für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren können hier Abhilfe schaffen und sind sehr erfolgreich. Nähere Infos dazu finden Sie unter http://www.uni-bielefeld.de/psychologie/abteilung/arbeitseinheiten/07/MiniKiSS/.

Hintergründe und mögliche Ansätze zur Behandlung frühkindlicher Regulationsprobleme werden im Programm der Jahrestagung der DGSM in Münster vertiefend thematisiert. Das gesamte Programm der 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) vom 9.-11. November 2017 ist ersichtlich auf der Homepage www.dgsm-kongress.de. 

 

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