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Taufe des ‚Gestein des Jahres‘ in Iphofen:

Gips als Held des Alltags

(lifePR) (Berlin, )
Gips ist ein Rohstoff, der aus dem täglichen Leben kaum wegzudenken ist. Gipsprodukte finden beispielsweise im Bauwesen Anwendung im Trockenbau, bei der Gestaltung von Oberflächen (z. B. Stuckgips) sowie im Schall-, Brand- und Wärmeschutz. Weithin bekannt ist der medizinische Einsatz als Gipsverband oder als Formengips in der Keramikindustrie. Und Gips ist als Ausgangsgestein von Geotopen von herausragender Bedeutung, auf Gipssubstraten bilden sich artenreiche Biotope von besonderer Schönheit. Er wird durch Abbau, aber derzeit auch noch zu großen Teilen aus der Rauchgasentschwefelung bei der Braunkohleverstromung gewonnen. Voraussichtlich im Jahr 2038 werden in Deutschland die letzten Braunkohlekraftwerke abgeschaltet. Ein Kuratorium des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaftler e. V. (BDG) hatte aufgrund dieser Aktualität den Gips zum Gestein des Jahres 2022 ernannt. Im Rahmen eines Festakts wurde heute am Sitz der Knauf Gips KG im unterfränkischen Iphofen Gips offiziell als Gestein des Jahres 2022 getauft.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Gipsindustrie e. V. und der Knauf Gips KG wurde der Festtag in Iphofen gestaltet. Vor über 80 Gästen gab es Impulsreferate zum Gestein des Jahres von Dr. Manuel Lapp, Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen, von Holger Ortleb, Geschäftsführer des Bundesverband der Gipsindustrie e. V., zur Bedeutung des Gipses als vielfältiger Baustoff sowie von Dr. Andreas von Heßberg, Lehrstuhl für Störungsökologie und Vegetationsdynamik an der Universität Bayreuth, zum Bezug eines nachhaltigen Gipsabbaus zur Artenvielfalt. Abschließend stellte Marco Pabstmann, Direktor Technik Zentraleuropa, die Firma Knauf vor.

Thomas Bremer, Vorsitzender des Bundesverband der Gipsindustrie e. V.: „Wir freuen uns, dass der Gips zum Gestein des Jahres 2022 gekürt wurde. In einem Spannungsfeld zwischen Geologie und Wirtschaft kommt diesem Rohstoff damit eine entsprechende Bedeutung zu.“

Andreas Hagedorn, Vorsitzender des Berufsverband deutscher Geowissenschaftler e. V., ergänzte: „Wir begegnen dem Gips und seinen Produkten überall, regelmäßig und in gewohnten Situationen: Er ist ein Held des Alltags!“

Nach dem eigentlichen Taufakt informierten sich die Gäste direkt aus erster Hand an Standorten der Knauf Gips KG über den Sachstand eines modernen wie naturverträglichen Gipsabbaus und der Weiterverarbeitung. Insgesamt gibt es in Deutschland in Hessen, Thüringen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg in 82 Gewinnungsstellen einen aktiven Gipsabbau.

Zum Hintergrund:

Bildung und Vorkommen

Gips (CaSO4 x 2 H2O) ist ein Mineral, das sich durch einen großen Formenreichtum auszeichnet Für monomineralische Gesteine dieser Zusammensetzung werden landläufig die gleichen Bezeichnungen verwendet. Korrekterweise sollten eigentlich die Begriffe „Gipsstein“ und „Anhydritstein“ benutzt werden. Gips enthält Kristallwasser, wohingegen Anhydrit die kristallwasserfreie Ausbildung ist, im Griechischen bedeutet anhydros „ohne Wasser“. Gips entsteht durch Ausfällung in tropischen Flachmeeren. In Abhängigkeit der Löslichkeit der Salze fallen mit Erhöhung des Salzgehaltes, der Salinität, zuerst Karbonate, dann Sulfate und zuletzt Chloride aus. Auch in Binnenseen kann es unter aridem Klimaeinfluss verdunstungsbedingt zu einer Zunahme der Salinität des Wassers kommen.

Primärer Gipsschlamm verfestigt sich während und nach der Ausfällung zu Gipsstein. Durch zunehmende Überdeckung kommt es zur Entwässerung und der Bildung von Anhydritstein. Die Ausbildung ist meist feinkörnig und massig, wobei Gipsstein eine eher weiße bis braun-graue Farbe aufweist, der Anhydritstein zu weißgrauen, auch bläulichen oder rötlichen Farben tendiert. Sehr markante Gefügebilder können durch Fremdeinlagerungen, wie z. B. tonig-bituminöse Bestandteile oder Karbonate entstehen. Gipsstein ist etwas weicher und lässt sich mit dem Fingernagel ritzen, Anhydrit dagegen nur mit dem Messer. Aufgrund der guten Wasserlöslichkeit kommt es in Sulfatgesteinen wie bei den Karbonaten zur Subrosion und zur Karstbildung. Häufig tritt Subrosion auf, wobei sich Höhlen, Erdfälle, Dolinen und Schlotten bilden.

Ausgangsgestein artenreicher Geotope

Als Rohstoffe nutzbare Sulfatgesteine kommen in Deutschland überwiegend in der Zechstein-Zeit vor, darüber hinaus auch im Oberen Buntsandstein, im Mittleren Muschelkalk und in verschiedenen Keuperlagen.

Gips und Anhydrit sind aber auch Ausgangsgesteine zahlreicher Geotope. Die Sperenberger Gipsbrüche bei Zossen, südlich von Berlin, die „Nationales Geotop“ sind, wurden durch einen mächtigen Salzdiapir an die Oberfläche gebracht. Mehrere wassererfüllte Restlöcher zeugen von dem bis ins 12. Jahrhundert zurückreichenden Bergbau. Hier wurde im Jahre 1871 an der seinerzeit tiefsten Bohrung der Welt eine Temperaturzunahme von 1 K je 33 m bis in 1271,6 m Tiefe gemessen. Es ist damit die Typlokalität der geothermischen Tiefenstufe.

Die Gipskarstlandschaft Südharz erstreckt sich als schmaler Gürtel über die Länder Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Magerrasen, Kalkbuchenwälder, Gipssteilhänge, Felsfluren, Quellsümpfe, wassergefüllte Erdfälle, Bachauenwälder, um nur einige zu nennen, bilden unterschiedlichste und artenreiche Lebensräume. In spektakulärer Weise hängen in der Barbarossahöhle am Kyffhäuser in Thüringen große Lappen von Anhydrit von Decken und Wänden.

Etwas weiter muss man reisen, um ausgedehnte Dünen aus feinkörnigem Gips zu bewundern. Das White Sands National Monument im amerikanischen Bundesstaat New Mexico ist ein ca. 700 km² großes Naturschutzgebiet im Tularosa-Becken und durch Gipsdünen geprägt.

Mehr Informationen zum Gestein des Jahres unter: www.gestein-des-jahres.de

Der BDG Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V. ist die berufliche Interessenvertretung der Geowissenschaften der festen Erde in Deutschland. Er vertritt seit über 35 Jahren die Interessen der ca. 30.000 Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler in Deutschland gegenüber Politik, Öffentlichkeit und anderen Berufsgruppen. Die inhaltlichen Tätigkeitsschwerpunkte des BDG orientieren sich an den vier Hauptbeschäftigungsbereichen in den Geowissenschaften: Industrie und Wirtschaft, Ämter und Behörden, Geo-/Ingenieurbüros und Freiberufler/innen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen. 

Bundesverband der Gipsindustrie e.V

Der Bundesverband der Gipsindustrie e. V. vertritt die Interessen der gipsabbauenden und gipsherstellenden Unternehmen in Deutschland. Er ist aus dem 1899 gegründeten Deutschen Gipsverein hervorgegangen und repräsentiert heute eine sowohl von mittelständischen als auch von großen Unternehmen geprägte Branche mit ca. 6.000 Mitarbeitern. Zu den Aufgaben des Verbands gehört die Darstellung der Vorteile des Baustoffs Gips sowie der modernen Trocken- und Leichtbauweisen mit Gips in der Fachwelt ebenso wie in der breiten Öffentlichkeit. Die Forschung und Entwicklung für neue Anwendungsmöglichkeiten des Materials, für nachhaltige, ressourcenschonende Herstellungs- und Veredelungstechniken sowie für den bauphysikalisch und technisch optimalen Einsatz in Gebäuden wird begleitet, koordiniert und mit ihren Ergebnissen kommuniziert. Der Bundesverband der Gipsindustrie e. V. engagiert sich in der nationalen sowie europäischen Normung. Er positioniert sich darüber hinaus in den Diskussionen zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen der Bauwirtschaft, der Rohstoffgewinnung sowie dem Umwelt- und Naturschutz.

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