Donnerstag, 14. Dezember 2017


  • Pressemitteilung BoxID 638116

"Handy-Verbot" wird ausgeweitet

Die Vorschrift in der StVO wird reformiert / AvD ist für den Grundsatz: "Motor an, Handy aus" / Ablenkung ist eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer

Frankfurt am Main, (lifePR) - Das Bundesministerium für Verkehr will das „Handy-Verbot“ in der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) reformieren. Es hat dazu einen Entwurf vorgelegt, der alle im Auto verwendeten Kommunikationsgeräte erfassen soll. Im Wesentlichen wird eine erlaubte Nutzung am Steuer davon abhängig gemacht, dass die Geräte durch eine vorhandene Sprachsteuerung nicht in die Hand genommen werden.

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) sieht sich durch den Vorschlag in seiner Haltung bestätigt, dass Verkehrsteilnehmer ausschließlich sprachgesteuerte Kommunikationsgeräte im Verkehr verwenden sollen. Die großen Gefahren für die Verkehrsteilnehmer durch Ablenkung mit Kommunikationsgeräten sind mittlerweile durch viele Untersuchungen belegt. Autofahrer sollten beachten, dass Ablenkung auch mit Freisprecheinrichtungen bzw. Sprachsteuerung eintritt. Rund 50% aller Nutzer werden bei emotionaler und intellektueller Anteilnahme an einem Gespräch oder einem wahrgenommenen Inhalt von der Straße abgelenkt. Dazu kommt die Unaufmerksamkeit durch die Bedienung der Geräte und die Blickabwendung – bei 50 km/h fährt man pro Sekunde 14 Meter weit! Das größte Risiko birgt das Verfassen von Textnachrichten – weit vor allen Telefonie-Funktionen oder dem Bedienen der Multimediaeinheit.

Diese Auffassung teilen viele Experten und Institutionen, die sich mit Verkehrssicherheit befassen: Etwa der Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Deutschen Verkehrswacht (DVW) sowie Teilnehmer des 55. Deutschen Verkehrsgerichtstages, die sich mit dem Problem auseinandergesetzt haben.

AvD: Schulungen zur Bedienung der Kommunikationsgeräte einführen

Der AvD ist der festen Überzeugung, dass Verbote allein keine Verhaltensänderungen bewirken. Flankiert werden muss die gesetzliche Regelung durch intensiven Schulungen im Umgang mit den Geräten. Die Integration in die schulische Verkehrserziehung sowie Integration in das Lehrprogramm von Fahrschulen sind dringend notwendig. Letzteres ist mit Blick auf das besonders hohe Risiko junger Fahrer Opfer bei Verkehrsunfällen zu werden besonders wichtig.

Aber auch Hersteller sind hier gefordert, den Umgang mit den Geräten ihren Käufern zu vermitteln. Auch Mietwagenfirmen sollten ihre Mieter auf die Gefahr der Nutzung von Kommunikationsgeräten während der Fahrt hinweisen. Denn in diesem Fall kommt noch die möglicherweise ungewohnte Bedienung des nicht bekanntenFahrzeugs hinzu.

Grundsatz: „Motor an, Handy aus“

Der AvD setzt sich deshalb für den verpflichtenden Einsatz von Freisprecheinrichtungen und Spracheingaben für Funktionen der Telefonie und alle sonstigen zu bedienenden Geräte im Fahrzeug ein. Der Grundsatz: „Motor an, Handy aus“ sollte stets die Maßgabe sein. So ist etwa amerikanischen Bundesbediensteten während Dienstfahrten das Lesen und Schreiben von Textnachrichten untersagt. Berufsgenossenschaften sollten für den Bereich von Dienstwagen und Betriebsfahrzeugen zusätzlich Schulungen anbieten, die die genannten Inhalte vermitteln.

Der AvD fordert, die Unfallursache „Ablenkung“ in die deutschen Unfallstatistiken mit aufzunehmen, denn belastbare Zahlen über Unfälle und Verkehrsopfer im Zusammenhang mit der Nutzung von Kommunikationsmitteln liegen bisher lediglich für das Ausland vor.

Der AvD macht zudem darauf aufmerksam, dass Ablenkung als Risiko für die Verkehrssicherheit nahezu alle Verkehrsteilnehmer betrifft, da auch Fußgänger und Radfahrer Smartphones und andere Kommunikationsgeräte benutzen. Das Phänomen „Pokemon Go“ zeigte dies exemplarisch. Unterwegs sollte man jede Information eines Kommunikationsgerätes ignorieren, bis man sie an sicherer Stelle lesen bzw. wahrnehmen kann.

Der AvD hat die Meinungen der Präsidenten des Deutschen Verkehrssicherheitsrates und der Deutschen Verkehrswacht zum Thema „Ablenkung“ erfragt. Deren Stellungnahmen finden Sie hier:


Stellungnahmen

AvD Automobilclub von Deutschland e.V.

Der 1899 als Deutscher Automobilclub DAC gegründete AvD ist als traditionsreichster Automobilclub hierzulande Mitbegründer des Weltverbandes FIA (seit 1904) und von Anbeginn maßgeblich für Verkehrssicherheit, Tourismus und Sport engagiert. Er vertritt die Belange von 1,4 Millionen Mitgliedern und Kunden in allen Bereichen der Mobilität. Der AvD - Pannenhilfe überall!

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Neuerungen im Straßenverkehr 2018 - Alles auf einen Blick

, Mobile & Verkehr, KRAFTFAHRER-SCHUTZ e.V.

Mit dem neuen Jahr treten auch einige neue Regeln und Vorschriften für Autofahrer in Kraft. Der drittgrößte deutsche Automobilclub KRAFTFAHRERSCHUTZ...

Neuer Opel-Performance-Sportsitz: Maßgeschneidert für Insignia GSi

, Mobile & Verkehr, Opel Automobile GmbH

Selbst entwickelt: Integralsitz mit Top-Seitenhalt und -Langstreckenkomfort ­Selbst gebaut: Wesentliche Teile kommen aus dem Opel-Werk Kaiserslautern AGR-zertifiziert:...

TÜV SÜD: So wird die Tanne sicher transportiert

, Mobile & Verkehr, TÜV SÜD AG

Ob Fichte oder Tanne – der Transfer nach Hause gelingt am sichersten im Kofferraum. Viele müssen aus Platzgründen den Baum auf dem Autodach mitnehmen....

Disclaimer