Norddeutscher Ernährungsgipfel holt Fachpublikum nach Rostock

(lifePR) ( Rostock - Bentwisch, )
Mehr als 250 Fachleute aus Norddeutschland treffen sich am 15. Mai in Warnemünde zum 3. Norddeutschen Ernährungsgipfel, um Absatzmöglichkeiten regionaler Produkte im stationären und Online-Handel zu diskutieren. Veranstalter ist die Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. (AMV).

Etwa 35 % der diesjährigen Teilnehmer (2018: 20 %) kommen aus anderen Bundesländern. "Die Veranstaltung ist von 200 auf 250 Teilnehmer weiter gewachsen. Wir sind stolz darauf, als Marketing-verein eine solche Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen zu haben und diese große Resonanz entgegennehmen zu können. Neben Fachleuten aus der Ernährungsbranche und für die Branche wichtigen Zulieferbereichen begrüßen wir Vertreter aus Handel und Dienstleistung, Politik und Verwaltung, Wissenschaft, Kammern und Verbänden", freut sich AMV-Vorsitzender Tobias Blömer, "der Norddeutsche Ernährungsgipfel zählt zu Norddeutschlands wichtigsten Veranstaltungen der Wirtschaft."

Für den diesjährigen Norddeutschen Ernährungsgipfel hat der AMV sein Partnernetzwerk weiter ausgebaut. Unterstützt haben dieses Mal die Netzwerke pro agro - Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin e.V., foodactive e.V. - das Ernährungsnetzwerk der Metropolregion Hamburg und die Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e.V.

„Länderübergreifende Veranstaltungen wie der Norddeutsche Ernährungsgipfel bieten der Ernährungswirtschaft den geeigneten Rahmen und unterstreichen die Bedeutung, die diese Branche in allen beteiligten Bundesländern einnimmt. Gemeinsam konnten wir hochkarätige Referenten gewinnen und schaffen eine Plattform, die eine umfangreiche Vernetzung für alle Teilnehmer garantiert“, fasst Hanka Mittelstädt, Vorstandsvorsitzende des Agrarmarketingverbands pro agro e.V., die Vorteile der gemeinsamen Veranstaltung zusammen.

Insgesamt unterstützen 33 Sponsoren und Partner sowie 30 Produzenten die Veranstaltung. 23 Partner bestreiten die Fachausstellung.

Hochrangige politische Begleitung erfährt der Ernährungsgipfel durch das Bundeslandwirtschafts-ministerium, Wirtschaftsminister Harry Glawe und die Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (MV) und Jörg Vogelsänger (Brandenburg) sowie zahlreiche Landtagsabgeordnete.

„Mecklenburg-Vorpommern ist von der Ernährungswirtschaft geprägt. Wir haben in der Vergangenheit seitens des Landes viele Initiativen gestartet, Förderprogramme aufgestellt und Hilfestellungen gegeben. Beispiele wie das junge Unternehmen Lunch Vegaz oder die Senfmühle Schlemmin zeigen, dass dieser Weg richtig war und ist. Wichtig ist, dass wir nun an weiteren Schrauben drehen, um besonders die Kleinstunternehmen mitzunehmen, zu vernetzen und ihnen eine Bühne zu geben. Mit vernetzenden Veranstaltungen und einem intensiven Marketing, das auch die neuen sozialen Medien bedient, können noch mehr Menschen erreicht und die Produkte und Unternehmen aus unserem Bundesland bekannt gemacht werden. Die Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern bietet den Rahmen dafür", sagt Minister Dr. Till Backhaus.

Aktuelle Zahlen zum Ernährungsgewerbe in MV 2018

Die brandaktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes in MV belegen die stabile Entwicklung des Ernährungsgewerbes im Land mit 158 Betrieben bei 20 und mehr Beschäftigten.

„Die Ernährungswirtschaft ist eine verlässliche Größe bei uns im Land. Sie zeichnet sich durch stabiles Wachstum und eine hohe Dynamik aus. Die Branche treibt die Wirtschaft im Land voran. Sie ist Beschäftigungsmotor. Das Rezept für die Entwicklung ist die gesunde Mischung aus mittelständischen

traditionellen Unternehmen und Ernährungskonzernen bei uns im Land. Die Branche sieht sich mit einer veränderten Nachfrage, teilweise schrumpfenden Binnenmärkten und mit einer verstärkten Konkurrenz konfrontiert. Umso wichtiger ist es, stärker als bisher die Exportaktivitäten zu intensivieren. Viele Unternehmen haben dies bereits erkannt und arbeiten daran das Auslandsgeschäft auszubauen“, sagte Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit.

Die Betriebsgrößenstruktur im Ernährungsgewerbe zeigt, dass 89,9 % der Betriebe zwischen 20 und 249 Beschäftigte haben. Nicht in gleicher Weise werden die Betriebe unter 20 Beschäftigte statistisch erfasst. Der AMV bedauert dies sehr, da dadurch keine umfassende aktuelle Struktur unter Einbeziehung der Kleinstunternehmen im Land abgebildet werden kann.

Der Umsatz im gesamten verarbeitenden Gewerbe MV weist 2018 zu 2017 ein Minus von 6,9 % (von 15,9 Mrd. EUR auf 14,8 Mrd. EUR) aus. Der Umsatz im Ernährungsgewerbe zeigt ein Minus von 5,9 % (von 5,1 Mrd. EUR auf 4,8 Mrd. EUR).

Dennoch bleibt das Ernährungsgewerbe innerhalb des verarbeitenden Gewerbes im Umsatz weiterhin auf Platz 1 (Anteil: 32,4 %) vor dem Maschinenbau mit einem Anteil von 15,5 % (stärkster Rückgang:  - 32 % von 3,37 Mrd. EUR auf 2,29 Mrd. EUR) und der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen mit einem Anteil von 7,8 % (größtes Plus: + 26,7 % von 0,85 Mrd. EUR auf 1,16 Mrd. EUR).

Die größten Umsätze innerhalb des Ernährungsgewerbes erzielten 2018 die Bereiche Schlachten und Fleischverarbeitung (21,4 % mit 19,8 % der Beschäftigten) vor der Milchverarbeitung (19,1 % bei nur 12 Betrieben) und der Herstellung von Teig- und Backwaren (8,5 %) mit den meisten Betrieben (51) und Beschäftigten (4.896 = 28,8 %).

Mit Ausnahme der Herstellung von Futtermitteln und der Obst- und Gemüseverarbeitung sind die Umsatzanteile in allen Bereichen aber gegenüber 2017 rückläufig.

Das Auslandsgeschäft bleibt weiterhin schwierig, der Auslandsumsatz ist von 2017 zu 2018 um 16 % rückläufig. Den größten Anteil macht Getreide, vor allem Weizen, aus. Weiter zugelegt mit fast einer Verdoppelung hat die Milchverarbeitung.

Aktuelle Zahlen zum Ernährungsgewerbe in Brandenburg/Berlin 2017

Der Verbrauchermarkt in der Region Brandenburg-Berlin mit 6 Mio. Verbrauchern bietet ein großes Potenzial für den Aufbau von Wertschöpfungsketten aus dem ländlichen Raum (Landwirtschaft, Direktvermarktung, Ernährungswirtschaft, Handel und Gastronomie) zu den Verbraucherzentren mit Berlin an der Spitze. Die Ernährungswirtschaft gehört zu den Wachstumsbranchen. Für das Land Brandenburg ist die Branche mit knapp 630 Handwerks- und Industriebetrieben, einem Jahresumsatz von mehr als 3,7 Mrd. € (2017) sowie 13.580 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (in Betrieben ab 20 Mitarbeiter – insgesamt ca. 14 % der Beschäftigten des verarbeitenden Gewerbes) eine herausragende regionalwirtschaftliche Größe.

Umfrageergebnisse Norddeutschland

Eine gemeinsam mit der Vereinigung der Unternehmensverbände MV durchgeführte Branchenumfrage in Norddeutschland zeigt, dass der überwiegende Umsatz (95,5 %) im stationären Handel erzielt wird. Die umsatzstärksten Schienen in Norddeutschland sind die Supermärkte mit Edeka und REWE, der Großhandel/ Großverbraucherservice, die Hofläden und der Discount. In MV liegen die Discounter mit einem Anteil von 24,6 % auf Platz 1, in Brandenburg belegen sie den letzten Platz. Umsatzstärkster Vertriebsweg in Brandenburg/Berlin sind die Hofläden mit 22,4 % Anteil. In MV machen sie nur 8,8 % aus. Fabrikverkauf und Online-Shops haben in Brandenburg/Berlin einen höheren Stellenwert erreicht als in MV.

In Norddeutschland haben die Wochenmärkte (4,6 %), der Feinkosthandel (3,7 %), die Online-Shops (2,7 %) und Online-Händlerplattformen (1,8 %) den niedrigsten Anteil an den umsatzstärksten Vertriebswegen.

Die entscheidenden Kriterien im stationären Handel sind immer noch Preis, Geschmack und an dritter Stelle Rohstoffe aus der Region. Im Online-Handel wird dem Preis zugunsten von Markenprodukten der Vorrang gegeben. Zunehmend spielt das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle.

Strategisch für die kommenden 5 Jahre wird der Online-Handel wachsen. Die Angst vor einem nicht kostendeckenden Geschäft, rechtlichen Fallstricken und einem komplizierten Handling von Kühlwaren steht der Hoffnung auf höhere Margen, zusätzliche Verkaufswege, neue Kundengruppen mit größerer Reichweite durch gezieltes Marketing gegenüber.

15,4 % der Befragungsteilnehmer planen die Einführung eines eigenen Online-Shops. 41,8 % wollen den bestehenden Online-Shop ausbauen bzw. optimieren. 29,9 % planen den Einstieg in das Online-Geschäft über Händlerplattformen. 37,7 % planen den Ausbau des Online-Geschäftes über Händlerplattformen. Als häufigste Zielplattform wird Amazon genannt.

Fazit


Wichtig bleiben insgesamt vor allem Aktivitäten im stationären Handel, um in den Regalen der Supermärkte, Verbrauchermärkte, im Discount und im Großhandel Platz zu finden.
Der Online-Handel entwickelt sich in den kommenden Jahren kontinuierlich in Norddeutschland (wie auch in Gesamtdeutschland) weiter. Dennoch bleibt insgesamt der Online-Handel mit Lebensmitteln mit hohen Steigerungsraten auf niedrigem Niveau.
Die aktuelle Lage hinsichtlich des Online-Handels ist eine Chance für MV und bietet großes Potenzial. Gerade die Kleinstunternehmen im Land können noch stark über Hofläden und Online-Shops wachsen.
Die Nutzung von starken Händlerplattformen wird spannender. Entscheidend ist die Sicherstellung der Bedienung eines klar definierten Absatzgebietes mit funktionierenden Zeitfenstern und funktionierender Logistik. Die Kosten und die Bedürfnisse der Kunden müssen im Auge behalten werden.


pro agro – Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg/Berlin e.V.

Der Verband pro agro engagiert sich seit über 25 Jahren für die Vernetzung und Vermarktung von Brandenburger Angeboten und Dienstleistungen aus den Bereichen Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Land- und Naturtourismus. Derzeit gehören zum Verband 358 Mitglieder, 11 Förderer sowie rund 45 weitere Kooperationspartner.

 
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