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Pressemitteilung BoxID: 525843 (Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.)
  • Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.
  • Feldstr. 2
  • 18182 Rostock - Bentwisch
  • https://www.mv-ernaehrung.de
  • Ansprechpartner
  • Jarste Weuffen
  • +49 (381) 25238-71

Ernährungswirtschaft blickt verhalten optimistisch in das Jahr 2015

(lifePR) (Rostock - Bentwisch, ) Seit vier Jahren erhebt Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.b(AMV) zweimal jährlich Daten zum Geschäftsklima in der Ernährungsbranche des Landes. Das zweite Barometer Ernährungswirtschaft 2014 liegt pünktlich zum Jahresende vor.

Von 121 angeschriebenen Unternehmen antworteten 30 Unternehmen (N=100), das entspricht einer Rücklaufquote von 25%. Der Rücklauf unter den AMV-Mitgliedern lag bei 35%. Die größte Gruppe stellt wie in allen früheren Befragungen wiederum die Fleisch- und Wurstwarenbranche dar, gefolgt von Fisch, Getränken sowie Süßwaren und Dessertprodukten.

Nach der Umsatzgröße setzen sich die Befragungsteilnehmer wie folgt zusammen: 50% sind kleine und mittelständische Unternehmen, 23% Kleinstunternehmen und 17% große Unternehmen. 10% machten keine Angaben zur Unternehmensgröße. Hinsichtlich des Produktprogramms ist erkennbar, dass 90% der Befragungsteilnehmer konventionell produzieren sowie 43% zusätzlich oder ausschließlich auch im Biogeschäft tätig sind.

Naturbelassene Produkte spielen ein zunehmend größere Rolle, immerhin ein Drittel produziert in diesem Segment. Deutlich wird auch, dass einige Unternehmen sich bestimmten Trends stärker zuwenden und Produkte mit gesundheitlichem Zusatznutzen, aber auch vegetarische und vegane Produkte in ihr Portfolio aufgenommen haben. Damit möchten sie in Deutschland den Markt für die derzeit ca. 7 Millionen Vegetarier (darunter ca. 1% Veganer) bedienen.

Zertifizierungen spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Händler mit Produkten kontinuierlich beliefern zu dürfen. Die wichtigste Zertifizierung für den Lebensmitteleinzelhandel ist der International Food Standard (IFS). Er wurde 2002 von Einzelhändlern entwickelt und definiert die inhaltlichen Anforderungen an die Lebensmittelhersteller. Der IFS schreibt die Bewertungsthematik für die durchzuführenden Zertifizierungs- und Überwachungsaudits sowie ein Anforderungsprofil für die Auditierungsorganisationen vor. 70% der Befragten haben die IFs- und 13% die BRC-Zertifizierung.

Sowohl IFS als auch BRC sind inhaltlich nahezu identische Bewertungsmodelle, erkennen sich aber nicht gegenseitig an, so dass ein Produzent beide Zertifizierungen durchlaufen muss, wenn er den deutschen und den britischen Markt beliefern will. Beide Standards werden ständig weiterentwickelt. Regelmäßige Audits sind notwendig und kostenintensiv.

Knapp 37% der Befragten produzieren unter einem Bio-Siegel, jeweils 20% der Befragten tragen das MSC-Siegel und das Qualitätssicherungsprogramm QS.

Aktuelle Probleme in der Branche

Während in 2012 und 2013 die Rohstoffpreise das größte Problem für die Branche darstellten, ist diese Problematik nunmehr auf Platz 4 gerutscht. Im gleichen Zeitraum sind die Energiekosten von Platz 3 in 2012 und Platz 2 in 2013 in diesem Jahr auf Platz 1 gerückt und stellen jetzt das größte Problem für die Branche dar.

Der Fachkräftemangel ist in großen Teilen der Branche angekommen und von Platz 4 in 2012 und 2013 auf Platz 2 in 2014 geklettert. Im Jahre 2011 bezeichneten 61%, in 2012 sogar 63% und in 2013 59% der Unternehmen die Fachkräftesituation als noch nicht beunruhigend bzw. gut. Zum Jahresende 2014 liegt die Zahl bei 57%. Jedoch schätzen nun bereits 43% die Situation als beunruhigend ein (2011: 32%, 2012: 34%, 2013: 39%).

Derzeit beschäftigen 1/3 der Unternehmen keine Azubis. Hauptgründe sind die geringe Verfügbarkeit geeigneter junger Leute und das Image bestimmter Berufsbilder. Auch in der Ernährungsbranche haben einige Unternehmen den Versuch gestartet ausländische Lehrlinge auszubilden.

Aktuell ist die Problematik des Mindestlohns auf Patz 3 gerückt. Sie betrifft in erster Linie Unternehmen mit einem hohen Anteil an Handarbeit und Kleinstproduzenten. Für viele Unternehmen ist nicht absehbar, wie in so kurzer Zeit eine Anpassung erfolgen kann, wenn gleichzeitig die Marktpräsenz aufrechterhalten werden soll. Verständnis in der Preisgestaltung ist seitens des Handels nicht zu erwarten.

Geschäftserwartung

Die Spanne zwischen Umsatz und Ertrag hat sich in 2014 nicht verbessert, obwohl die Investitionen gegenüber 2013 (32%) bei 50% der Unternehmen zum Jahresende 2014 steigen. Auch die Zahl der Beschäftigten ist gegenüber 2013 (Anstieg bei 27%) in 2014 bei 40% der Unternehmen gestiegen.

Die erreichten Ziele in 2014 stimmen nur zum Teil mit der Prognose der Unternehmen vom Jahresende 2013 für 2014 überein. Die Umsatzvorhersagen und die Ertragserwartungen hinsichtlich von Steigerungen haben sich weitgehend erfüllt, allerdings ist der Ertrag trotz gestiegener Investitionen nicht nur bei 7% (Prognose aus 2013) sondern bei 17% der Unternehmen gesunken. Hinter diesen 17% verbergen sich vorrangig im Lebensmitteleinzelhandel tätigte KMU mit bundesweitem Lieferradius.

Erfreulicherweise erwarten 57% der Unternehmen für 2015 steigende Umsatzzahlen und 43% steigende Ertragszahlen. Allerdings befürchten alarmierende 30% der Unternehmen (2013: 17%) sinkende Erträge für 2015 und 57% eine nur befriedigende Auftragslage, während 43% diese als sehr gut bis gut einschätzen. Damit ist die Stimmung insgesamt als verhalten positiv einzuschätzen. Es wird deutlich, dass zwischen den einzelnen Aussagen eine sehr große Spannweite liegt. "Das Interesse an der regelmäßigen Berichterstattung des AMV zeigt, wie wichtig es ist, Politik, Medien und Verbände aktuell über die Wirtschaftslage im umsatzstärksten Industriezweig in Mecklenburg-Vorpommern zu informieren, sagt AMV-Geschäftsführerin Jarste Weuffen. "Die fachliche Einschätzung direkt aus der Branche sollte zu einer wichtigen Grundlage für Entscheidungen im Land werden." Das nächste Barometer Ernährungswirtschaft wird im Juni 2015 durchgeführt.

Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Der AMV (Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V.) ist das größte Netzwerk in Mecklenburg- Vorpommern für die Agrar- und Ernährungswirtschaft - die umsatzstärkste Branche innerhalb des verarbeitenden Gewerbes in MV. Er vereint unter seinem Dach derzeit 115 Partner, darunter 63 Mitgliedsunternehmen, 39 Fördermitglieder sowie 13 Kooperationspartner.

www.mv-ernaehrung.de