Freiwilligkeit reicht nicht - Implantat-Register per Gesetz schaffen

Ärztekammer fordert wirksamere Zulassungskontrollen für Medizinprodukte

(lifePR) ( Münster, )
Die jüngsten Ereignisse um minderwertige Brustimplantate haben es erneut gezeigt: "Wir brauchen eine wirksamere Kontrolle bei der Zulassung und der Produktion von Medizinprodukten und ein zuverlässiges Register, das den Verbleib von Implantaten und Endoprothesen dokumentiert. Das sind wichtige Bausteine für einen besseren Patientenschutz", fordert Dr. Theodor Windhorst. Ängste und Unsicherheiten bei tausenden Patientinnen hätten so vermieden werden können, ist der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe überzeugt. Auch hier gelte: Vorbeugen ist besser als heilen.

Die Qualität auf dem Markt für Medizinprodukte lasse sich offenbar nur durch eine starke Institution nach dem Vorbild der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) regulieren, so die Einschätzung von Dr. Windhorst. Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) habe solche Möglichkeiten leider noch nicht. "In diesem Punkt ist der Gesetzgeber gefordert, umfassende Kompetenzen zu schaffen: Es ist ein Teil der öffentlichen Daseinsfürsorge, dass Medizinprodukte auch halten, was sie versprechen." Die bisherigen Prüfverfahren für Medizinprodukte reichten nicht aus.

Der Präsident der Ärztekammer fordert zudem, die Planungen zu einem bundesweiten Register für Endoprothesen und Implantate zügiger voranzutreiben. Viele Akteure im Gesundheitswesen hätten bereits erkannt, dass auf diese Weise eine Qualitätskontrolle sinnvoll und machbar sei. Dabei gehe es nicht nur um das aktuelle Thema "Schönheitschirurgie", sondern beispielsweise auch um die weit verbreiteten Gelenkimplantate und Herzschrittmacher. "Für einige Bereiche gibt es bereits Register-Projekte, die aber auf freiwilliger Teilnahme aufbauen." Doch Freiwilligkeit reiche in dieser wichtigen Frage nicht aus, es brauche eine verpflichtende gesetzliche Regelung. "Patientinnen und Patienten müssen gewiss sein können, dass sie im Falle eines Falles schnell und zuverlässig Klarheit über ihre Situation bekommen. Dazu müssen die Daten, welches Medizinprodukt sie erhalten haben, rasch verfügbar sein."
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