ACE drängt auf mehr Lkw-Parkplätze - "Steißlage" beklagt

(lifePR) ( Stuttgart, )
Die vielfach vergebliche Suche von Lkw-Fahrern nach einem Laster-Parkplatz auf deutschen Autobahnen soll bald der Vergangenheit angehören. Dieses Ende Oktober 2009 im Koalitionsvertrag abgegebene Schwarz-Gelbe Versprechen ist jetzt rund 9 Monate alt. Aber es bewegt sich noch zu wenig, moniert der ACE Auto Club Europa. Der Club sprach am Freitag in Stuttgart mit Blick auf die Lkw-Parkplatzmisere von einer "schweren Geburt in Steißlage". Sie verhindere die zugesagte zügige Umsetzung des ehrgeizigen Plans, demzufolge das Stellplatzdefizit schnellstmöglich beseitigt werden soll. Dem tatsächlichen Bedarf an zusätzlichen Stellplätzen hinke die Koalition schon jetzt weit hinterher, mutmaßt der ACE.

In einem Gespräch mit dem Club zog der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Andreas Scheuer (CSU), eine Zwischenbilanz und kündigte zugleich weitere Maßnahmen gegen Staus und gegen den Parkplatzmangel an. Bei Bedarf und im Einzelfall sollten für Lkw-Stellplätze künftig auch "ergänzend Flächen neben den Bundesautobahnen genutzt werden", sagte Scheuer. Die dafür vorgesehene eigentumsrechtliche Konstruktion könnte nach Einschätzung des ACE dazu führen, dass Speditionen neben der Entrichtung einer Lkw-Maut künftig auch Parkgebühren zahlen müssen. Dies ist bei bewachten Parkplätzen außerhalb der üblichen Rastanlagen laut ACE schon heute Praxis. Scheuer sprach von "mittelstandsfreundlichen Modellstrukturen für private Investoren".

Staatsekretär verspricht 8000 neue Lkw-Stellplätze

Laut Scheuer hat sich seit März 2008 die Zahl der zur Verfügung stehenden Parkflächen für Lkw an Autobahnrastanlagen von 28.500 auf 31.500 erhöht. Die in den Jahren 2008 und 2009 annähernd 3000 neu errichteten Lkw-Parkstände auf den Rastanlagen gehen laut ACE aber noch auf das Konto der Vorgängerregierung von Rot-Grün. Nach Scheuers Angaben sollen im Zeitraum von 2010 bis 2012 weitere 8.000 Lkw-Stellplätze hinzu kommen. Falls dieses Ziel tatsächlich erreicht wird, entspräche das einem Stellplatzzuwachs von 20 Prozent, rechnete der ACE vor. Planung und Projektierung vieler dieser Anlagen reichen nach Angaben des Clubs ebenfalls noch in die Zeit der Vorgängerregierung zurück.

Der ACE verwies auf eine Studie des Bundesverkehrsministeriums, der zufolge die Verkehrsleistung im Straßengüterverkehr innerhalb der nächsten 15 Jahre um 84 Prozent ansteigen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt müssten aber 35.000 zusätzliche Stellplätze errichtet werden, hob der Club unter Berufung auf eine Prognose des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor. Demnach biete der Plan der Regierungskoalition noch keine hinreichende Antwort auf den absehbaren künftigen Lkw-Stellplatzbedarf. Der ACE erneuerte seine Forderung, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern.

Der ACE begrüßte Scheuers Zusage, bei künftigen Planungen neuer Lkw-Stellplätze die autobahnabgewandte Aufstellung der Lkw-Fahrerkabine zum Prinzip zu machen. Der Club hatte diese Forderung wiederholt erhoben, um dem Ruhebedürfnis der Lkw-Fahrer durch Geräuschminderung besser gerecht zu werden.

Keine Standstreifennutzung in großem Stil - Berufsverkehr "entstauen"

Trotz eines entsprechenden Vorstoßes der Koalitionsarbeitsgruppe Verkehr im Oktober vergangenen Jahres wird es nach Lage der Dinge nur in geringem Umfang möglich sein, bei Staus die Seitenstreifen zum Zweck eines verbesserten Verkehrsflusses frei zu geben. Scheuer ließ im Gespräch mit dem ACE auf Nachfrage durchblicken, dass die vorhandenen Standstreifen nicht für die reguläre Belastung durch Schwerlastverkehr ausgelegt sind und für eine stärkere Beanspruchung zunächst "baulich ertüchtigt" werden müssten. Scheuer will mit einer "telematisch unterstützen temporären Seitenstreifenfreigabe" überlastete Streckenabschnitte beispielsweise im morgendlichen Berufsverkehr "entstauen".
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