Übernahme von DöllingHareico durch Tönnies?

AbL gegen Marktmacht von Tönnies und anderen Fleischkonzernen

(lifePR) ( Hamm/Westf., )
In den von Medien gemeldeten Plänen für eine Übernahme des Elmshorner Wurst-Herstellers Dölling-Hareico durch den Sohn des Fleischindustriellen Tönnies sieht der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) einen weiteren Schritt zur drohenden Herausbildung eines Oligopols in der Fleischbranche. Der Familie Tönnies (Maximilian Tönnies bzw. seinem Vater Clemens Tönnies) gehörten nicht nur der größte deutsche Schlachthäuser-Konzern, sondern mittlerweile auch Wurst-Unternehmen mit Marken wie Nölke, Tillmanns, Toasty oder die Wurstgruppe ZurMühlen (vormals Böklunder-Plumrose oder Könecke). Es gebe zudem immer wieder unbestätigte Gerüchte in der Branche, wonach Tönnies auch in die Geflügelbranche einsteigen wolle (oder bereits verdeckt eingestiegen sei).

Die AbL verwies auf eine Analyse des Schweinehalter-Verbands ISN, wonach Schlachtunternehmen nicht nur durch zunehmende Verarbeitungstiefe wachsen würden, sondern auch durch „Hauspreise“, den eigenen Viehhandel und Vertragsmast immer bedrohlicher für die landwirtschaftlichen Betriebe würden. Die großen Fleischkonzerne, die eine perspektivlose Überproduktion für den unsicheren „Weltmarkt“ anheizten, sieht die AbL zudem auch mitverantwortlich für die seit Jahren ruinösen Erzeugerpreise.

AbL-Vertreter Eckehard Niemann forderte das Bundeskartellamt dazu auf, eine drohende Marktmacht und auch regionale Monopolstellungen zu verhindern. Die Bundesregierung müsse zudem durch baurechtliche Regelungen das Wachstum großer agrarindustrieller Schweinehaltungs-Betriebe und damit eine weitere ruinöse Überschuss-Produktion stoppen, die bisher die Abnahme-Macht von Fleischkonzernen weiter vergrößere.

Bundes-Agrarminister Schmidt könne zudem rasch – in Abstimmung mit den Niederlanden und Dänemark – endlich die EU-Schweinehaltungs-Richtlinie umsetzen und - durch einen Tierschutzplan und ein Umbauprogramm – flächendeckend eine artgerechtere Schweinehaltung durchsetzen. Der damit verbundene Abbau der Überschuss-Erzeugung werde endlich zu fairen Erzeugerpreisen für „Klasse statt Masse“ führen. Dies stehe weitaus dringlicher auf der Tagesordnung als ablenkende Debatten mit den Fleischkonzernen um die Deklaration nur eines kleinen Teils des Schweinefleisches durch ein „Tierwohlsiegel“…   

Weietere Informationen:

Tönnies: Noch eine Wurstfabrik

Die Agrarzeitung teilte heute unter Berufung auf eine Veröffentlichung der Lebensmittelzeitung mit, dass Maximilian Tönnies (Sohn des Schlacht- und Fleischindustriellen Clemens Tönnies) die Wurstherstellungsfirma Döllinghareico gekauft habe. Die Übernahme des angeblich sanierungsbedürftigen Unternehmens müsse allerdings noch vom Bundeskartellamt geprüft werden.   Maximilian Tönnies habe erst im April eine Wurstfabrik in Meppen von der Firma Hochwald übernommen. Außerdem gehöre ihm der Geflügelwurst-Spezialist Nölke („Gutfried“).  

Auf der Internetseite toennies.de ist zu lesen: Tönnies ist als mehrstufiges Unternehmen der Lebensmittelbranche in führenden Positionen weltweit tätig. Die vier Geschäftsfelder sind Meat, Convenience, Ingredients und Logistic.

Das 1971 gegründete Familien-Unternehmen befasst sich im Kerngeschäft mit der Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung von Schweinen, Sauen und Rindern.

Bei Konsumenten sind vor allem die Unternehmensmarken »Tillmans« und »Toasty« bekannt. Tillmans ist deutscher Marktführer für verkaufsfertig verpacktes, frisches Fleisch (SB-Fleisch) und bietet zudem ein umfassendes Sortiment an Convenience Produkten, sowie Kochschinken-, Kochpökel- und Wurstwaren.

Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Rheda-Wiedenbrück. In acht deutschen und einer dänischen Produktionsstätte sind rund 10.000 Beschäftigte tätig. Die Unternehmensgruppe ist weltweit aktiv und mit 25 Auslandsbüros nah an den Märkten. Der Exportanteil beträgt über 50%.

Tönnies-„Wurstlücke“

„Clemens Tönnies entkommt durch die "Wurstlücke" – so der Tagesspiegel vom 19.10.2016: Der Fleischkonzern müsse 128 Millionen Euro Buße für Preisabsprachen nicht zahlen – wegen einer Lücke im Gesetz. Grund ist, dass es die beiden Gesellschaften, Böklunder Plumrose GmbH & Co. KG sowie die Könecke Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG, gegen die sich die Bußgeldbescheide richteten, nicht mehr gibt. Nach einer konzerninternen Umstrukturierung der Zur-Mühlen-Gruppe sind sie erloschen.

KTG Agrar-Anteile an Tönnies?

Die KTG Agrar SE (ISIN: DE000A0DN1J4) hat laut Onvista am 7.11.2016 bekanntgegeben, dass sie einen Kaufvertrag über die Veräußerung ihrer Minderheitsbeteiligungen an Agrar-Betrieben in Rumänien an einen mehrheitlich beteiligten Gesellschafter für einen niedrigen siebenstelligen Euro-Betrag geschlossen hat. Die Wirtschaftswoche hatte bereits am 21.6.2016 darüber berichtet, dass „der Fleischunternehmer und Schalke-04-Boss Clemens Tönnies“ eine Sonderprüfung für das rumänische Landwirtschaftsunternehmen Agro Iulia in Auftrag gegeben habe – der Agrar-Betrieb in der Nähe der rumänischen Stadt Iasi gehöre zu 60 Prozent dem Chef und Mitinhaber des milliardenschweren Tönnies-Konzerns, der Rest entfalle auf den Hamburger Agrarkonzern KTG Agrar, der vor zwei Wochen Insolvenz angemeldet habe. Agro Iulia baue auf mehreren tausend Hektar Soja, Gerste und Hafer an.

„Der Fleischmogul aus Rheda-Wiedenbrück hatte sich das Engagement in Rumänien vor rund zehn Jahren von Rodo Schneider schmackhaft machen lassen, einem ehemaligen Topmanager des bayrischen Fleischkonzerns Moksel. Schneider stieg 2009 in Rumänien aus und verkaufte seine Anteile an die KTG Agrar. Fortan sollten die Landwirtschaftsprofis aus Hamburg dem Agrarlaien Tönnies helfen, den Betrieb auf Vordermann zu bringen.“ (Wirtschaftswoche, 25.7.2016)

Schlachthof-Wettbewerb

AGRARHEUTE berichtete am 5.4.2016 über „Schlachthöfe in scharfem Wettbewerb“ und ein Ranking der ISN (Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands) zum Jahr 2015 („voll im Zeichen der Preiskrise“).

„Tönnies: Wachstum und Internationalisierung sowie Einstieg in den Viehhandel.

Beim Branchenprimus Tönnies stehen die Zeichen trotz niedriger Preise weiterhin voll auf Wachstum. In Deutschland wurde mit dem Unternehmen Thomsen in Kellinghusen zwar nur ein relativ kleiner Mitbewerber übernommen. Dieser liegt in Schleswig-Holstein aufgrund fehlender Konkurrenz jedoch strategisch günstig.

In Dänemark, wo Tönnies bereits seit einigen Jahren am Standort Brörup aktiv ist, gelang ein großer Wurf: Hier wurde mit Tican zum 1. Oktober 2015 die Nummer zwei im dänischen Markt übernommen. Hierdurch schnellt der Marktanteil von Tönnies in Dänemark auf annähernd 20 % in die Höhe.

Nachdem das OLG Düsseldorf in 2015 endgültig die Entscheidung des Bundeskartellamts bestätigte und die Übernahme von Tummel untersagte, sollen dennoch auch in Deutschland die Zeichen weiter auf Wachstum stehen. Zuletzt wurde berichtet, dass der Standort in Sögel weiter ausgebaut werden soll.
Für einen Paukenschlag sorgte Tönnies im abgelaufenen Jahr mit der Gründung eines eigenen Viehhandels. Tönnies sieht das Ziel der Tönnies Livestock GmbH insbesondere in der besseren Vernetzung der gesamten Kette vom Ferkelerzeuger zum Verarbeitungsunternehmen.

Kritiker hingegen befürchten ähnliche Strukturen wie in der Geflügelbranche, in der Landwirte Lohnmast für große Integrationen betreiben und in ihrer Vermarktung stark eingeschränkt sind.“

Zu den Wettbewerbern erfährt man unter anderem, dass bei VION die Restrukturierung laufe und dass in den letzten 4 Jahren jeder zweite Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb in Deutschland geschlossen worden sei. WESTFLEISCH zeige leichtes Wachstum und einen Verlust. Auf den weiteren Plätzen folgten folgende Fleischunternehmen: Danish Crown (Essen/Oldenburg), Vogler mit zwei getrennten Unternehmen in Bremen/Laatzen und Steine (Lüchow Dannenberg, derzeit in Planinsolvenz und laut EJZ auf der Suche nach einem Investor), Müller (Belieferung süddeutscher Regionalmärkte und Vertragsbindung von mehr als 1.000 Mastbetrieben), Böseler Goldschmaus, Tummel, BMR und Simon  

Von großer Bedeutung seien die weitere Senkung der Kosten durch Optimierung der Produktionsprozesse sowie eine Steigerung der Wertschöpfung durch eine höhere Verarbeitungstiefe.Immer höhere Auflagen bedeuteten fast immer steigende Kosten, die der Markt jedoch nur unzureichend honoriere. Das ziehe zwangsläufig einen beschleunigten Strukturwandel hin zu immer größeren Unternehmen nach sich, sowohl auf der Stufe der Landwirtschaft als auch bei Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen. …

Aus dem Kritischen Agrarbericht zum Schweinesektor

So liegt die wesentliche Ursache der seit fünf Jahren Jahren nicht mehr kostendeckenden Erzeugerpreise für Ferkel und Mastschweine in der massiven Überproduktion. … Diese Überschüsse werden von den Schlachtkonzernen systematisch angeheizt, um sie auf dem „Weltmarkt“, vor allem in Russland und Hongkong, zu Billigpreisen abzusetzen. … Eine solche Überschuss-Erzeugung nützt allenfalls den Umsätzen der Fleischkonzerne …, drückt aber angesichts einer stagnierenden und sogar leicht sinkenden Binnen-Nachfrage dauerhaft die Erzeugerpreise der Landwirte. Entsprechend stark waren Betriebsaufgaben und eine weitere Konzentration der Tierbestände.

Die Mengen- und Erzeugerpreisentwicklung bestätigte einmal mehr sehr deutlich die agrarökonomische Erkenntnis, dass eine Verringerung der Angebotsmenge zu einer weit überproportionalen Erzeugerpreis-Steigerung führt.

Diese Weltmarkt-Orientierung der Fleischkonzerne führt auch angesichts der wachsenden Konkurrenz der brasilianischen und US-Fleischkonzerne zu einer Verschärfung der deutschen und europäischen Schweinemarktkrise Zu hiesigen Preisen produzieren und zu brasilianischen Billigpreisen auf dem Weltmarkt verkaufen – diese Rechnung kann nicht aufgehen. Bei den in Brasilien und den USA herrschenden Umwelt-, Sozial- und Klimabedingungen lässt sich Schweinefleisch um ein Drittel billiger als in Europa erzeugen. Zudem baut Russland mit Hilfe ausländischer Konzerne (u.a. auch Tönnies) seine eigene Schweineproduktion rasch aus und wird in wenigen Jahren selbst Schweinefleisch exportieren. Auch China strebt die Selbstversorgung an und kauft in großem Umfang den Sojamarkt leer.  

Der holländische Agrarindustrielle Adrianus Straathof hält vor vor allem an Standorten der ehemaligen DDR-Agrarindustrie bereits etwa 35.000 Sauen (Ldw. Wochenblatt Westfalen-Lippe 48/2010). Jeweils viele tausende Sauenplätze haben weitere niederländische Investoren wie van Gennip, van Asten, Johannes Maria Straathof, van Nooren, Poels, van Dijck, van der Velde, van Genugten oder Verschelde, daneben auch dänische Investoren (Kirketerp) oder westdeutsche Unternehmen wie ZNVG eG, Einer Schweinezucht, RVV Twistringen eG, WULFA Dinklage, Woestmann, Oberhoff, Kläne Menke, Görtz, Ahlers, Grundkötter sowie direkte Nachfolgebetriebe der so genannten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften aus DDR-Zeiten. Bei den Schweinemast-Konzernen mit Zigtausenden von Stallplätzen findet man viele der obigen Namen wieder, außerdem Unternehmen wie Arts und Bolder, Schmidt/SAZA, Kronseder, Osterhuber oder Thiermann.

In welchem Umfang Futtermittel- und Genetik-Konzerne (wie Hendrix, Fleming & Wendeln oder GS agri) bei Agrarfabriken beteiligt oder dominant sind, ist schwer abzuschätzen. Berater gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der deutschen Schweinebestände bereits in verdeckter Lohnmast gehalten wird. Nach Einschätzung des niedersächsischen Kammerberaters Arnold Krämer befindet sich ein großer Teil der Sauenanlagen mit 800 und mehr Plätzen in Niedersachsen und im Osten schon nicht mehr in der Hand der ursprünglichen Investoren, sondern bereits in zweiter oder sogar dritter Hand. Bei Kaufpreisen von 50 bis 80 Prozent der Baukosten könnten die Übernehmer solche Anlagen mit geringeren Kapitalkosten weiter bewirtschaften. Betriebsleitern rät Krämer zu Vorsicht bei großen Investitionen.

Angesichts der rasanten Industrialisierung im Schweinesektor scheint klar: Wenn jetzt nicht gehandelt wird, dann beherrschen in wenigen Jahren Konzerne auch die Schweinehaltung - wie jetzt schon in der Geflügelbranche.

Die niederländischen und belgischen Schweinehalter-Verbände setzen sich in dieser Lage klar für die Interessen ihrer Mitglieder ein - auch gegenüber genossenschaftlichen Schlachtunternehmen: zum Beispiel mit ihrer Forderung nach einer gezielten Reduzierung der von den Landwirten gehaltenen Schweine mit dem Ziel einer Erzeugerpreis-Erhöhung. Im Gegensatz dazu verfolgt der Deutsche Bauernverband weiter eine Partnerschafts-Strategie der gemeinsamen „Wertschöpfungskette“ mit den Fleischkonzernen. Die vier größten von ihnen (Tönnies, VION, Westfleisch, D&S-DanishCrown) haben bereits 60 Prozent Marktanteil. Sie nutzen aktuell die Überschuss-Situation und ihre Marktmacht aus …

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sah sogar deutliche Anzeichen dafür, dass die von den Schlachtunternehmen gemeldeten Schlachtgewichte deutlich über den tatsächlichen lagen – vermutlich um auf diese Weise eine ausreichende Versorgung des Schweinefleischmarktes zu suggerieren und weitere Preissteigerungen zu verhindern.

Kostendeckende und auskömmliche Erzeugerpreise sind nur möglich, wenn die Überschussproduktion abgebaut wird. Aktuell bestehen hierfür wichtige Möglichkeiten: Die anstehende Novellierung des Bundesbaugesetzes kann den weiteren Bau großer gewerblicher Schweineanlagen mit mehr als 1.500 Mast- und 560 Sauenplätzen bremsen oder sogar verhindern und damit auch die damit verbundene Überschuss-Ausweitung. Auch Umwelt- und Tierschutzforderungen wirken in diese Richtung: Der Tierschutzplan der niedersächsischen Landesregierung ist Ausdruck der Tatsache, dass die EU-Kommission nunmehr auf die Einhaltung ihrer Schweinehaltungs-Richtlinien drängt und diese im Rahmen der EU-Agrarreform zur Voraussetzung der Prämienzahlungen macht. Das Abschneiden (Kupieren) der Schweineschwänze, um die haltungsbedingt gestressten Tiere am Schwänzebeißen zu hindern, wäre zukünftig EU-weit nicht mehr möglich. Man wird den Tieren deshalb nicht nur mehr Platz, sondern auch Stroh (wie von der EU gefordert) und Auslauf geben müssen. Hierzu sind jetzt Umstellungs- und Förderungsprogramme nötig.                                

Genau diese Forderungen nach einer artgerechten Tierhaltung auf „Bauernhöfen statt in Agrarfabriken“ werden von einer starken gesellschaftlichen Bewegung unterstützt. Diese sind nicht gegen Bauern gerichtet, sondern könnten und müssten jetzt von Bauern genutzt werden: Eine an Futterflächen gebundene, antibiotika-unabhängige Tierhaltung mit mehr Platz, Stroh und Auslauf für die Tiere senkt nicht nur europaweit die Überschüsse - diese Forderungen können nur Bauernhöfe und nicht Agrarfabriken ausfüllen. - KAB 2013

Von Eckehard Niemann, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft – AbL

Boykott gegen Veggie-Wurst? Nachdem der Chef des Wurstherstellers Rügenwalder in der F.A.Z. gesagt hatte, in 20 Jahren könne man durchaus nur noch vegetarische Produkte herstellen, berichtet das Blatt jetzt über Reaktionen von Tierhaltern. „Wir kaufen konsequent keine Rügenwalder Produkte mehr“, erklärte die norddeutsche Schweinemästerin Nadine Henke mittels des Nachrichtendienstes Twitter. Der Schweinemäster und Blogger Bernhard Barkmann schrieb: „Ich jedenfalls meide deren (auch Fleisch) Produkte konsequent. Veggieboom hat hoffentlich ein Ende.“  Rügenwalder war vor eineinhalb Jahren der erste deutsche Wursthersteller, der Fleisch durch Ei- oder Milchfasern ersetzte. Das Geschäft läuft laut FAZ gut: „Vegetarische Produkte machen schon jetzt gut ein Fünftel der Produktionsmenge aus, erklärte das Unternehmen. FAZ: „Tierhalter mögen das nicht. Vegane „Fleisch- und Wurstattrappen“ sollten vom Zoll vernichtet werden, schlug ein anonymer Landwirt auf Twitter vor. Er erwarte für die Zukunft eher eine „autolose Autoindustrie“ als „Veggie für alle“, kommentierte der stellvertretende Generalsekretär des Bauernverbandes Udo Hemmerling.“

Wursthersteller Rügenwalder Mühle war laut FAZ das erste größere aus dieser Branche in Deutschland, das Fleisch durch Eiweiß und Milchfasern ersetze. Schon im vergangenen Jahr hatte es eine Reihe an Nachahmern gegeben, darunter mehrere der großen Fleischverarbeiter wie PHW („Wiesenhof“) oder Nestlé („Garden Gourmet“). Im Markt sind demnach auch Molkereien wie Friesland Campina („Valess“) oder die Eigenmarken der Ketten wie Lidl („My best Veggie“) oder Aldi („Vegetarisch Lecker“). Die meisten der Fleischersatzwürste seien nicht vegan, sondern aus Milch oder Eiweiß.

Bei Rügenwalder sollen im kommenden Jahr wohl auch Erbsen als weiterer Rohstoff hinzukommen – für ein „streichfähiges Produkt“ An Rohstoffen wie Fleisch oder Eiern mangele es nicht im Nordwesten Deutschlands, dem Zentrum der Massentierhaltung und den eng und schwierig durchschaubaren Firmengeflechten der Eier-Wirtschaft, deren marktführende Holdinggesellschaften wie „Eipro“ letztlich in der Hand weniger Familien sind. An Erbsen oder Soja aus der Region herrscht Mangel. (FAZ, 14.11.2016)

LEH-Reklame

„…am Herzen“

In einem REWE-Werbeblatt heißt es auf einer Seite zu FAIRTRADE-Produkten: „Soziale Verantwortung liegt uns am Herzen“. Einige Seiten weiter heißt es: „Schweine-Krustenbraten aus der Schulter, wie gewachsen, 1kg, 45% gespart – 2,99 Euro. … „Bauernglück“ In einem Werbeblatt von ALDI wird um „Applaus für unsere Wochenend-Stars“ (zum Sparpreis) gebeten „Bauernglück Maishähnchen, frisch, ohne Hals und Innereien, HKL A: ca. 1.050 -1.450 g, kg 3.55“…  

„… so schmeckt die Heimat“ In einem Werbe-Blatt von NETTO findet man bei „Gut Ponholz“-Fleischprodukten („So schmeckt die Heimat“): „Putenbrustfilet – frisch und mager – 1 kg - -10% statt 5,99 – 5.39“ … Schweine-Minutensteaks – zart und mager – 400g (5.48/kg) - -24% - statt 2,89 – 2.19   Rouladen von Rind – zart aus der Keule - -23% - statt 1,29 - -,99 pro 100 g“…

Sauerei

In dem Buch „SAUEREI!“, erschienen Februar 2016 (Dr. Willi Kremer-Schillings) heißt es auf S. 270:

Kennen Sie „Gut Ponholz“? Klar, das ist der Bauernhof, von dem Netto seine Fleisch- und Wurstwaren bezieht. Bei Aldi Nord kommen die vom „Gut Drei Eichen“ und vom „Güldenhof“. Penny kauft auf dem „Mühlenhof“ ein und Tengelmann auf dem „Birkenhof“. Macht doch einen guten Eindruck, wenn auf der Packung wahlweise ein Gutshaus oder auch ein Fachwerkhaus zu sehen ist…

Auf Nachfrage geben alle Supermärkte zu, dass die Höfe nicht existieren.
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