Samstag, 18. November 2017


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4SC-Partner Yakult Honsha startet klinische Phase-I/II-Studie in Japan mit Krebswirkstoff Resminostat im Nichtkleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC)

Planegg-Martinsried, (lifePR) - .
- Studie untersucht Sicherheit und Wirksamkeit der Resminostat-Docetaxel-Kombinationstherapie im Vergleich zu Docetaxel alleine als neue Behandlungsoption für Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem oder rezidivierendem NSCLC
- Nach Leberkrebs und Darmkrebs ist Lungenkrebs die dritte Indikation bei soliden Tumoren, in der die klinische Entwicklung mit Resminostat begonnen wurde

Das Biotechnologie-Unternehmen 4SC AG (Frankfurt, Prime Standard: VSC), das zielgerichtete, niedermolekulare Medikamente gegen Krebs- und Autoimmunerkrankungen erforscht und entwickelt, teilte heute mit, dass in einer in Japan durchgeführten klinischen Phase-I/II-Studie in Lungenkrebs (Nichtkleinzelliger Lungenkrebs, NSCLC) seines exklusiven Partners Yakult Honsha der erste Patient mit Resminostat behandelt worden ist. Die multizentrische und randomisierte Studie umfasst bis zu 118 Patienten und untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit von Resminostat in Kombination mit dem Krebsmedikament Docetaxel im Vergleich zu Docetaxel bei Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem oder rezidivierendem NSCLC, die zuvor bereits eine platinbasierte Chemotherapie erhalten haben.

Im Dosisfindungsteil der Studie (Phase I) werden die Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik der Resminostat-Docetaxel-Kombinationstherapie bewertet sowie die maximale verträgliche Dosis (maximum tolerated dose, MTD) und die potenziellen Dosis-limitierenden Toxizitäten (dose-limiting toxicities, DLT) ermittelt, um eine empfohlene Dosierung (recommended dose, RD) für den Phase-II-Abschnitt der Studie festzulegen.

Im randomisierten Phase-II-Studienabschnitt wird die Wirksamkeit der Monobehandlung mit Docetaxel - einer Standard-Chemotherapie für NSCLC - mit der Wirksamkeit der Kombinationstherapie aus Resminostat und Docetaxel verglichen. In dem 21-tägigen Behandlungszyklus erhalten die Patienten im Kontrollarm Docetaxel (mit einer intravenöse Gabe von 75mg/m2 Körperoberfläche an Tag 1) als Monotherapie, während die Teilnehmer im zweiten Studienarm dieselbe Menge Docetaxel in Kombination mit Resminostat (bis zu 600 mg/Tag, orale Gabe an den Tagen 1-5) erhalten. Je nach Art möglicher Nebenwirkungen kann die Docetaxel-Dosis reduziert werden. Der primäre Studienendpunkt des Phase-II-Abschnitts ist die Ermittlung des progressionsfreien Überlebens (progression-free survival, PFS); sekundäre Endpunkte sind u.a. die Ansprechrate (response rate, RR), die Gesamtüberlebenszeit (overall survival, OS) und Sicherheit.

4SC hat Yakult Honsha, dem japanischen Marktführer für gastrointestinale Krebstherapien, 2011 eine exklusive Lizenz für die Entwicklung und Vermarktung von Resminostat in Japan gewährt. Im Jahr 2012 begann Yakult Honsha mit der klinischen Entwicklung von Resminostat in Japan im Rahmen einer Phase-I-Studie in soliden Tumoren, gefolgt von einer Phase I/II-Studie als Erstlinientherapie von Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom, HCC) in 2013.

Enno Spillner, Vorstandsvorsitzender der 4SC AG, kommentierte: 'Es freut uns, dass unser Partner Yakult Honsha mit der Entwicklung von Resminostat in NSCLC begonnen hat. Damit hat unser neuer epigenetischer Wirkstoff die klinische Entwicklung bereits in der dritten Indikation mit soliden Tumoren begonnen. Lungenkrebs ist die weltweit häufigste krebsbedingte Todesursache. Wir sind sehr gespannt darauf, die Entwicklung von Resminostat in einer weiteren Indikation zu verfolgen, die sowohl einen hohen medizinischen Bedarf wie auch großes Marktpotenzial aufweist.'

Bernd Hentsch, Entwicklungsvorstand der 4SC AG, ergänzte: 'Die Literatur liefert beeindruckende Hinweise darauf, dass die Hemmung von Histon-Deacetylasen (HDAC) sich bei der Behandlung von Lungenkrebs als wirksam herausstellen könnte. Obwohl bereits viele Wirkstoffe in NSCLC getestet wurden, ist der medizinische Bedarf in dieser Indikation weiterhin sehr groß. Grund hierfür ist die Heterogenität dieser Krebsart und ihre relativ starke Resistenz gegenüber Chemotherapien. Der in dieser Studie verfolgte Kombinationsansatz baut daher einmal mehr auf die bisher beobachtete gute Kombinierbarkeit von Resminostat mit einer Reihe anderer Standard-Krebswirkstoffe.'

Über den Nichtkleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC)

Lungenkrebs ist für mehr Sterbefälle bei Männern und Frauen verantwortlich als jede andere Krebserkrankung weltweit. NSCLC ist die häufigste Form von Lungenkrebs und für mehr als 85 % aller Lungenkrebsfälle verantwortlich. Trotz Fortschritten in der Behandlung von Lungenkrebs und sinkender Sterberaten in den letzten Jahren sind die therapeutischen Ergebnisse für NSCLC-Patienten weiterhin schlecht. Da NSCLC gegenüber Chemotherapie und/oder Bestrahlung relativ resistent ist, werden die meisten Patienten chirurgisch behandelt, teilweise auch in Kombination mit Chemotherapie. Die am häufigsten eingesetzten Medikamente zur Behandlung des NSCLC zielen entweder auf die Inhibition der Angiogenese oder des EGF-Rezeptor (Epidermal Growth Factor Receptor - EGFR) ab. Patienten, bei denen sich die Erkrankung bereits in einem fortgeschritteneren Stadium befindet, werden hauptsächlich mit platinbasierter Chemotherapie behandelt.

Über Resminostat

Resminostat (4SC-201), die onkologische Leitsubstanz von 4SC, ist ein oral verabreichter pan-Histon-Deacetylase (HDAC)-Inhibitor mit einem innovativen, epigenetisch vermittelten Wirkmechanismus. Dieser macht die Substanz als neue zielgerichtete Tumortherapie sowohl in Monotherapie als auch insbesondere in Kombination mit anderen Krebsmedikamenten für ein breites onkologisches Indikationsfeld potenziell einsetzbar. HDAC-Inhibitoren verändern nachweislich die DNA-Struktur von Tumorzellen und lösen damit die Zelldifferenzierung und schließlich den programmierten Zelltod (Apoptose) aus. Dadurch besitzen HDAC-Inhibitoren einen Wirkmechanismus, der das Tumorwachstum stoppen und eine Rückbildung des Tumors bewirken kann. Zudem wird davon ausgegangen, dass Resminostat eine sogenannte '(Re-)Sensitivierung' von Tumorzellen gegenüber anderen Krebswirkstoffen bewirkt. Dadurch können bestimmte Toleranz- und Resistenzmechanismen, die Tumorzellen häufig gegen andere Krebsmedikamente entwickeln, unterdrückt bzw. umgekehrt werden. Durch die zusätzliche Behandlung mit Resminostat soll also die Wirksamkeit einer bereits zuvor verabreichten Krebstherapie, die keine ausreichende Wirkung mehr zeigte, wiederhergestellt oder deutlich verbessert werden; zum anderen soll die Kombination von Resminostat mit gängigen Krebstherapeutika bereits bei deren Therapiestart den Behandlungserfolg generell verbessern.

In einem breiten klinischen Phase-I/II-Entwicklungsprogramm wurde Resminostat bislang in den Indikationen Leberkrebs (HCC), Hodgkin Lymphom (HL) und Darmkrebs (CRC) untersucht, und seit Juli 2013 mit dem nichtkleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) in einer dritten soliden Krebsindikation.

In der Phase-II-SAPHIRE-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem HL zeigte Resminostat als Monotherapie mit einer Tumoransprechrate von insgesamt 34% und einem klinischen Nutzen bei 54% der Patienten substanzielle Antitumor-Aktivität in einer sehr stark vorbehandelten Patientengruppe sowie sehr gute Sicherheit und Verträglichkeit. In der Phase-II-SHELTER-Studie wurde Resminostat sowohl in Monotherapie als auch in Kombination mit Sorafenib als Zweitlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC) untersucht, bei denen es nach einer Erstlinientherapie mit Sorafenib zu einem radiologisch bestätigten Fortschreiten der Erkrankung kam. Die Kombinationstherapie aus Resminostat und Sorafenib bewirkte ein medianes Gesamtüberleben von 8,1 Monaten - nach Erkenntnis von 4SC der beste, in klinischen Studien mit vergleichbaren HCC-Patientengruppen bislang erreichte Wert. Zudem zeigte die Kombinationsbehandlung eine progressionsfreie Überlebensrate (PFSR) nach 12 Wochen von 70,0% und ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von 5,4 Monaten. Der primäre Studienendpunkt war sowohl in der Mono-als auch in der Kombinationstherapie vorzeitig erreicht worden. Schließlich zeigte Resminostat im Phase-I-Teil der SHORE-Studie in Kombination mit der FOLFIRI-Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs gute Ergebnisse zur Sicherheit und Verträglichkeit sowie vielversprechende Anzeichen klinischer Aktivität - die Ergebnisse wurden auf der ASCO Konferenz 2013 in Chicago veröffentlicht.

4SC befindet sich derzeit in Gesprächen mit Zulassungsbehörden und potenziellen Partnern mit dem Ziel die nächsten klinischen Entwicklungsschritte mit Resminostat vorzubereiten, um in Kombination mit Sorafenib als Erstlinientherapie von fortgeschrittenem Leberkrebs (HCC) die Marktzulassung zu erreichen.

Über die Partnerschaft mit Yakult für Resminostat in Japan

Im April 2011 hat 4SC Yakult Honsha eine exklusive Lizenz für die Entwicklung und Vermarktung von Resminostat in Japan gewährt. 4SC hat von Yakult Honsha eine Vorabzahlung in Höhe von 6 Mio. EUR erhalten. Darüber hinaus stehen 4SC bei der Erreichung bestimmter Meilensteine, einschließlich klinischer und zulassungsrelevanter Erfolge in Japan, bis zu 127 Mio. EUR zu. Neben den Meilensteinzahlungen erhält 4SC von Yakult Honsha Umsatzbeteiligungen (Royalties) im zweistelligen Prozentbereich an den Verkaufserlösen von Resminostat. Yakult Honsha ist zukünftig für die weitere klinische Entwicklung von Resminostat in Japan in HCC (Leberkrebs), CRC (Darmkrebs) und anderen ausgewählten onkologischen Indikationen verantwortlich. 4SC strebt für diesen Wirkstoff auch Partnerschaften in weiteren Regionen, unter anderem in Europa, den USA und Asien an.

Rechtlicher Hinweis

Dieses Dokument kann Prognosen, Schätzungen und Annahmen im Hinblick auf unternehmerische Pläne und Zielsetzungen, Produkte oder Dienstleistungen, zukünftige Ergebnisse oder diesen zugrunde liegende oder darauf bezogene Annahmen enthalten. Jede dieser in die Zukunft gerichteten Angaben unterliegt Risiken und Ungewissheiten, die nicht vorhersehbar sind und außerhalb des Kontrollbereichs der 4SC liegen. Viele Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von denen abweichen, die in diesen zukunftsgerichteten Angaben enthalten sind.

4SC AG

Der von der 4SC AG (ISIN DE0005753818) geführte Konzern erforscht und entwickelt zielgerichtet wirkende, niedermolekulare Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf in verschiedenen Krebs- und Autoimmunindikationen. Damit sollen den betroffenen Patienten innovative Therapien mit verbesserter Verträglichkeit und Wirksamkeit im Vergleich zu bestehenden Behandlungsmethoden für eine höhere Lebensqualität geboten werden. Die Pipeline des Unternehmens umfasst vielversprechende Produkte in verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung. Durch Partnerschaften mit Unternehmen der Pharma- und Biotechnologieindustrie setzt die 4SC auf zukünftiges Wachstum und Wertsteigerung. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und beschäftigte am 30. Juni 2013 insgesamt 83 Mitarbeiter. Die 4SC AG ist seit Dezember 2005 am Prime Standard der Börse Frankfurt gelistet.

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