Dienstag, 06. Dezember 2016


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Neue Tram 23 ab 12. Dezember in Betrieb

11. MVG-Straßenbahnlinie erschließt Parkstadt Schwabing / Tramnetz wächst um 3,1 km und 7 Haltestellen

(lifePR) (München, ) Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nimmt am kommenden Wochenende ihre 11. Straßenbahnlinie in Betrieb: die Tram 23 zwischen Münchner Freiheit und Frankfurter Ring. Die ersten Züge werden im Rahmen der offiziellen Eröffnungsveranstaltung am Samstag, 12. Dezember über die Schwabinger Neubaustrecke rollen. Der reguläre Fahrgastbetrieb startet mit Beginn der neuen Fahrplanperiode am Sonntag, 13. Dezember.

Stadtverträgliche Mobilität für 18.000 Fahrgäste

Die Tram 23 erschließt das neue Stadtviertel Parkstadt Schwabing und die angrenzenden Entwicklungsgebiete im Münchner Norden. Gleichzeitig stellt sie eine direkte Verbindung von dort zum Stadtteilzentrum an der Münchner Freiheit her (U-Bahn-Anschluss). Das Gebiet zwischen Schenkendorfstraße und Frankfurter Ring hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und wächst weiter: Im Zuge der Umwandlung von Kasernen und ehemaligen Industriegebieten zu Wohnund Gewerbeflächen entstehen rund 18.000 Arbeitsplätze und Wohnraum für voraussichtlich 6.000 Menschen. Insgesamt leben und arbeiten rund 50.000 Münchnerinnen und Münchner im Einzugsgebiet der Tram 23. Nach Abschluss der städtebaulichen Entwicklung in der Parkstadt Schwabing erwartet die MVG an Werktagen rund 18.000 Fahrgäste.

3,1 km Strecke, 8 Minuten Fahrzeit, 10-Minuten-Takt

Die Linie 23 ist rund 3,1 Kilometer lang. Ein ca. 900 Meter langes Betriebsgleis zwischen Parzivalplatz und Scheidplatz verbindet die Neubaustrecke mit dem übrigen Tramnetz. Die Fahrzeit von der Münchner Freiheit zur Endhaltestelle Schwabing Nord am Frankfurter Ring beträgt etwa 8 Minuten. Zwischen Münchner Freiheit und Parzivalplatz fahren die Züge in der Leopoldstraße, zwischen Parzival- Parkstadt Schwabing Seite 2 von 6 platz und Frankfurter Ring im Bereich einer ehemaligen Güterbahn. Rund zwei Drittel der Strecke verlaufen unabhängig vom Individualverkehr auf eigener Trasse und ermöglichen damit einen störungsarmen Betrieb. Tagsüber verkehren die Trambahnen im 10-Minuten-Takt, von ca. 20 Uhr bis Betriebsschluss alle 20 Minuten. In das Tramprojekt wurden insgesamt rund 50 Millionen Euro investiert. Der Freistaat Bayern förderte die Neubaustrecke aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG).

7 Haltestellen mit Umsteigemöglichkeiten zu 9 Linien

Die Tram 23 bedient 7 Haltestellen. Sie ist bestens mit dem übrigen MVG-Netz verknüpft, denn direkte Umsteigemöglichkeiten bestehen zu 2 U-Bahn- und 7 Buslinien:

- Münchner Freiheit (U3, U6; MetroBus 53, 54)
- Potsdamer Straße (StadtBus 144)
- Parzivalplatz (StadtBus 140, 141, 144)
- Am Münchner Tor
- Anni-Albers-Straße
- Domagkstraße (MetroBus 50)
- Schwabing Nord (StadtBus 177)

In den Nachtstunden zwischen ca. 1 und 5 Uhr bedient der NachtBus N40 die Haltestellen Münchner Freiheit, Potsdamer Straße, Parzivalplatz, Wilhelm-Hertz-Straße (in der Nähe der Haltestelle Am Münchner Tor), Domagkstraße und Alfred-Arndt-Straße.

Sämtliche Haltestellen sind mit taktilen Bodenplatten ausgestattet, die Blinde und Sehbehinderte bei der Orientierung unterstützen; überall ist barrierefreies Ein- und Aussteigen möglich. Sie verfügen über Wartehäuschen, Lautsprecher, Sitzgelegenheiten und Abfalleimer. Fahrradständer sind an 6 Haltestellen vorhanden. Anzeigen für die Dynamische Fahrgastinformation (DFI) finden sich an den Haltestellen Münchner Freiheit, Parzivalplatz, Potsdamer Straße und Am Münchner Tor. Selbstverständlich liefert auch "MVG live" die aktuellen Abfahrtszeiten der Kölner Platz Seite 3 von 6 Tram 23 unter www.mvg-live.de und mobil.mvg-live.de (Handy-Variante für unterwegs). Die Haltestelle Kölner Platz am Klinikum Schwabing wird von der Tram 23 nur beim Ein- und Ausrücken bedient (3 Fahrten pro Tag je Richtung) bzw. im Fall einer Betriebsstörung genutzt.

Neue architektonische Highlights

Die neue Straßenbahnlinie bereichert den Münchner Norden auch um zwei architektonische Glanzpunkte. Ein besonders markantes Markenzeichen ist die neue Endhaltestelle an der Münchner Freiheit. Das weiß und lindgrün lackierte Dach, das von 18 filigranen Stützen getragen wird, war das Ergebnis eines von der Landeshauptstadt durchgeführten Architektenwettbewerbs. Es überspannt die gesamte Haltestelle und bildet den weithin sichtbaren Mittelpunkt des neu gestalteten Platzes an der Münchner Freiheit. Mindestens ebenso spektakulär gestaltet sich die Überquerung des Mittleren Rings: Die 84 Meter lange Tragseilbrücke mit Pylon ist die erste Hängebrücke dieser Art in Deutschland, über die eine Straßenbahn fährt (vgl. MVG-Pressemitteilung vom 10. Dezember).

Städtebauliche Integration gelungen

Zusammen mit Landschaftsarchitekten und in Abstimmung mit dem Baureferat und dem Planungsreferat haben SWM/MVG dafür gesorgt, dass sich die Strecke gut in die vorhandene Umgebung einfügt. Etwa 1,7 Kilometer der 3,1 Kilometer langen Trasse wurden als Rasengleis realisiert. In der Wendeschleife am Frankfurter Ring und entlang des ehemaligen Industriegleises entstand eine parkähnliche Anlage, die Teil der Landschafts- und Gartenarchitektur der Parkstadt Schwabing ist und viel Platz für großzügig angelegte Haltestellen bietet. Am Parzivalplatz konnte die bisher bestehende Verkehrsfläche im Zuge des Trambahnbaus deutlich reduziert und zur Neugestaltung und Begrünung des Areals genutzt werden. Die Fahrleitungsmasten sind aufgrund ihrer ansprechenden Gestaltung besonders stadtbildverträglich. Insgesamt wurden im Streckenbereich rund 100 Bäume neu gepflanzt.

Straßen und Ampelanlagen erneuert

Im Zuge des Straßenbahnbaus erhielten die Parzival- und die Leopoldstraße unter anderem einen neuen Fahrbahnbelag. Ihre Randbereiche (Radwege, Parkplätze usw.) wurden zum Teil ebenfalls erneuert. Moderne Steuerungstechnik sorgt dafür, dass Signale und Ampeln bedarfsgeSeite 4 von 6 recht geschaltet werden - Beschleunigung inklusive. Der bestehende Rad- und Fußweg am ehemaligen Industriegleis wurde ausgebaut und erweitert. Er verläuft nun lückenlos von der Berliner Straße bis zum Frankfurter Ring - als Teil der künftigen Radweghauptroute Marienplatz - Fröttmaninger Heide im Rahmen des Radwegkonzepts der Landeshauptstadt München.

MVG-Chef König: Tram 23 steht für umweltgerechte Mobilität

Herbert König, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung und SWM Geschäftsführer Verkehr: "Die neue Linie 23 hat zweifachen Nutzen: Sie macht die aufstrebende Parkstadt Schwabing zu einem noch attraktiveren Viertel und ermöglicht Anwohnern, Arbeitnehmern und Gewerbetreibenden eine hervorragende Erreichbarkeit auf umweltfreundliche Weise. Und: Sie macht das dynamische Wachstum des neuen Viertels stadtverträglich, denn: Ohne diese attraktive Verbindung im Schwabinger Norden, die täglich Tausende nutzen werden, würde in Zukunft noch mehr Autoverkehr die Leopoldstraße und das Straßennetz im Münchner Norden beund überlasten."

Anspruchsvolles Projekt

Die Tram 23 war alles andere als ein normales Straßenbahnprojekt. Zu Beginn mussten zunächst verschiedene Streckenvarianten untersucht und abgewogen werden. Es waren diverse Abstimmungen mit vielen Beteiligten, zahlreiche Gutachten und Grundstückskäufe erforderlich. Auch der Bau selber gestaltete sich durchaus komplex. MVG-Chef König: "Die Realisierung der Tram 23 hat alle Beteiligten zu Höchstleistungen motiviert. Dies gilt insbesondere auch in Bezug auf das Dach an der Münchner Freiheit und die Brücke, deren Umsetzung nicht nur den Zeitplan wesentlich bestimmt hat. Eine gewisse Herausforderung stellten auch die detaillierten Auflagen für die Gleisbauarbeiten in der Leopoldstraße dar. Hier galt es, den Individualverkehr nicht über Gebühr zu beeinträchtigen. Mit der Inbetriebnahme der neuen Strecke am 12. Dezember gehören Lärm, Schmutz und Absperrungen nun der Vergangenheit an. Mein Eindruck ist, dass uns die Integration der neuen Linie in das bestehende Stadtbild gut gelungen ist - und dieses Ergebnis auch die vergleichsweise lange Bauzeit seit dem Spatenstich im März 2007 aufwiegt."

Renaissance der Tram in München

König weiter: "Die Tram 23 steht auch für die Renaissance der Straßenbahn in München - und wird nicht ihr einziges Aushängeschild bleiben. Weitere Projekte sind bekanntlich längst in Planung bzw. bald schon im Bau. Wir sind jetzt richtig in Schwung und machen uns gerne umgehend an die Realisierung des nächsten Projekts, nämlich die Tram St. Emmeram in Bogenhausen und Oberföhring. Hier wollen wir in Kürze mit dem Bau beginnen. Aber auch die Tram 23 könnte mittelfristig verlängert werden und weitere Entwicklungsgebiete im Münchner Norden erschließen. 2008 hat der Stadtrat dem Erwerb der Bayernkaserne zugestimmt und das Planungsreferat mit der Entwicklung des Areals beauftragt. Wir sind gespannt auf die weiteren Schritte und werden die Umsetzung konstruktiv begleiten, damit Stadtstruktur und ÖPNV-Erschließung wie in der Parkstadt Schwabing optimal aufeinander abgestimmt werden. Ich wage die Prognose, dass die jetzige Endhaltestelle Schwabing Nord nicht die letzte bleiben wird."

Historische Notizen

Der Abschnitt Kölner Platz - Parzivalplatz - Münchner Freiheit ist kein Neuland für die Münchner Straßenbahn: Schon von 1935 bis 1971 verkehrte dort die Tram. Die Haltestelle Kölner Platz war bis 1959 Endstation der Linie 8 (von der Münchner Freiheit kommend), die Gleise wurden 1959 zum Scheidplatz verlängert. Eine Linie 23 gab es zuletzt 1972 bis 1975 auf der U-Bahn-Zubringerstrecke Scheidplatz - Harthof. Die nun wieder betriebene Strecke Münchner Freiheit - Parzivalplatz (- Scheidplatz) existierte bis 19. Oktober 1971; sie wurde zuletzt von der Straßenbahnlinie 6 (Lorettoplatz - Harthof) befahren.

Der Abschnitt Parzivalplatz - Parkstadt Schwabing war bisher noch kein Teil des Münchner Trambahnnetzes. Es handelt sich um die erste völlig neu konzipierte Strecke seit 1968 (Eröffnung Verlängerungsstrecke Linie 19 Baumkirchner Straße - St.-Veit-Straße), abgesehen von der 1970/73 vorübergehend eingerichteten Linie 24 nach Neuperlach, die mit der UBahn- Eröffnung 1980 wieder eingestellt wurde, sowie dem 1993 realisierten Abschnitt in der Zschokkestraße. Die 1996 bzw. 1997 eröffneten Strecken Hauptbahnhof - Romanplatz und Ostfriedhof - Max-Weber-Platz waren ebenfalls völlig neu zu planende und zu genehmigende Neubauvorhaben, allerdings im Wesentlichen auf Trassen ehemaliger, stillgelegter Strecken. Insgesamt wurden damit seit 1995 10 km Tramstrecke neu gebaut, entsprechend wuchs das Tramnetz von 65 km auf jetzt wieder 75 km. Parallel hierzu haben die SWM in diesem Zeitraum etwa die Hälfte des heutigen Bestandsnetzes modernisiert sowie weite Teile der Stromversorgung vollständig erneuert.

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